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Kaltenengers

Kaltenengers: Ein Museum für den Rohstoff Bims

In Kaltenengers wurde im Beisein der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke das deutsche Bimsmuseum eröffnet, in dem die Herstellung der Bimssteine anhand einer erhalten gebliebenen Produktionsanlage erklärt wird.

Sie eröffneten das neue Bimsmuseum in Kaltenengers (von links): Ministerin Eveline Lemke, der Neuwieder Landrat Rainer Kaul, Heinz Geenen, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Kulturelles Erbe der Bimsindustrie, MYK-Landrat Alexander Saftig und VG-Bürgermeister Georg Hollmann.
Sie eröffneten das neue Bimsmuseum in Kaltenengers (von links): Ministerin Eveline Lemke, der Neuwieder Landrat Rainer Kaul, Heinz Geenen, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Kulturelles Erbe der Bimsindustrie, MYK-Landrat Alexander Saftig und VG-Bürgermeister Georg Hollmann.
Foto: Peter Karges

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

Kaum ein anderer Rohstoff hat unsere Region, vor allem das Neuwieder Becken, so sehr geprägt wie der Bims. In Kaltenengers wurde nun im Beisein der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke das deutsche Bimsmuseum eröffnet, in dem die Herstellung der Bimssteine anhand einer erhalten gebliebenen Produktionsanlage erklärt wird.

"Das Museum vermittelt eindrucksvoll die Geschichte des Bimsabbaus und unterstreicht die Bedeutung der industriellen Baustoffproduktion, durch die das Neuwieder Becken sich vom Agrarland zum Industriestandort entwickelte", sagte Eveline Lemke. Dass das deutsche Bimsmuseum, das nun Teil des Vulkanparks Eifel ist, die öffentliche Hand keinen Cent kostete, sondern durch den Verein Kulturelles Erbe der Bimsindustrie sowie das ehrenamtliche Engagement ehemaliger Mitarbeiter der Bimsindustrie errichtet wurde, wurde von der Ministerin mit Blick auf die klammen öffentlichen Kassen natürlich besonders gewürdigt.

Das Bimsmuseum, das freitags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr sowie dienstags und mittwochs nach Vereinbarung geöffnet ist, zeigt unter anderem eine funktionstüchtige Produktionsanlage für Bimssteine sowie zahlreiche restaurierte Maschinen. "Das Bimsmuseum dokumentiert ein Stück deutsche Geschichte, denn ohne die Bimssteine aus dem Neuwieder Becken wäre der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht so möglich gewesen", betonte Landrat Alexander Saftig, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Vereins Kulturelles Erbe der Bimsindustrie ist, bei der Eröffnung.

Am Anfang der Erfolgsstory Bims stand erst einmal eine Katastrophe. Denn als vor rund 13 000 Jahren der Laacher Vulkan zum (bislang) letzten Mal ausbrach, da überschüttete er die Region mit Asche und Gesteinen, die das umliegende Erdreich kilometerweit bis zu sieben Meter hoch bedeckten. "Für die damaligen Menschen war dies natürlich ein furchtbares Unglück, der Archäologie bescherte dieser Ausbruch hingegen ein jungsteinzeitliches Pompeji", sagte Falko Daim, Leiter des römisch-germanischen Museums in Mainz.

Und den Menschen im 20. Jahrhundert brachte der Vulkanausbruch einen beträchtlichen Wohlstand. "So gab es in der Stadt Weißenthurm in den 50er-Jahren allein 40 Bimsbetriebe", hob Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, hervor. "Dass dieser wichtige Teil der Wirtschaftsgeschichte unserer Region auch von der Nachwelt verstanden wird, dafür möchte das neue eröffnete Museum einen Beitrag leisten", sagte Heinz Geenen vom Verein Kulturelles Erbe der Bimsindustrie.

Infos zum neuen Museum

Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen 5 Euro, für Kinder bis 16 Jahren 2,50 Euro. Kinder unter einer Größe von einem Meter kommen kostenlos ins Museum. Für Familien gibt es darüber hinaus gesonderte Tarife. Weitere Informationen unter www.kulturelles-
erbe-der-bimsindustrie.de

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