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Koblenz

Abriss: Gartenlauben weichen bald endgültig der Nordtangente

Wer am Metternicher Feld entlangfährt, dem bietet sich seit mehr als zwei Monaten ein ungewohnter Anblick: Da, wo die Straße zuvor an einem kleinen Wäldchen vorbeiführte, blickt man jetzt auf einige heruntergekommene Hütten und nackte Erde.

Wo noch vor einigen Monaten Kleingärtner in ihren Beeten gebuddelt haben, rauschen in Zukunft Autos über die Nordtangente. In der Zwischenzeit ist das Gelände eine Brache, auf der nur noch ein paar Lauben stehen.
Wo noch vor einigen Monaten Kleingärtner in ihren Beeten gebuddelt haben, rauschen in Zukunft Autos über die Nordtangente. In der Zwischenzeit ist das Gelände eine Brache, auf der nur noch ein paar Lauben stehen.
Foto: Henry Tornow

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Die Bäume und Pflanzen um diese herum wurden mittlerweile komplett gerodet, die frühere Kleingartenanlage Weinacker ist quasi entblößt. Und ab Ende Januar sollen auch die stehen gebliebenen Lauben abgerissen werden.

Das teilt Axel Eriksohn, Leiter Projektmanagement beim Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz, auf Anfrage der RZ mit. "Inzwischen ist die gesamte Fläche gerodet, und demnächst werden noch die Hütten und die beiden Gebäude des Kleingartenvereins am Eingang der Anlage abgerissen."

Die Kleingartenanlage muss der Nordtangente weichen, die die B 9 bei Bubenheim und Metternich verbinden soll – und genau daher führen wird, wo die Kleingärtner noch bis vor einigen Monaten ihre Parzellen bewirtschaftet und bepflanzt haben.

Diese sollen keine 100 Meter von ihrer alten Anlage entfernt ein neues Gelände bekommen, das ihnen die Stadt zur Verfügung stellt. Parzellen und Außengrenzen sind bereits abgesteckt, in vier Containern können die Kleingärtner Material einlagern – ansonsten tut sich hier aber derzeit nichts. Denn die Stadt hat noch keine Förderzusage vom Land erhalten.

"Die Fördergelder wurden am 1. September beantragt", teilt Stadt-Pressesprecher Thomas Knaak mit – eine Antwort gibt es noch nicht. "Bevor nicht die Erlaubnis des vorzeitigen Baubeginns vorliegt, können keine Maßnahmen durchgeführt werden", so Knaak. "Dies wäre förderschädlich."

Auch wenn die Fläche den Kleingärtnern bereits zur Verfügung steht, bleibt ihnen zurzeit nichts anderes, als zu warten. "Wir könnten schon etwas machen, aber wir kommen nicht auf das Gelände: Ohne Zuwegung versinkt man bei Regen im Matsch", sagt Vereinsvorsitzender Ernst Kagerbauer.

Das Vereinsleben liegt deshalb derzeit auf Eis. Einige Mitglieder sind bereits ausgetreten, Kagerbauer hat nun die Bewerber angeschrieben, die schon vorher ihr Interesse an einer Parzelle bekundet hatten.

Ansonsten warten die Kleingärtner darauf, dass die Gelder frei werden und auf dem neuen Gelände Wege und Zäune gebaut und Wasserleitungen verlegt werden können. "Wir hoffen, dass es 2017 losgeht, aber von der Stadt wurde diese Hoffnung schon gedämpft", sagt Kagerbauer. Er versteht nicht, warum das so lange dauert – schließlich steht schon seit mehr als drei Jahren fest, dass die Nordtangente gebaut wird.

Nachdem der frühere Ikea-Kreisel bei Bubenheim im vergangenen Jahr zunächst in einer aufwendigen Bauaktion in eine Ampelkreuzung verwandelt wurde, an der die Nordtangente künftig ihren Anfang nehmen wird, wird seit Oktober die Kleingartenanlage beseitigt.

Wenn dies vermutlich im Februar abgeschlossen ist, kontrollieren noch Archäologen und Kampfmittelräumer diesen Bereich, nachdem sie den restlichen Grund entlang des künftigen Straßenverlaufs bereits ohne besondere Funde geprüft hatten.

"Im zeitigen Frühjahr" soll dann der eigentliche Bau der Nordtangente beginnen, kündigt Projektmanager Eriksohn an. Die Arbeiten sollen möglichst im Frühsommer 2018 abgeschlossen sein.

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