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Kaltenengers

Eine närrische Eiserne Hochzeit: Kinderprinzenpaar von 1953 geht im Zug mit

Peter Karges

Einmal Prinz oder Prinzessin zu sein – für viele Karnevalisten ist dies ein Traum. Für Trudel Rünz und Gert Geilich ging dieser Traum bereits vor 65 Jahren in Erfüllung. Damals, am 16. Februar 1953, gingen sie als Kinderprinzenpaar mit dem Kaltenengerser Zug. In diesem Jahr waren sie wieder mit von der Partie, als Prinzenpaar, das nun seine närrische Eiserne Hochzeit feiert.

Wie vor 65 Jahren feiern Trudel Rünz und Gert Geilich zusammen Fastnacht. Die beiden waren 1953 das Kinderprinzenpaar.
Wie vor 65 Jahren feiern Trudel Rünz und Gert Geilich zusammen Fastnacht. Die beiden waren 1953 das Kinderprinzenpaar.
Foto: Peter Karges

Wie vor 65 Jahren war es wieder kalt, es war wieder viel los und es hat wieder unglaublich viel Spaß gemacht. „Die Freude am Karneval bleibt natürlich, das hat sich nicht geändert“, betonen Trudel Rünz und Gert Geilich nach dem Zug. Aber sonst hat sich im Karneval doch einiges verändert, auch in Kaltenengers. „Als 1953 der Zug ging, da wurden die Wagen noch mit Pferdefuhrwerken gezogen“, erinnert sich Gert Geilich. Und der Karnevalszug ging noch an Rosenmontag. Damals musste die Karnevalsgesellschaft „Mir seyn klor 1903“, die den Zug ausrichtet, noch nicht fürchten, dass sich Narren an Rosenmontag ins Auto setzen und in Koblenz oder anderswo den Umzug gucken.

Prinz Gert und Prinzessin Trudel als Kinderprinzenpaar 1953.
Prinz Gert und Prinzessin Trudel als Kinderprinzenpaar 1953.
Foto: privat

Dass die beiden Nachkriegskinder 1953 das Kinderprinzenpaar wurden, haben sie ihren Müttern zu verdanken. „Die waren beide mit dem Karnevalsvirus infiziert“, erinnert sich Gert Geilich. Und für das junge Prinzenpaar gab es auch damals schon einen Wagen. „Mein Vater war Obsthändler, der hat uns den Wagen besorgt“, erzählt Trudel Rünz. Marke Eigenbau war nicht nur der Wagen, sondern auch das Ornat der kindlichen Karnevalshoheiten. „Meine Mutter war Schneiderin, die hat die Sachen natürlich selber genäht“, sagt Gert Geilich. Stillsitzen musste Prinzessin Trudel Rünz damals nicht nur, um ihr Kostüm anzupassen, sondern auch, um die Locken zu frisieren. „Die wurden noch mit einer Brennschere, die im Herd erhitzt wurde, gemacht. Und wenn man nicht aufgepasst hatte, hat man sich schnell verbrannt“, sagt Trudel Rünz. Alle Umstände haben die beiden Kinder damals aber gerne ertragen, denn schließlich waren beide das erste Kinderprinzenpaar von Kaltenengers. Und sollten es auch bis heute bleiben. Ihre närrische Eiserne Hochzeit soll nicht der letzte karnevalistische Umzug der beiden durchs Rheindorf bleiben: „Wir haben gesagt, wenn wir gesundheitlich fit sind, dann sind wir auch in fünf Jahren wieder dabei“, so Gert Geilich. Dann würden die beiden Jecken, die im Kaltenengerser Karneval auch schon als Pagen und Tanzoffizier aktiv waren, ihre närrische Gnadenhochzeit feiern.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges
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