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Koblenz

Bundeswehr: Standort am Rhein soll wachsen

Stephanie Mersmann

Schon jetzt ist der Bundeswehrstandort Koblenz/Lahnstein der zweitgrößte in ganz Deutschland: Rund 9000 zivile und militärische Bedienstete arbeiten hier, nur in Wilhelmshaven sind es mehr. Und der Standort am Rhein soll wachsen.

Ob die 10.000er-Marke geknackt wird, kann der Standortälteste Bruno Most noch nicht sagen. Klar ist aber: In Koblenz und Lahnstein, die einen gemeinsamen Standort bilden, werden in Zukunft mehr Bundeswehrangehörige arbeiten als heute – und die brauchen Platz. „In Bezug auf Schließungen sind alle Entscheidungen erst einmal angehalten“, sagt Most.

Bruno Most
Bruno Most
Foto: Stephanie Mersmann

Alle Bundeswehrliegenschaften werden nun daraufhin überprüft, ob hier Mitarbeiter aufgenommen werden können. Abgegeben werden erst einmal keine Kasernen und Co. „Bevor wir einen Neubau angehen, gucken wir erst einmal, was wir noch haben“, so Most.

Das wird auch auf ein Projekt Auswirkungen haben, das seit einiger Zeit diskutiert wird: ein mögliches Luxushotel im Koblenzer Hof. „Das liegt erst einmal auf Eis“, bestätigt Bruno Most. Denn: Der Koblenzer Hof, der im Dezember 2011 wegen Einsturzgefahr geräumt wurde, könnte nur zusammen mit dem angrenzenden Preußischen Regierungsgebäude als künftiges Hotel vermarktet werden. Letzteres nutzt aber noch die Bundeswehr – und angesichts der neuen Entwicklungen könnte es durchaus sein, dass das so bleibt.

Bislang hieß es, dass die gesamte Rheinliegenschaft, zu der auch der Koblenzer Hof gehört, im Jahr 2021 freigegeben wird. Dann hätte man die bekannte Immobilie am Fluss, die schon früher ein Grand Hotel war, neu nutzen können. Und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBW), das zurzeit am Rhein sitzt, wäre in ein neues Gebäude gezogen, das aktuell in der Deines-Bruchmüller-Kaserne in Lahnstein gebaut wird.

Nun kann es aber sein, dass die Bundeswehr die Liegenschaft am Rhein noch selbst braucht. Und auch die Gneisenau-Kaserne auf der Horchheimer Höhe wird erst einmal nicht wie geplant abgegeben, sondern daraufhin überprüft, ob hier eine Renovierung oder ein Neubau für die Bundeswehr denkbar ist. Die Fritsch-Kaserne hingegen, von der die Bundeswehr noch einen kleinen Teil nutzt, steht aktuell nicht im Fokus, so Most. Das alles hat mit grundlegenden Änderungen bei der Bundeswehr zu tun. Mehr Personal, mehr Geld, Beschleunigung bei den Rüstungsprojekten – all das wird sich in den nächsten Jahren natürlich auch auf den Standort Koblenz/Lahnstein auswirken. Gerade das BAAINBW wird hier eine entscheidende Rolle spielen, kündigt Most an.

„Ich erwarte einen Aufschwung in Zukunft, einen weiteren Aufwuchs“, sagt der Standortälteste. Und das gilt nicht nur für das BAAIBBW, sondern auch für die anderen großen Dienststellen in Koblenz, wie das Zentrum Innere Führung. Most sagt: „Ich denke, alle werden davon profitieren.“

Besonders viel wird sich in den nächsten Jahren beim Bundeswehrzentralkrankenhaus (BwZK) tun. 300 Millionen Euro sollen hier investiert werden. Der erste Bauabschnitt läuft derzeit und umfasst unter anderem den Neubau des Parkhauses. Der nächste Bauabschnitt, der im nächsten Jahr folgt und bis etwa 2023 dauern wird, umfasst dann den Neubau des OP-Traktes, der Intensivstation und der Notaufnahme. Auch die Bettenhäuser werden erneuert.

„Wir wollen ein attraktives Haus für Patienten sein, aber auch ein attraktiver Arbeitgeber“, erklärt Bruno Most. Im Kampf um die besten Köpfe muss die Bundeswehr schlicht ein hochmodernes Krankenhaus auf dem neuesten Stand anbieten. Auch eine medizinische Fakultät in Koblenz, die zurzeit diskutiert wird, wäre vor diesem Hintergrund sehr interessant.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Sanitätsdienst: Koblenz soll internationale Schaltstelle werden

Koblenz soll nun auch international zur Schaltstelle des Sanitätsdienstes werden. Schon jetzt sitzt in der Stadt das Kommando Sanitätsdienst, die höchste Kommandobehörde des Sanitätsdienstes in Deutschland, und Anfang April wurde hier auch das „Multinational Medical Coordination Center“ eröffnet. Dieses soll Aufgaben des Sanitätsdienstes in den europäischen Nato-Staaten koordinieren.

Inklusive Deutschland sind aktuell neun Nationen an dem Zentrum beteiligt, und der erste Direktor Bruno Most reist derzeit in verschiedene Länder, um weitere Kooperationspartner zu gewinnen. Ein kleiner Aufbaustab in der Rheinkaserne ist bislang damit beschäftigt, erste Projekte vorzubereiten. Informationen über Infektionskrankheiten in Einsatzgebieten, Impfungen und so weiter sollen die verschiedenen Länder zum Beispiel nicht selbst zusammentragen, sondern in Koblenz anfordern. Auch eine zentrale Koordination von Rücktransporten und Behandlungen von verwundeten Soldaten im Heimatland soll kommen. sem

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