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    Badenhard

    Sickergruben in Badenhard werden nicht mehr benötigt – Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet wird Thema

    Ein rund 400.000 Euro schweres Bauvorhaben der Verbandsgemeinde Emmelshausen ist vollendet: Das Wochenendhausgebiet Badenhard ist an das öffentliche Kanalsystem angeschlossen. Was auf dem Papier wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten anmutet, war in Badenhard jüngst noch Realität: Bis vor Kurzem wurde das Abwasser der rund 18 Häuser noch dezentral in Sickergruben gesammelt.

    Mitten im Wald stehen die Wochenendhäuser, die endlich an die Kanalisation angeschlossen worden sind. Die Grasnarbe wurde verletzt, um den Hausanschluss herzustellen.
    Mitten im Wald stehen die Wochenendhäuser, die endlich an die Kanalisation angeschlossen worden sind. Die Grasnarbe wurde verletzt, um den Hausanschluss herzustellen.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Da einzelne Gruben in der Vergangenheit undicht waren, war dieses Entsorgungskonzept aber nicht länger tragbar. Nun fließt das Abwasser direkt zur Kläranlage Badenhard/Birkheim. 140.000 Euro, also gut 36 Prozent der Gesamtkosten, mussten die Grundstücksbesitzer selbst schultern.

    Problematisch gestaltete sich vor allem, die zwölf Häuser talseitig des Heckenwegs anzubinden. Denn durch das steil abfallende Gelände liegen diese erheblich tiefer als das Wegeniveau. Generell bot sich den Planern ein schwieriges Baufeld, die Rohre mussten auf einer Strecke von einem halben Kilometer teilweise durch den angrenzenden Wald verlegt werden.

    Mit der Anbindung ist nun das letzte Gebiet ohne eigenes Kanalsystem in der VG Emmelshausen Geschichte. Lediglich einzelne Häuser in der Verbandsgemeinde, für die sich ein Anschluss wirtschaftlich nicht rechnen würde, sind nicht an das öffentliche Schmutzwasserentsorgungsnetz angeschlossen.

    Dauerwohnen wird seit Jahren geduldet

    Ein großes Fragezeichen bleibt für die Einwohner des Wochenendhausgebietes aber vorerst bestehen: Die Verbandsgemeinde versucht, das Gebiet neu zu ordnen. „Uns lagen immer wieder Anträge für Neubauten vor, teils für ganz normale Wohnhäuser“, sagt Jürgen Schneider, der den für Bauprojekte zuständigen Fachbereich bei der Verbandsgemeinde Emmelshausen leitet. Diese Anträge wurden immer wieder geschoben, weil die Grundstücke wirtschaftlich nicht zu erschließen waren. Jetzt, mit Anschluss an das Kanalsystem, will die Kommune auch einen Bebauungsplan aufstellen, damit geregelt ist, was künftig gebaut werden darf und was nicht. Ein wesentlicher Punkt dabei ist: Die Wochenendhausgebiet soll auch künftig ein Wochenendhausgebiet bleiben. „Es dient zu Zwecken der Erholung, ausschließlich dem Freizeitwohnen“, heißt es in der Begründung zum Bebauungsplan, der noch in die Offenlage geht. Zulässig ist demnach auch nur eine bebaubare Grundfläche von maximal 80 Quadratmetern je Wochenendhaus und eine maximal eingeschossige Bauweise.

    .Nun fließt das Abwasser direkt zur Kläranlage Badenhard/Birkheim.
    .Nun fließt das Abwasser direkt zur Kläranlage Badenhard/Birkheim.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Würde das Gebiet zum Wohngebiet umgewidmet, so müssten unter anderem die derzeit als Zufahrt genutzten geschotterten Wirtschaftswege neu angelegt werden. Das Gebiet wird nach Angaben des Bauamtsleiters von rund 15 Menschen auf sechs Grundstücken als Dauerwohnsitz genutzt, was dem eigentlichen Zweck als Wochenendhausgebiet widerspricht. „Da ist über die Jahre ein rechtsfreier Raum entstanden“, sagt Schneider.

    Die Verwaltung will eine verträgliche Lösung

    Dennoch versucht Schneider, die Anwohner zu beruhigen: „Wir versuchen, eine verträgliche Lösung zu finden“, bekräftigt er. Rechtlich sei das zwar nicht einfach: „Es ist von der Verwaltung aber nicht beabsichtigt, irgendetwas zu untersagen.“ Ob bereits eine Lösung gefunden wurde? „Das wird sich zeigen, wenn man mit der Kreisverwaltung zusammengesessen hat“, sagt Stefan Assies, bei der Verbandsgemeindeverwaltung zuständig für die Bauleitplanung.

    Festzustellen sei, dass im Wochenendhausgebiet ein überwiegendes Dauerwohnen im Bestand nicht vorhanden ist, heißt es in der Begründung zum Bebauungsplan. Da im gesamten Plangebiet 18 bebaute Grundstücke vorhanden sind, entspreche dies einem Anteil von etwa 33 Prozent. Eine überwiegende Dauernutzung sei aber erst ab 50 Prozent gegeben.

    Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

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