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Simmern

Rhein-Mosel-Werkstatt investiert in Simmern

Die gemeinnützige Rhein-Mosel-Werkstatt (RMW) GmbH investiert am Standort Simmern rund 6 Millionen Euro in einen Neubau von Produktionsstätten und Sozialräumen. Im Boorstück, am ehemaligen Autohaus Steffen, rollen derzeit die Baumaschinen.

Das ehemalige Autohaus im Simmerner Boorstück ist bereits abgerissen, im Januar soll der Bau von zwei neuen Hallen losgehen.
Das ehemalige Autohaus im Simmerner Boorstück ist bereits abgerissen, im Januar soll der Bau von zwei neuen Hallen losgehen.
Foto: Werner Dupuis

Das Gebäude des Autohauses ist mittlerweile abgerissen. Zwei Arbeitsgruppen mit 23 Mitarbeitern wurden deshalb nach Ohlweiler in das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) ausgelagert (wir berichteten). „Für diese Möglichkeit sind wir der Verbandsgemeinde Simmern sehr dankbar, sie ist uns sehr entgegengekommen“, sagt RMW-Geschäftsführer Thomas Hoffmann. 42 Menschen mit Behinderungen arbeiten derzeit noch vor Ort in Simmern. Dort liegt der Schwerpunkt auf psychisch beeinträchtigte Menschen, die in der Werkstatt arbeiten oder in der Tagespflege betreut werden. Letztere ist während der Bauphase nach Kastellaun verlagert worden.

In Ohlweiler wird zusätzlich Deutschunterricht für Migranten und wöchentlich zwei Stunden Kunstunterricht durch externe Dozenten angeboten sowie Einzelunterricht im Lesen, Rechnen und Schreiben. Für EDV-Schulungen und Einsätze auf Außenarbeitsplätzen werden Mitarbeiter durch zusätzliche Fahrdienste nach Simmern befördert.

Die Gebäude selbst gehörten einst der Post und wurden von der Rhein-Mosel-Werkstatt erwoben. Eine Zeit lang bestand noch ein Mietverhältnis mit dem genannten Autohaus. Dieses wurde mittlerweile abgerissen. An gleicher Stelle entstehen jetzt zwei neue Gebäude. Eine Halle wird als Produktionsstätte – sprich Werkstatt – genutzt, die andere Halle ist für Betreuung, Sozialräume, Versorgung, Bildung und die Verwaltung vorgesehen. Darin wird auch die Tagesstätte untergebracht sein, in der Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zurück zu einem strukturierten Tagesablauf hingeführt werden sollen, wie der RMW-Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert.

In der Werkstatt selbst werden in erster Linie Arbeiten aus dem Metallbereich verrichtet. „Das Spektrum reicht von der Montage bis hin zur Verpackung für große Unternehmen hauptsächlich aus der Region“, sagt Hoffmann und zählt dabei unter anderem renommierte Firmen wie die Bomag und den Fertighausbauhersteller DFH auf.

Mittlerweile zählt man bei vielen Unternehmen zum sogenannten A-Lieferanten. „Das ist der Verdienst unserer Mitarbeiter und darauf können sie auch stolz sein.“

„Das alte Gebäude war als Autohaus konzipiert und dadurch natürlich nicht ideal für uns“, erklärt der RMW-Geschäftsführer. „Das war von Anfang an ein Provisorium, in das wir viel Geld gesteckt haben, aber mit dem wir unseren Beschäftigten kein wirklich adäquates Angebot machen konnten. Es war nicht für unsere Bedürfnisse konzipiert.“

Das soll nun anders werden. Schließlich ging dem derzeitigen Bauvorhaben eine zehnjährige Planungsphase voraus. Die Hallen und Einrichtungen sollen natürlich den Bedürfnissen der RMW-Mitarbeiter entsprechend gestaltet und ausgebaut werden.

Nach dem Abriss des Autohauses soll im Januar mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Die Baubranche boomt, das haben wir zu spüren bekommen“, erklärt der Geschäftsführer. „Die Fertigbetonbauteile müssen erst noch hergestellt werden. Unser ehrgeiziges Ziel ist dennoch, dass wir im Frühjahr 2019 einziehen können.“

Unterstützt wird das Bauvorhaben vom Land Rheinland-Pfalz. „Die Werkstatt soll für unsere Mitarbeiter mit psychischen Beeinträchtigungen keine Endstation, sondern der Anfang zurück in ein normales Leben mit Strukturen sein“, betont Thomas Hoffmann. Man will den Mitarbeitern zu einem, möglichst selbstständigen Leben verhelfen. „Wir versuchen, die Leute natürlich so einzuteilen, wie es ihren Fähigkeiten und ihrem Leistungsvermögen entspricht.“

Neben den rund 65 Beschäftigten mit psychischen Beeinträchtigungen und den zwölf Plätzen in der Tagespflege arbeiten in der Betriebsstätte in Simmern 16 Mitarbeiter. Die Rhein-Mosel-Werkstätten verfolgen einen gesetzlichen Auftrag und werden dafür von diversen Kostenträgern finanziert. „Wir sind das Personal, die Behinderten sind unsere Mitarbeiter“, unterstreicht der Geschäftsführer. „Viele von ihnen können nicht an einem normalen Erwerbsleben teilhaben. Unser Ziel ist es, sie dort wieder einzugliedern. Dazu verfügen wir über einen Bauchladen an unterschiedlichen Beschäftigungen – von einfachsten Tätigkeiten bis hin zu komplizierteren Arbeiten. Dazu bieten wir eine kontinuierliche Betreuung und individuelle Angebote an. Dabei geht es nicht nur um die Arbeit, sondern wir versuchen, den Menschen in seiner Gesamtheit zu fördern. Das kann auch über Praktika in Betrieben unserer Region ablaufen.“

Von unserem Redakteur Markus Lorenz

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