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    Soonwald als Naturschutzgebiet ausweisen

    Durch die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) fühlen sich die Umwelt- und Naturschutzverbände von der Landesregierung offensichtlich hintergangen – und setzen auf inhaltliche Konter. Um die „herausragende Bedeutung des Soonwaldes" zu schützen, haben die Verbände Nabu, BUND und Gnor gemeinsam mit der Initiative Soonwald einen Antrag bei der SGD Nord gestellt, den Soonwald als Naturschutzgebiet auszuweisen. Nach Ansicht der Verbände ist das Gebiet „vor allem durch Windenergiepläne stark gefährdet".

    Das grüne Wirtschaftsministerium hatte zuletzt zwar erklärt, dass insgesamt mehr als 4500 Stellungnahmen zur LEP-IV-Fortschreibung eingegangen sind und es einen „intensiven Dialog" mit den Naturschutzverbänden gibt. Doch aus Sicht der Verbände ist der Natur- und Artenschutz in der Fortschreibung viel zu wenig berücksichtigt.

    Konkret wollen die Verbände Nabu, BUND und Gnor mit der Initiative Soonwald dieses Gebiet als „Lebensraum für sehr viele, besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten" schützen. Denn durch LEP IV ist der Soonwald ihrer Meinung nach komplett für potenzielle Windkraftprojekte freigegeben.

    Schöne Kulturlandschaft

    Die Antragsteller erklären, dass der Soonwald „mit seinen Höhenrücken, der unbesiedelten, geschlossenen Waldeinheit und den charakteristischen einzelnen Waldmähwiesen und Feuchtgebietssystemen" als „besonders seltene und hervorragend schöne Kulturlandschaft" gilt.

    Unter anderem wird auf 15 nachgewiesene Fledermausarten sowie 1000 Hektar besonders schützenswerter Eichen und Buchenbestände verwiesen. „Schon vor mehr als zehn Jahren wurde der Soonwald als möglicher Nationalpark bezeichnet", heißt es. Dies scheint aber vom Tisch zu sein, denn in der Frage eines Nationalparks in Rheinland-Pfalz werden dem Soonwald inzwischen kaum noch Chance zugerechnet.

    Naturschutzgebiet ausweisen

    Zudem gibt es im Naturpark Soonwald anders als im Pfälzer Wald keine sogenannte Kernzone, in der Windkraft ausgeschlossen ist. Die Ausweisung eines Naturschutzgebietes sehen die Beteiligten deshalb als einzige Chance, das Gebiet in seiner einzigartigen Form zu bewahren.

    Eine weitere Motivation zum Handeln ist für einige Beteiligte die Antwort von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf einen offenen Brief, den 15 Bürgerinitiativen als „Bündnis Energiewende Mensch und Natur" an sie geschrieben haben. In dem dreiseitigen freundlichen Schreiben bekräftigt Dreyer, dass ihr die „ernsthafte und intensive Bürgerbeteiligung" ein „besonderes Anliegen" ist. Zudem äußert sie Verständnis dafür, dass die Mitglieder des Bündnisses enttäuscht darüber sind, „dass nicht alle vorgetragenen Einwendungen" in der Fortschreibung des LEP IV berücksichtigt wurden. Allerdings schreibt sie auch, dass sie der Auffassung ist, dass die „Belange des Natur-, Umwelt- und Artenschutzes in der Teilfortschreibung des LEP IV ausreichend berücksichtigt sind". Das sehen unter anderem Nabu, BUND und Gnor anders. Volker Boch

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