40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Windkraft im Hunsrück: Bürgerinitiative sucht Dialog mit Politik
  • Aus unserem Archiv
    Pleizenhausen

    Windkraft im Hunsrück: Bürgerinitiative sucht Dialog mit Politik

    Die Region debattiert weiter über das Thema Windkraft. Auf Einladung der Bürgerinitiative Windkraftfreier Soonwald diskutierten am Dienstag Politiker in einer offenen Runde zum Thema "Hunsrück unter Strom – Ein Moratorium für den Hunsrück!?".

    Offene Runde: Beim Gespräch in Pleizenhausen kamen Bürger mit der regionalen Politik ins Gespräch, um konstruktiv über die weitere Entwicklung des Windkraftausbaus zu diskutieren.
    Offene Runde: Beim Gespräch in Pleizenhausen kamen Bürger mit der regionalen Politik ins Gespräch, um konstruktiv über die weitere Entwicklung des Windkraftausbaus zu diskutieren.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Mitarbeiter Andreas Bender

    Hierzu waren Mitglieder aller sechs im Kreistag vertretenen Fraktionen eingeladen. Während SPD, FDP, Linke und Grüne der von Frank Steffens moderierten Veranstaltung fern blieben, folgten CDU und Freie Wähler der Einladung ins Jagdschloss bei Pleizenhausen.

    Vor wenigen Wochen wurde der Entwurf des neuen Raumordungsplans der Planungsgemeinschaft Mittelrhein/Westerwald verabschiedet, der in Pleizenhausen im Mittelpunkt der Diskussion stand. Nach Ansicht der Bürgerinitiative hat der Rhein-Hunsrück-Kreis seinen Betrag zur Energiewende geleistet. Damit müsse der Bau neuer Windräder unterbunden werden. Momentan gibt es im Kreis mehr als 200 Anlagen, 54 weitere sind schon genehmigt und 61 geplant.

    Mehr auf Bedenken der Bürger eingehen

    Der CDU-Kreisvorsitzende Hans-Josef Bracht stimmte zu, dass im Kreis mehr als die vom Land geforderten 2 Prozent Windkraft-Mindestfläche bebaut seien und daher mehr auf die Bedenken der Bürger eingegangen werden müsse. Bracht stellte aber auch heraus, dass die Gemeinden die Windräder wollen. Durch die Reduzierung öffentlicher Gelder bieten die Pachteinnahmen eine stete Einnahmequelle. Diese geringe Gegenwehr in Gemeinde- und Verbandsgemeinderäten bestätigte auch Manfred Kuhn (Freie Wähler).

    Die Chancen für ein Moratorium wurden von den Vertretern der CDU-Fraktion als schlecht bewertet. "Ein Moratorium ist mit der Landesregierung nicht möglich", sagte Bracht. Die Kompetenzen zum Windkraftausbau lägen schließlich bei der Landesgierung. Der Kreistag habe keine Entscheidungsbefugnis, sondern könne lediglich Appelle und Stellungnahmen formulieren – er müsse die Landespolitik umsetzen.

    Kritik am aktuellen Raumordnungsplan

    Sylke Althauser von der Bürgerinitiative bemängelte den Informationsfluss zum aktuellen Raumordnungsplan seitens der Behörden. Vor allem die kurze Frist, in der Bürger eine Stellungnahme einreichen könnten, stehe in keinem Verhältnis zum Umfang des Plans. Aus ihrer Sicht wird am Bürger vorbei entschieden. Sie appellierte an die Fraktionen, im Kreistag eine Verlängerung der Frist zu beantragen um sich intensiv mit dem Entwurf zu beschäftigen. Auch Bracht erklärte, dass er den genauen Inhalt des Plans nicht kennt.

    Diskutiert wurde auch über die Frage der Wirtschaftlichkeit von Windrädern. Als Gast war auch Christian Baldauf als Chef der CDU-Landtagsfraktion in den Hunsrück gekommen, der davon sprach, dass 70 Prozent aller regionalen Anlagen defizitär seien und nur 30 Prozent wirtschaftlich erfolgreich. Hinzu komme die allgemeine Problematik, dass im Sommer mehr Strom generiert werde als gebraucht wird – und dieser Überschuss nicht gespeichert werden kann. Bei höherem Verbrauch im Winter müsse wieder Strom zugekauft werden, ergänzte Dieter Schneider von den Freien Wähler. Bracht bezeichnete den momentanen Windkraftausbau als "volkswirtschaftlichen Unsinn".

    Landschaftsbild des Hunsrücks bewahren

    Dennoch sieht der Raumordnungsplan Potenzial für neue Vorranggebiete. Die Bewahrung der Region als Natur- und Erholungsraum sieht Althauser dadurch in Gefahr. Die zentrale Forderung der Initiative an die Politik ist: keine neuen Vorranggebiete. Der Hunsrück und Soonwald dürfe nicht noch mehr von seinem Landschaftsbild einbüßen.

    Ein weiteres Thema war das Szenario einer neuen Stromtrasse, die im nördlichen Hunsrück verlaufen könnte. Ein Vorschlag für eine Alternativtrasse liegt laut Althauser bereits vor. Nicht nur in dieser entscheidenden sieht die Bürgerinitiative eine große Verantwortung der Politik, die Bürger stärker zu beteiligen. Ihr Wunsch ist es, das solche Bedenken im Kreistag thematisiert werden, wenn der neue Regionale Raumordnungsplan dort am 15. Dezember diskutiert wird. Es müsse wenigstens ein Appell an die Landesregierung erfolgen, den weiteren Windkraftausbau im Rhein-Hunsrück-Kreis zu stoppen.

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Dienstag

    -1°C - 1°C
    Mittwoch

    2°C - 3°C
    Donnerstag

    1°C - 5°C
    Freitag

    -1°C - 2°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige