40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Koblenz
  • » Gewaltexzesse im "Affenclub": Türsteher prügeln auf Gäste ein
  • Aus unserem Archiv
    Koblenz

    Gewaltexzesse im "Affenclub": Türsteher prügeln auf Gäste ein

    Sie sollten für die Sicherheit im Koblenzer „Affenclub“ sorgen. Stattdessen prügelten die Türsteher Feiernde ins Krankenhaus – an vier verschiedenen Abenden. Jetzt hat das Schöffengericht Koblenz die fünf Männer zu Bewährungsstrafen zwischen elf Monaten und zwei Jahren verurteilt. Der Direktor des Amtsgerichts, Reiner Rühmann, resümierte: „Sie sind völlig außer Kontrolle geraten. Sie haben ohne Sinn und Verstand draufgehauen. Das ist wirklich erschreckend!“

    Der „Affenclub“ – eine Institution im Koblenzer Nachtleben. Hier sorgten fünf Türsteher für mehrere Gewaltexzesse. Foto: Sascha Ditscher
    Der „Affenclub“ – eine Institution im Koblenzer Nachtleben. Hier sorgten fünf Türsteher für mehrere Gewaltexzesse.
    Foto: Sascha Ditscher

    Die Gewaltexzesse im „Affenclub“ – eine Institution im Koblenzer Nachtleben – liegen bereits Jahre zurück. Die prügelnden Türsteher sind nicht mehr in der Bar beschäftigt. Warum es erst jetzt zu dem Prozess kam, ist unklar. Klar ist: Die Türsteher – allesamt Familienväter, allesamt mehrfach vorbestraft – gingen mit äußerster Brutalität gegen unliebsame Gäste vor.

    Am 4. Juni 2015 haut einer der Männer einem Feiernden einen Getränkekartenhalter aus Metall auf den Kopf. Nur zehn Tage später reißt einer der Türsteher einen Gast zu Boden, schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Am 23. Februar 2014 treten drei Türsteher auf einen am Boden liegenden Gast ein. Der Mittelgesichtsknochen des Opfers bricht, ebenso seine Nase.

    Ähnlich ergeht es am 24. Mai 2015 einer Gruppe, die einen Junggesellenabschied im „Affenclub“ feiert. Die Männer tanzen, trinken, verschütten Bier – und fliegen aus der Bar. Als der angehende Bräutigam mit der Hand gegen die Scheibe des Lokals donnert, stürmen zwei Türsteher nach draußen und schlagen auf die Gruppe ein. Einer der Männer erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma, ist für acht Minuten bewusstlos, kann zehn Wochen lang nicht arbeiten.

    Drei Prozesstage waren im Vorfeld der Verhandlung terminiert, 25 Zeugen geladen. Doch zu Prozessbeginn einigten sich die Beteiligten auf einen schnelleren Weg: Die Angeklagten kommen mit Bewährungsstrafen davon – vorausgesetzt, sie räumen die Vorwürfe ein. Das taten sie dann, besser gesagt ihre Anwälte. Keiner der Angeklagten äußerte sich selbst, nur einer entschuldigte sich. Das aber reichte dem Gericht, um auf jegliche Zeugen zu verzichten – und den Prozess nach nur fünf Stunden mit einem Urteil zu beenden. Auch wenn Richter Rühmann selbstkritisch anmerkte: „Eigentlich ist der Sinn eines Strafprozesses herauszufinden, was wirklich passiert ist. So wie wir das hier gemacht haben, ist das nicht möglich.“

    So konnten die Prozessbeteiligten auch die Auslöser der Gewaltexzesse nicht vollständig ergründen. Laut Anklage ging es mal um eine Tasche, die nicht hinter der Theke abgestellt werden sollte; mal um einen Gast, der wohl versuchte, die Zeche zu prellen.

    Drei der fünf Angeklagten arbeiten nach wie vor in der Sicherheitsbranche – wenn auch nicht im „Affenclub“. Dort scheint das Türsteherproblem dennoch nicht gelöst. Auf der Facebook-Seite der Bar äußern sich viele Nutzer kritisch. Eine junge Frau schreibt: „Türsteher unmöglich.“ Eine weitere: „Der Affenclub sollte seine Türsteher überdenken, dann wäre die gesamte Atmosphäre dort besser.“

    Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

    Koblenz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    epaper-startseite
    Wetter
    Donnerstag

    12°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 19°C
    Samstag

    11°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerie: Fotos unserer Leser
    Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

    Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
    Koblenzer Stadt-Geschichten

    Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf

    Anzeige