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    Initiative der Arbeitsagentur Koblenz bringt Spätstarter noch in die Ausbildung

    Der 23-Jährige Stefan Sciuva kann im August eine Ausbildung bei Saturn beginnen. Andere hatten ihn bereits abgeschrieben. Denn auch wenn 23 alles andere als alt ist: Bei den Azubis gilt Sciuva als Spätstarter.

    Zweite Chance für Stefan Sciuva (rechts): Ab August kann er eine Ausbildung bei Saturn beginnen. Der 23-Jährige gilt nach einer abgebrochenen Ausbildung und drei Jahren Nichtstun als Spätstarter. Kai-Uwe Thormann vom Bildungsträger "Internationaler Bund" (links) hat sich um seine Vermittlung gekümmert.
    Zweite Chance für Stefan Sciuva (rechts): Ab August kann er eine Ausbildung bei Saturn beginnen. Der 23-Jährige gilt nach einer abgebrochenen Ausbildung und drei Jahren Nichtstun als Spätstarter. Kai-Uwe Thormann vom Bildungsträger "Internationaler Bund" (links) hat sich um seine Vermittlung gekümmert.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Anders als viele andere Unternehmen kann sich Jörg Priebe, Geschäftsführer von Saturn in Koblenz, nicht über Bewerbermangel beschweren. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich die Bewerbungsmappen - eine Ausbildung bei dem Elektronik-Fachmarkt scheint beliebt zu sein. Und doch sitzt Stefan Sciuva dem Geschäftsführer gegenüber und freut sich: Der 23-Jährige kann im August eine Ausbildung bei Saturn beginnen. Andere hatten ihn bereits abgeschrieben. Denn auch wenn 23 alles andere als alt ist: Bei den Azubis gilt Sciuva als Spätstarter. Seine erste Ausbildung brachte der Koblenzer nicht zu Ende, und danach hat er sich hängen lassen, wie er sagt: "Drei Jahre hatte ich keine Lust mehr, etwas zu machen." Eine Lücke im Lebenslauf, die ihm den Wiedereinstieg ins Berufsleben schwer machte. Was ihm letztlich half, war eine Spätstarter-Initiative der Arbeitsagentur.

    "Wir wollen Menschen ohne Ausbildung nachträglich noch in eine Ausbildung bringen", sagt Marco Lohn, Teamleiter Berufsbe- ratung/U 25 bei der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Schon seit Jahren versucht man, jeden zu erreichen, jedem eine Chance auf eine Berufsausbildung zu geben. "Aber jetzt machen wir mehr Werbung dafür und versuchen, bei den Bewerbern und den Arbeitgebern ein Umdenken zu erreichen", erklärt Lohn die neue Initiative, zu der auch die derzeitige "Woche der Ausbildung" passt. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels könne man es sich überhaupt nicht leisten, auf potenzielle Arbeitskräfte zu verzichten.

    Eine Altersgrenze für Spätstarter gibt es nicht. Manche sind bereits 40, wenn sie sich um einen Ausbildungsplatz bemühen, Stefan Sciuva ist 23 - und fällt bei vielen trotzdem schon durchs Raster. Nach seinem Hauptschulabschluss hatte sich Sciuva in verschiedenen handwerklichen Berufen versucht, später eine Malerlehre angefangen. "Das war nicht so toll, über die Hälfte der Zeit musste ich als Gerüstbauer arbeiten, und das Malerwissen fehlte mir in der Berufsschule", sagt Stefan Sciuva heute. Ein halbes Jahr vor Ende der Ausbildung wurde er gefeuert.

    Drei Jahre dauerte es, bis sich der Koblenzer zu einem zweiten Anlauf motivieren konnte. Doch nach diversen Bewerbungen musste er feststellen: Viele Betriebe wollen offensichtlich keinen Bewerber wie ihn einstellen. Und so landete Sciuva beim Arbeitsamt, das ihn direkt an den Bildungsträger "Internationaler Bund" weiterverwies: zu einem Intensiv-Coaching.

    In vier Wochen organisierte hier Teamleiter Kai-Uwe Thormann zwei Praktika für den 23-Jährigen. Beim ersten hieß es noch: Über 20 wird keiner eingestellt, "leider denken manche Betriebe, dass jüngere Azubis noch formbarer sind", sagt Thormann. Der zweite Betrieb war Saturn. "Bei uns sind auch die meisten Azubis 17", sagt Geschäftsführer Jörg Priebe - trotzdem arbeitet er seit Langem mit den Bildungsträgern zusammen, die sich im Auftrag der Arbeitsagentur um die Qualifikation und Vermittlung zahlreicher Bewerber kümmern.

    Mit diesen Nachwuchskräften hat der Saturn-Chef gute Erfahrungen gemacht: "Einer ist heute Abteilungsleiter." Und auch sonst weiß er es zu schätzen, dass die Bewerber oft erwachsener sind, ernsthafter an die Sache herangehen, besser wissen, was sie wollen - gerade auch nach der Vorbereitung durch die Coaches. Stefan Sciuva hat nun jedenfalls vier Wochen Praktikum hinter sich, und alle Seiten wissen: Man will auch in Zukunft zusammenarbeiten. Sciuva wird zunächst zum Verkäufer ausgebildet, später vielleicht noch zum Einzelhandelskaufmann. Für ihn ist klar: "Es hätte nicht besser laufen können."

    Azubimesse in Sporthalle

    Wer auf der Suche nach Berufs- oder Ausbildungsorientierung ist, bekommt am Freitag, 4. April, sowie am Samstag, 5. April, in der Conlog-Arena (Sporthalle Oberwerth) viele Informationen aus erster Hand. Bei den Azubi- und Studientagen präsentieren sich Firmen, Institutionen, Kammern und Bildungseinrichtungen - Motto: "Finde deinen Traumjob". Am Freitag hat die Halle von 9 bis 16 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Infos unter www.azubitage.de/koblenz

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