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Koblenz

Initiative macht Pläne: Belebt eine offene Markthalle den Münzplatz?

Ingo Schneider

Koblenz und sein Markt: Das ist ein Streitthema mit langer Vorgeschichte und einem für viele bislang nur mäßig befriedigendem Ergebnis. Jetzt hat eine Initiative einen Vorschlag vorgelegt, der wieder Bewegung in die Debatte bringen dürfte.

Ihre Pläne für eine offene Markthalle präsentierten jetzt das ehemalige Ratsmitglied Hans-Jörg Assenmacher (CDU, Mitte) und die Architekten Petra und Heinrich Heidger.  Foto: privat
Ihre Pläne für eine offene Markthalle präsentierten jetzt das ehemalige Ratsmitglied Hans-Jörg Assenmacher (CDU, Mitte) und die Architekten Petra und Heinrich Heidger.
Foto: privat

Welches ist denn nun der richtige Standort für einen Wochenmarkt? Und wie muss dieser aussehen, um wirklich zu funktionieren und eine Bereicherung für die Innenstadt zu sein? All das wird sei vielen Jahren diskutiert. Die aktuelle Lösung des Marktes an zwei Werktagen in der Schlossstraße und samstags auf dem Münzplatz unter der Regie der Marktgilde stößt jedenfalls bei Weitem nicht nur auf Zustimmung. Jetzt hat eine Initiative einen Vorschlag vorgelegt, der wieder Bewegung in die Debatte bringen dürfte: Der Koblenzer CDU-Politiker Hans-Jörg Assenmacher und die Architekten Petra und Heinrich Heidger wollen eine offene Markthalle auf dem Münzplatz auf den Weg bringen. Entwürfe dafür gibt es, Gespräche im Umfeld der drei brachten positive Resonanz auf die Idee – jetzt wollen sie dafür auch bei den politischen Kräften in Koblenz werben.

Und so sieht die Idee aus: Auf dem Münzplatz könnte ein Dach entstehen, wie es etwa auf vielen Märkten in Frankreich zu sehen ist – wo sich Assenmacher auch hat inspirieren lassen. Stützen sollen ein luftiges Dach tragen. Möglichst transparent und offen soll die so entstehende Halle sein. Und sich möglichst harmonisch in die Architektur einfügen, indem sie die durch Quadrate geprägte Aufteilung aufnimmt, die der Koblenzer Architekt Wolfgang Schumacher dem Platz einst mitgegeben hat. Zudem sollen durch die Bauweise bestehende Sichtachsen so wenig wie möglich beeinträchtig werden.

Für die Architekten Heidger ist klar: „Eine solche offene Markthalle wäre eine architektonische Bereicherung der Altstadt.“ Und Assenmacher sieht vor allem einen weiteren Faktor: „Das Marktgeschehen würde einen deutlichen Impuls erhalten und sicher im Umfeld den Handel befruchten.“ Denn: Beispiele im Ausland zeigten, dass sich um einen funktionierenden Markt auch weiterer, dazu passender Handel ansiedele.

So könnte die offene Markthalle nach Entwürfen der Architekten Petra und Heinrich Heidger aussehen (Ansicht aus Richtung Marktstraße). Rechts: das Münzmeisterhaus.  Illustration: Architekten Heidger
So könnte die offene Markthalle nach Entwürfen der Architekten Petra und Heinrich Heidger aussehen (Ansicht aus Richtung Marktstraße). Rechts: das Münzmeisterhaus. Illustration: Architekten Heidger

Assenmacher saß für die CDU lange im Stadtrat, wurde bereits früher als möglicher OB-Kandidat seiner Partei gehandelt – und das im aktuellen Wahlkampf dann zumindest kurzzeitig auch wieder. Im Rat hat er über Anträge bereits versucht, auch in den Stadtteilen wieder mehr Marktgeschehen zu etablieren. Mit dem jetzigen Vorstoß will er zumindest den Markt in der Innenstadt deutlich aufwerten.

Das Dach bietet aus Sicht der Initiatoren neben dem Schutz und dem neuen Umfeld für Marktstände auch weitere Möglichkeiten. „Es kann auch für Veranstaltungen genutzt werden“, ist Assenmacher überzeugt. So könnten etwa auch Konzerte in der Innenstadt einen Platz finden.

Welche Optik das Dach und seine Stützen letztlich haben sollen, darauf haben sich die Initiatoren bislang bewusst nicht endgültig festgelegt. Die Architekten haben verschiedene Entwürfe als Grundlage einer Diskussion vorgelegt. Auch die Größe ist noch flexibel. Diese könne bei einer Umsetzung den Bedürfnissen angepasst werden.

Einen Problempunkt hat Hans-Jörg Assenmacher bei den Überlegungen nicht aus dem Auge verloren: das Münzmeisterhaus. Schon lange wird an einem Konzept für eine gastronomische Nutzung des Gebäudes gearbeitet. Aber seit Jahren ringen Investor und Stadt an einer für beide Seiten tragfähigen Lösung. Wann es dazu letztlich kommt, wann dort tatsächlich gebaut werden kann, steht in den Sternen. Die Markthalle jedenfalls wollen Assenmacher und die Heidgers so planen, dass sie entsprechend angepasst werden kann. Und klar ist auch: Der Brunnen soll auf jeden Fall bleiben.

Und was soll sie denn kosten, die Markthalle? Das können Assenmacher und die Architekten Heidger noch nicht beziffern – zumal es auch an der Größe und der Ausführung hängen wird. Den drei Initiatoren geht es jetzt zunächst ums eins: Sie wollen eine Diskussion zu der Idee anstoßen. Und am Ende wollen Sie dem Markt in Koblenz mit dem Dach eine neue Heimat und mehr Leben geben.

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

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