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Koblenz

105.472 Pro-Seilbahn-Unterschriften wandern ins Koblenzer Stadtarchiv

105.472: Diese überwältigende Anzahl an Pro-Seilbahn-Unterschriften haben die Koblenzer Buga-Freunde gesammelt. Nun wandern die 22 Aktenordner mit den Listen ins Stadtarchiv. Sie haben zum Erfolg beigetragen.

Menschen aus der ganzen Welt, oft Koblenzer, die es an die entlegendsten Orte des Globus verschlagen hat, haben sich für den Erhalt der Seilbahn ausgesprochen. So erreichte die Buga-Freunde kürzlich noch ein Brief aus Bali. Alle Unterschriftenlisten haben Hans-Dieter Gassen und Anna Maria Schuster von den Bugafreunden nun Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig überreicht.
Menschen aus der ganzen Welt, oft Koblenzer, die es an die entlegendsten Orte des Globus verschlagen hat, haben sich für den Erhalt der Seilbahn ausgesprochen. So erreichte die Buga-Freunde kürzlich noch ein Brief aus Bali. Alle Unterschriftenlisten haben Hans-Dieter Gassen und Anna Maria Schuster von den Bugafreunden nun Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig überreicht.
Foto: hoa

Der letzte Brief mit einer Unterschriftenliste für den Erhalt der Koblenzer Seilbahn erreichte die Freunde der Bundesgartenschau erst vergangene Woche – das Schreiben wurde in Bali aufgegeben. Dass die Gondeln bis zum Jahr 2026 vom Deutschen Eck hinauf auf den Ehrenbreitstein pendeln dürfen, steht zwar schon seit Mitte Juni fest. Doch die Unterschriftenaktion des Vereins wirkte offenbar noch viele Wochen nach – und erreichte Menschen rund um den Globus.

Insgesamt 105 472 Unterzeichner, sprichwörtlich aus fast aus aller Herren Länder, haben letztendlich ihr Votum dafür abgegeben, dass die Seilbahn ihren Betrieb fortsetzen darf. Die Unterschriftenlisten, die 22 Ordner füllen, überreichten die Buga-Freunde nun an Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig. Als "Dokumente der Stadtgeschichte", so die Worte des OB, sollen die Listen einen Platz im Stadtarchiv finden.

Denn für Hofmann-Göttig steht außer Frage: "Das Votum aus den Reihen der Bevölkerung war ganz gewiss von zentraler Bedeutung für die Entscheidung der Unesco." Und: "Auch der Stadtrat und der rheinland-pfälzische Landtag hätten womöglich ihre Resolutionen zum Erhalt der Seilbahn nicht einstimmig gefällt, hätte es da nicht diese breite Front der Befürworter gegeben." Dass sich diese breite Front in Unterschriften niedergeschlagen hat, so lobt Hofmann-Göttig, sei dem Engagement der Buga-Freunde zu verdanken.

Mehr als 900 Stunden haben die Vereinsmitglieder an Info-Ständen für Unterschriften geworben. Oft sei dabei auch Aufklärungsarbeit zu leisten gewesen, wie Hans-Dieter Gassen, Vorsitzender der Buga-Freunde, bei der Übergabe der Unterschriftenlisten noch einmal resümierte. "Die am häufigsten gestellte Frage war die, ob sich die Stadt die Seilbahn denn überhaupt leisten könne", erinnert sich Gassen. Vielen Bürgern sei gar nicht klar gewesen, dass der Erhalt der Gondeln den kommunalen Haushalt mit keinem Cent belastet, weiß auch Hofmann-Göttig. "Von daher waren die Info-Stände von großer Bedeutung, um auch Überzeugungsarbeit zu leisten", sagt der OB. "Famos", wie Hofmann-Göttig nachschiebt, sei die Aktion der Buga-Freunde aber auch gewesen, weil sie dem Betreiber der Seilbahn, der Firma Doppelmayr, signalisiert habe: "Die Region steht hinter der Bahn."

Der Startschuss für die Unterschriftensammlung war Ende September 2012 gefallen. Auf allen Stadtfesten und größeren Veranstaltungen waren die Freunde der Bundesgartenschau ab diesem Zeitpunkt mit ihren Info-Ständen präsent. Außerdem wurden Firmen, Institutionen und Verwaltungen angeschrieben, wie Anna Maria Schuster, Geschäftsführerin des Vereins, erklärt.

Dass es dabei dazu gekommen ist, dass der eine oder andere Name vielleicht mehrfach auf Listen auftaucht, könne er nicht ausschließen, gibt Hans-Dieter Gassen zu. "Allerdings haben wir stets kommuniziert, dass jeder nur einmal unterschreiben soll", betont Gassen, der davon ausgeht, dass Doppelunterschreiber auch die Ausnahme bilden.

Dass die Listen nun ins Stadtarchiv wandern, ist sowohl für Gassen als auch für Anna Maria Schuster ein Zeichen der Wertschätzung der Arbeit des Vereins. Und nicht nur das, wie Gassen schmunzelnd hinzufügt: "Spätestens wenn es 2026 dann um die neue Seilbahn geht, erhalten die Unterschriften wieder Bedeutung. Notfalls starte ich aber auch mit dann 80 Jahren noch einmal eine Unterschriftenaktion." hoa

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