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Region/Koblenz

Die Buga kommt: Viel Freude und nur ein klein wenig Skepsis

Volker Schmidt

Mit einer möglichen Bundesgartenschau im Mittelrheintal haben sich die Entscheidungsträger der beteiligten Kommunen schon längere Zeit beschäftigt. Jetzt ist aus der möglichen Buga eine bevorstehende Buga geworden. Die RZ fragte die politischen Verantwortlichen, was sie von der schnellen Entscheidung halten, was sie sich von der Veranstaltung erwarten und ob es ihrer Meinung nach sinnvoll wäre, wenn das Mittelrheintal statt 2031 schon 2029 zum Zuge käme.

Koblenz wird in absehbarer Zeit wieder Schauplatz einer Bundesgartenschau sein. Ob erst 2031 oder vielleicht sogar schon 2029 muss erst noch entschieden werden. Dass die Buga kommt, wird von den meisten politisch Verantwortlichen positiv bewertet.
Koblenz wird in absehbarer Zeit wieder Schauplatz einer Bundesgartenschau sein. Ob erst 2031 oder vielleicht sogar schon 2029 muss erst noch entschieden werden. Dass die Buga kommt, wird von den meisten politisch Verantwortlichen positiv bewertet.
Foto: dpa/Archiv

Stadt Koblenz: Der neue Oberbürgermeister David Langner findet die Entscheidung „prima“. Überrascht hat sie ihn indes nicht. „Wir haben uns ja schon die ganze Zeit darauf gefreut“, sagt er schmunzelnd – gerade auch wegen der positiven Erinnerungen, die man mit der Bundesgartenschau in Koblenz verbindet. „Koblenz hat sich durch die Buga unglaublich positiv entwickelt“, sagt er. Die Veranstaltung habe sich enorm auf das Selbstbewusstsein der Stadt ausgewirkt. „Wenn das nun auch für das Mittelrheintal gilt, dann kann Koblenz nur davon profitieren.“ Man dürfe nun allerdings nicht den Fehler machen, zu versuchen, 2011 zu wiederholen. Koblenz sei diesmal ein Teil der Buga. Dass ein möglicher früherer Termin die Planer in Schwierigkeiten bringen könnte, glaubt Langner nicht. Auch hier dient ihm Koblenz als gutes Beispiel. Auch damals sei die Buga früher gekommen als ursprünglich gedacht. „Das hat uns nicht geschadet“, sagt er und hofft auf eine „Dynamik“, die sich aus dem engeren Zeitplan entwickeln könnte.

Landkreis Mayen-Koblenz: Landrat Alexander Saftig freut sich über die Entscheidung, ließ er über Pressesprecher Martin Gasteyer mitteilen. Ob durch das Vorziehen auf das Jahr 2029 alle Maßnahmen umgesetzt werden könnten, müsste sauber geprüft und danach gemeinsam entschieden werden. Man gehe aber derzeit davon aus, dass es grundsätzlich möglich ist. Von der Buga erwartet sich der Landkreis Motivation, ein gesteigertes Zusammengehörigkeitsgefühl der drei teilnehmenden Gemeinden Rhens, Brey und Spay und einen positiven Effekt, der über die Gartenschau hinaus wirkt.

Spay: Bürgermeister Peter Heil ist „absolut begeistert“ von der schnellen Entscheidung. Für seine Gemeinde erwartet er sich ein Anziehen des Tourismus, ein schönes halbes Jahr und vor allem Nachhaltigkeit. „Wir wollen die Bürger mitnehmen“, sagt er. Es gelte, gemeinsam Ideen zu entwickeln, die sich auch über die Buga hinaus positiv auf die Gemeinde auswirken. Etwas kritisch hinterfragt Heil die Idee, die Buga um zwei Jahre nach vorne zu verlegen und damit für München einzuspringen. „Man muss sich ja ernsthaft fragen: Warum schafft München das nicht?“, sagt er. Er habe da schon Sorgen, dass die zwei Jahre nachher fehlen könnten. Außerdem sieht er noch ein anderes Problem: „2031 ist in den Köpfen der Menschen. Es wird schwer sein, diese Zahl wieder rauszubekommen.“

Rhens: Stadtbürgermeister Raimund Bogler sieht die Entscheidung „sehr positiv“. Eine Absage wäre aus seiner Sicht auch ärgerlich gewesen, denn: „Wir haben schon einiges auf den Weg gebracht“, sagt der Stadtchef. Als Beispiel nennt er den Rheinradweg. Zusammen mit den Nachbargemeinden Spay und Brey habe man bereits ein Planungsbüro beauftragt, entsprechende Pläne für einen Fahrradweg entlang des Rheins zu erstellen. Er erhofft sich, dass dieses Projekt nun forciert wird. Auch andere Projekte werde man versuchen zu realisieren. Den Rhenser Brunnen wolle man mit einbeziehen und versuchen, ob man vielleicht noch ein Hotel nach Rhens bekommt. „Die Leute sollen ja die Möglichkeit haben, zu bleiben.“ Einem früheren Termin sieht er gelassen entgegen: „Zwei Jahre früher – das macht die Sache nicht komplizierter“, sagt er.

Brey: Ortsbürgermeister Hans-Dieter Gassen ist etwas verwundert darüber, dass die Entscheidung so schnell gefallen ist. Dass sie so gefallen ist, wundert ihn allerdings gar nicht, denn der Masterplan sei ja in enger Abstimmung mit der Deutschen Bundesgartenbaugesellschaft erstellt worden. Zum möglichen früheren Termin hat Gassen, der sich als Vorsitzender der Buga-Freunde schon für die Buga in Koblenz engagiert hatte, eine klare Meinung: „Ich würde es begrüßen, wenn es 2029 werden würde, gerade wegen der Erfahrungen von 2011.“ Der Zeitdruck habe damals für eine zusätzliche Motivation gesorgt. „Wir dürfen die Dinge jetzt nicht dahindümpeln lassen.“ Ein früherer Termin würde „mehr Zug in den Kamin“ bringen, glaubt er. Der Ortschef und ehemalige Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord erhofft sich positive Effekte für Brey und eventuell auch einen Blumenschau auf der Grenze zum Nachbarn aus Spay. Er sagt aber auch: Es dürfe jetzt keine „teilregionalen Eitelkeiten“ geben. „Wir sind Bestandteil der Buga. Es kommt nicht darauf an, was und wie viel nachher in Brey stattfindet.“

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

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