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    Koblenz

    Jung und sympathisch – Festival Confluentes

    Junge Kunst suchte den Schenkendorfplatz in der südlichen Koblenzer Vorstadt am Samstag heim, als das Kulturfestival Confluentes in die zweite Runde ging. Nach einem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr, das rund 1000 Besucher anlockte, führten die Organisatoren vom Verein Stadttuni sowie der Initiative Kinderhilfe Bulgarien das Tagesfestival in dem zunehmend kulturell aufblühenden Stadtteil fort. Bei schönstem Sonnenschein flanierten die Besucher durch die unterirdische Kunstausstellung in der Fußgängerunterführung oder ließen sich vor der Eckkneipe White’s nieder, um der Musik von Singer-Songwritern, Livebands und DJs zu lauschen.

    Von unserer Reporterin Melanie Schröder

    Festival für einen guten Zweck

    Bereits um 14 Uhr startete das Fest mit einem kleinen Paukenschlag. Den Veranstaltern wurde von der Organisation Rotary International eine Spende von 5000 Euro übergeben. Diese kommt, wie die gesamten Einnahmen des Kulturfestes, der Kinderhilfe Bulgarien zugute, die mit bulgarischen Kindern vor Ort das Projekt "Integration durch Musik" aus dem letzten Jahr fortführt. Aus diesem Grund wurden mehrere Spendenboxen aufgestellt, für den Besuch des Kulturfestivals aber generell kein Eintritt erhoben.

    In den Ausstellungsgängen der Unterführung am Schenkendorfplatz sammelten sich bunt zusammengestellte künstlerische Positionen von Koblenzer Studenten. So unter anderem Hans-Georg Molls Reisefotografien, die Momente des chinesischen Alltags abseits von Touristenströmen zeigen, oder Sven Int-Veens Aktzeichnungen, die der menschlichen Haut als äußerer Begrenzung nachspüren. Hingegen fotografisch hat sich Narine Movsisyan des nackten Körpers angenommen. Ihre puzzleteilförmigen Kleinstaufnahmen menschlicher Rundungen in Schwarz-Weiß sprechen viele Besucher ästhetisch an - aufmerksam wird Movsisyans Werkbuch studiert.

    Zurück unter freiem Himmel, rauscht unaufgeregte Elektromusik aus den Boxen - live aufgelegt. Darunter mischen sich Klänge von Singer-Songwritern wie Thilo Distelcamp und Rene Tholey, die mit akustischer Gitarrenmusik eine Art Lagerfeuerromantik beschwören. Im Luxor-Kino hingegen schickt der Mann hinter dem Mischpult namens "G. I. D. Groovalistic" einen Elektro-Reggae-Ragga-Sound in den Raum, der die Masse nicht zum Tanzen, sondern zum Sitzlauschen bewegt.

    Doch mit den Hauptakteuren des Abends lockern sich auch die Tanzbeine der Besucher zunehmend: Die Indie-Poprockband Wyoming aus dem Rheingau umschließt nach dem Melt-Festival, das Mitte Juli in Sachsen-Anhalt stattfand, auch das Confluentes-Festival mit ihrem sanft-träumerischen Sound und der glasklaren Stimme des Frontmanns David Stieffenhofer.

    Livebands im alten Kino

    Keine dankbare Aufgabe für die daran anschließende Rock-Rap-Formation Kunstfehler aus Koblenz - nur ein kleines Publikum ist geblieben. Dennoch holt das Duo alles aus sich heraus und performt mit Humor auf der Bühne des romantischen Kinos im Stil der 50er-Jahre.

    Ein Kulturfestival in entspannter Atmosphäre - das hat das siebenköpfige Team von Confluentes in sympathischer Art und Weise und ohne großen finanziellen Spielraum auf die Beine gestellt. Eine schöne Tradition könnte daraus erwachsen. Das ist und wäre auch künftig allemal eine Bereicherung für den Stadtteil. Auch inhaltlich funktioniert das reichhaltige Programm - und das obwohl kein Eintritt verlangt wird. Ehrenamtliches Engagement und Auftritte ohne Gage stehen bei dem Vorstadtfest im Vordergrund. An der ein oder anderen Stelle könnte die Zusammenstellung sicherlich etwas besser harmonieren - damit der hippe Klubsound der DJs nicht von den nachdenklichen Tönen eines Singer-Songwriters ausgebremst wird und dieser wiederum nicht inmitten der Partymusik untergeht.

    Man darf bereits jetzt auf das nächste Jahr gespannt sein, das doch hoffentlich eine dritte Auflage des Confluentes bereithält - denn wie heißt es so schön in den Kreisen Kulturschaffender: Nach dem Festival ist vor dem Festival.

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