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Koblenz

Das HoT in Metternich ist für viele ein wichtiger Teil des Alltags

Der Tisch ist bereits gedeckt, aber die Kinder müssen noch auf die Älteren warten. Alle freuen sich aufs Mittagessen, das pünktlich um 13.45 Uhr serviert wird. Die Jüngeren vertreiben sich die Zeit mit Tischtennis und anderen Spielen – oder sie sprechen mit ihren Betreuern. Das Haus der offenen Tür (HoT) in Metternich, Trierer Straße 123c, ist längst ein wichtiger Teil ihres Alltags geworden. Und der offene Mittagstisch gehört für die meisten dazu.

Drei Mal wöchentlich gibt es im Haus der Offenen Tür einen Mittagstisch. Schon vor 15 Jahren gab es ein ähnliches Angebot einmal in der Woche, seit fünf Jahren wird mit Unterstützung des Kinderschutzbundes selbst gekocht. Auch Kinder aus sozial schwachen Familien essen mit.
Drei Mal wöchentlich gibt es im Haus der Offenen Tür einen Mittagstisch. Schon vor 15 Jahren gab es ein ähnliches Angebot einmal in der Woche, seit fünf Jahren wird mit Unterstützung des Kinderschutzbundes selbst gekocht. Auch Kinder aus sozial schwachen Familien essen mit.
Foto: Reinhard Kallenbach

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

Was die Schüler gern essen, ist gar nicht so leicht zu erkunden. "Pizza" rufen die einen, "Döner" die anderen, wenn man ihnen die typische Frage nach ihrem Lieblingsessen stellt. Und dann gibt es vor allem Mädchen, die gar nichts sagen wollen. Ganz anders Sebo. "Eier mag ich weniger", sagt er bestimmt. Doch an diesem Dienstag hat er Pech gehabt. Es gibt Eier in Senfsoße. Doch die Beilagen und der Nachtisch entschädigen ihn. "Ich bin fast täglich hier", erklärt der 13-Jährige. Denn das HoT bietet für ihn vieles, was es sonst in dieser Form anderswo nicht gibt – zumindest gratis. Ein breites Sportangebot inklusive Fußball, Hausaufgabenbetreuung und die Chance, ein Musikinstrument zu lernen – und das alles freiwillig und ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger: Das sind die Markenzeichen des Begegnungszentrums für Metternich, das seit fünf Jahrzehnten besteht und das älteste seiner Art im Stadtgebiet ist. Dass das vom Bistum Trier getragene HoT so gut ankommt, führt Leiterin Kerstin Weseley auch auf die Wandlungsfähigkeit der Einrichtung zurück. Schon die Eltern der heutigen Besucher kamen in ihrer Schul- oder Bundeswehrzeit ins HoT, vor allem wegen der beliebten Disco oder der Konzerte. Auch wenn das Haus nach wie vor eine beliebte Wirkungsstätte für junge Bands ist, haben sich die Schwerpunkte verlagert. "Disco ist heute weniger gefragt, vielleicht kommt das aber mal wieder", erklärt Kerstin Weseley. Dafür interessieren sich die Jugendlichen vor allem für den Fitnessraum – den aber erst die Älteren ab 16 Jahren nutzen dürfen.

"Bewegung ist wichtig", sagt die Leiterin. Und dazu gehören eben auch gesunde Gerichte, die allen schmecken. Und die gibt es dreimal wöchentlich im HoT. Hauptgericht und Nachtisch zu einem "Kampfpreis" von 2,50 Euro. Und Kinder aus sozial schwachen Familien zahlen gar nichts. "Ohne die Unterstützung des Kinderschutzbundes Koblenz könnten wir das nicht machen", betont Kerstin Wesely, die aber auch hinzufügt: "Wir machen keine Brennpunktarbeit." Denn die Einrichtung in der Nähe der Grundschule Rohrerhof soll für den ganzen Stadtteil da sein – und auch für auswärtige Schüler der IGS Koblenz. Die meisten kommen aus ganz normalen Familien, brauchen aber vor allem für die Zeit nach dem Unterricht dennoch eine Anlaufstelle. Und das liegt vor allem daran, dass beide Elternteile berufstätig sind. Das zeigt: Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten hat nicht dazu beigetragen, Kindern immer ein warmes Mittagsessen zu ermöglichen. Und hier setzt das Angebot des HoT an. In der Regel werden bis zu 25 Kinder und Jugendliche bekocht – und das ohne verbindliche Anmeldung. Das stellt das ehrenamtliche Küchenteam vor manche logistische Herausforderung. Deswegen sind weitere Helfer stets willkommen, zumal es nicht leicht ist, die unterschiedlichsten Wünsche unter einen Hut zu bekommen. Denn die gesellschaftlichen Veränderungen sind auch in einem "ganz normalen" Jugendzentrum nicht zu übersehen. Daraus folgt: Schweinefleisch wird nicht serviert.

Das HoT sucht noch ehrenamtliche Verstärkung für sein Küchenteam. Weitere Auskünfte gibt es unter Tel. 0261/234 70 oder im Internet unter www.hot-koblenz.de

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