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Koblenz-Asterstein/Pfaffendorf: Teufelstreppe wird wieder freigegeben

Asterstein/Pfaffendorf – Lange diente die Teufelstreppe Fußgängern als "Schnellverbindung" auf ihrem Weg vom Asterstein in die Innenstadt. Im Zuge des Ausbaus der B 42 und des Glockenbergtunnels wurden die Treppen jedoch gesperrt. Am Freitag, 11. Juli, wird sie wieder freigegeben.

Die gut geschützte einstige Verbindung von Festungsanlagen ist noch sehr gut erhalten. Foto: VVV/Bruchhof
Die gut geschützte einstige Verbindung von Festungsanlagen ist noch sehr gut erhalten.
Foto: VVV/Bruchhof

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

Der lange Kampf und die vielen ehrenamtlichen Arbeitseinsätze haben sich gelohnt: Am kommenden Freitag, 16 Uhr, wird die jahrelang gesperrte Teufelstreppe wieder freigegeben. Das wird mit einer kleinen Übergabezeremonie auf Höhe des Hotels Rheinkrone gefeiert.

Ein Blick zurück: Lange diente die Teufelstreppe Fußgängern als "Schnellverbindung" auf ihrem Weg vom Asterstein in die Innenstadt. Im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 42 und des Glockenbergtunnels wurden die Treppen jedoch gesperrt. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass oberhalb der Fahrbahn ein neuer Fußweg nach Ehrenbreitstein gebaut wurde. Offene Fragen rund um das Thema Sicherheit standen der Wiedereröffnung entgegen. Und damit begann ein langjähriger Kampf. "Wir haben im März 2008 angefangen", erinnert sich Gerhard Bruchhof, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Pfaffendorf (VVV). Der VVV hatte immer wieder auf eine Lösung gedrängt – und war auch bei den zuständigen Kommunalpolitikern auf offene Ohren gestoßen.

Und schließlich wurden mit den Aktiven des noch jungen Karnevalsvereins General von Aster tatkräftige Mitstreiter bei den Arbeitseinsätzen gefunden. Allein im Rahmen des bisher größten Einsatzes im Juni 2012 wurden rund 500 ehrenamtliche Stunden geleistet, und die Teufelstreppe wurde von Unrat und Wildwuchs befreit. Leicht war das nicht, mussten doch auch Stämme aus dem Weg geräumt werden. Anfang des Jahres wurde die Aktion wiederholt. Seitdem ist die Treppe eigentlich uneingeschränkt passierbar, zumal sie völlig intakt ist. Einer Aufhebung der Sperrung steht jetzt nichts mehr im Wege, weil Rat und Verwaltung auch den rechtlichen Rahmen geklärt werden.

Mit ihrer Wiedereröffnung gilt die Teufelstreppe – anders als früher – als Wanderweg. Der Vorteil: Die Stadtkasse wird nicht belastet, weil weder die Nachrüstung einer Beleuchtung noch ein Winterdienst erforderlich sind. Und Vereine haben bereits signalisiert, dass sie sich auch bei der Pflege der Anlage engagieren möchten. Das ist eine gute Nachricht zum "runden Geburtstag" der Teufelstreppe. Der Bau begann vor genau 150 Jahren, 1866 war die Treppe fertiggestellt. Diese war ursprünglich eine geschützte Verbindung des am Fuße des Glockenbergs gelegenen Horchheimer Tores mit dem Werk Glockenberg auf der Pfaffendorfer Höhe. Sie überstand die Schleifung der Festung Koblenz-Ehrenbreitstein und den Zweiten Weltkrieg. Erst 1987 wurde eine umfassende Sanierung fällig, die, wie Matthias Kellermann in der Kirmeszeitung für Pfaffendorf schreibt, allerdings ohne Beteiligung der Denkmalpflege erfolgte.

Wie dem auch sei: Die Teufelstreppe könnte in den Konzepten, auch die weniger bekannten Teile der preußischen Festung zu präsentieren, eine wichtige Rolle spielen. Diese Erfolge sind für den VVV dennoch kein Anlass, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung möchte man, wie Gerhard Bruchhof betont, Lösungen für die örtlichen Vereine suchen, die infolge der Schließung des Rheinhofes und des Weinhauses Merkelbach keine feste Bleibe haben.

Eine Möglichkeit wäre eine Nutzung des Katholischen Pfarrheims in der Emser Straße oder eine Rückkehr in Räumlichkeiten unter der Pfaffendorfer Brücke. Doch zunächst muss das Bauwerk erst einmal generalsaniert werden. Und selbst wenn alles glatt läuft, können der VVV und die anderen Vereine ihr Ziel erst mittelfristig erreichen. Auf jeden Fall setzen die Akteure auf partnerschaftliche Zusammenarbeit – auch mit der Stadtverwaltung. Nicht umsonst betont Gerhard Bruchhof: Es geht um das Miteinander und eben nicht um das Gegeneinander.

Koblenz
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