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Lay

Kleines Spektakel auf der Mosel: Layer Fähre verlässt endgültig das Wasser [Fotostrecke]

Die Fähre geht, die Erinnerung an das kultige Wasserfahrzeug soll bleiben. Am Freitagabend hat die Layer Fähre den Moselstadtteil verlassen – von vielen Schaulustigen wurden die Hebung per Kran und der anschließende Abtransport beobachtet.

Koblenz-Lay. Wenn sich eine ältere Lady zur Schönheitskur begibt, will sie sich später im frischen Glanz sonnen. Nichts anderes ist mit der Layer Fähre vorgesehen: Das betagte Wasserfahrzeug wurde zwar endgültig an Land gesetzt, wird aber als Kulturgut erhalten bleiben. Zahlreiche Schaulustige verfolgten am Freitagabend das Geschehen an der Fährrampe – mit Interesse und Wehmut.

Selbst der Himmel verdrückte einige Abschiedstränen, als eine fast 700-jährige Ära endete. Umfangreiche Vorbereitungen waren nötig, um das Projekt zu stemmen. Unter die 24 Meter lange und 6,50 breite Fähre wurden Stahlseile gespannt. Ein 250-Tonnen-Autokran hob das fast 90 Jahre alte und 32 Tonnen schwere Wasserfahrzeug langsam und fast majestätisch aus dem Wasser. Abgestellt wurde es auf einem 32 Meter langen und sieben Meter breiten Tieflader. Die Zuschauer spendeten für die präzise Punktlandung spontan Beifall.

Um 0 Uhr setzte sich der Transporter unter Vollsperrung der B 49, der B 411 und der A 61 nach Ochtendung in Bewegung. Erleichterung verspürten die Verantwortlichen, als nach fast zwei Stunden Fahrt das Ziel ohne Probleme erreicht wurde. Der neue Eigentümer Jürgen Löhr dankte allen Beteiligten für die gute und reibungslose Zusammenarbeit. Vor allem galt sein Dank der Koblenzer Autokran-Firma Castell, dem Logistik-Unternehmen Bermel aus Plaidt, der Polizei und den Freiwilligen Feuerwehren aus Lay und Güls, die das Geschehen in taghelles Licht tauchten und an Land und im Wasser für Sicherheit sorgten.

Vorher wurden die Motoren der Fähre ausgebaut und alle für den Antrieb notwendigen Geräte und Einrichtungen entfernt. Denn die Fähre wird sich nicht mehr auf dem Wasser bewegen, weil die notwendige Zulassung abgelaufen ist. Damit sie aber als kulturelles Erbe erhalten bleibt, kaufte sie der Layer Unternehmer Jürgen Löhr für den symbolischen Preis von 1 Euro der Stadt Koblenz ab. Nach einer Renovierung auf seinem Firmengelände in Ochtendung wird die Fähre als Blickfang in Lay dienen. Ein Förderverein wird gegründet, der das Projekt unterstützt.

Umrahmt wurde die Hebung mit einem kleinen Fähr-Fest, organisiert durch den Ortsring. Viele Layer und Bürger aus den Nachbarorten nutzen die Gelegenheit, um die Aktion bei einem Glas Wein zu verfolgen. Auch einige Regentropfen konnten die gute Stimmung nicht trüben. Musikalisch und gesanglich umrahmt wurde das Fest durch Beiträge des Modern Song Project des MGV Cäcilia und der Layer Jugend-Feuerwehrkapelle.

Als das Orchester „Auf Wiedersehen“ spielte, floss die eine oder andere Abschiedsträne. Grußworte sprachen Ortsring-Vorsitzender Thomas Jost, Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, Ortsvorsteher Jörg Kreuser, Jürgen Löhr und Vertreterinnen von der Volksbank und der Sparkasse. Ortshistoriker Rolf Morbach führte mit interessanten Details durch die siebenhundert Jahre alte Layer Fährgeschichte.

Erwin Siebenborn

Koblenz
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