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    Mittelrhein: Bahnlärmgegner starten Online-Petition für Alternativtrasse

    Die Initiatoren sind überzeugt, dass die Menschen im Mittelrheintal jetzt entschieden für den Bau des Westerwald-Taunus-Tunnels kämpfen müssen, wenn sie den Lärm durch Güterzüge in Zukunft endgültig verbannen wollen: Mit einer in wenigen Wochen startenden Online-Petition.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Die Forderung an Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) lautet: Der Lärm durch Güterzüge soll aus dem Mittelrheintal verschwinden. Foto: Andreas Jöckel
    Die Forderung an Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) lautet: Der Lärm durch Güterzüge soll aus dem Mittelrheintal verschwinden.
    Foto: Andreas Jöckel

    Mit einer in wenigen Wochen startenden Online-Petition an den Deutschen Bundestag sowie einer ergänzenden Unterschriftenaktion macht die Bürgerinitiative (BI) im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn um ihren Vorsitzenden Willi Pusch gemeinsam mit der SPD Rhein-Lahn gegen den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bis 2030 von Minister Alexander Dobrindt (CSU) mobil.

    Bislang sieht der Entwurf die für die Verbesserung der Lebensqualität und des Tourismus im Rheintal dringend erforderliche Alternativtrasse für den Güterverkehr lediglich als Projekt des potenziellen Bedarfs vor. Um aber weitere Untersuchungen oder gar Planungen auf den Weg zu bringen, ist die Forderung an den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung klar: "Wir werden uns den Unsinn des Bundesministers im Rheintal nicht gefallen lassen! Die Alternativtrasse muss in den sogenannten vordringlichen Bedarf aufgenommen werden", sagt Pusch. SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland stimmt zu und ergänzt: "Der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans 2030 ist für den gesamten Mittelrheinkorridor von Troisdorf bis Mainz-Bischofsheim ein Schlag ins Gesicht der dort lebenden Bürger."

    Lange schon weisen die Menschen unter anderem organisiert über die BI von Willi Pusch gemeinsam mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen parteiübergreifend mit immer wieder neuen Aktionen auf die Dringlichkeit einer Alternativtrasse zum Mittelrheintal hin. Das Land Rheinland-Pfalz mit Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) und Nachbarländer haben nach Ansicht von Weiland in den zurückliegenden Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und alles ihnen Mögliche beispielsweise über den Bundesrat getan, um mit der Planung einer neuen Bahntrasse voranzukommen. Mit Blick auf den neuen Bundesverkehrswegeplan hatte die Landesregierung die Alternativtrasse angemeldet. Eine Priorisierung sämtlicher durch das Land angemeldeter Projekte sei vom Bundesverkehrsministerium ausdrücklich nicht erwünscht gewesen.

    Lärm schränkt Lebensqualität ein und bremst Tourismus aus

    Die tangierte Region ist größtenteils strukturschwach wie das Welterbe Oberes Mittelrheintal, zählt aber zu einer der bedeutendsten Landschaften Deutschlands. "Der unerträgliche Bahnlärm im Rheintal bremst jedoch die touristische und wirtschaftliche Entwicklung und beschränkt darüber hinaus massiv die Lebensqualität der dort lebenden Menschen", sagt Willi Pusch und führt fort, dass 600 Züge die Bewohner im Rheintal jeden Tag mit bis zu 110 Dezibel belasten - nebst starken Erschütterungen auch in der Nacht. Die bisherigen Lärmminderungsprogramme reichten bei Weitem nicht aus. Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels werde der Güterverkehr nicht nur massiv zunehmen, sondern er wird das Aussterben des Mittelrheintals durch Lärm und Verkehr und die damit verbundene Erkrankung oder den Wegzug von Menschen enorm beschleunigen.

    BI: Partei- und länderübergreifend zusammenstehen

    Mit der Online-Petition sollen die Menschen im Rheintal nun eindeutig zeigen, dass sie sich diese Entwicklung nicht gefallen lassen und den Entwurf des Bundesverkehrsministers ablehnen. Die Forderung ist klar: Die Bundesregierung soll die konkrete Planung einer Alternativtrasse endlich ernst nehmen und das Projekt bis zur Endfassung noch in den vordringlichen Bedarf aufnehmen, um eine Chance für ein Weiterkommen bis 2030 zu haben. Die BI hofft, dass die Menschen hierbei partei- und länderübergreifend zusammenstehen. Darüber hinaus hofft Pusch auf Unterstützung von Bundestagsabgeordneten aller politischen Couleur. Die Petition im Netz ist beantragt und kann in etwa drei Wochen im Internet aufgerufen werden. Die genaue Adresse wird dann bekannt gegeben.

    Bauzeit wird auf 12 bis 15 Jahre geschätzt

    Entwickelt wurde die Idee zum Westerwald-Taunus-Tunnel von Bauingenieur Rolf Niemeyer. Die Arbeiten für die 118 Kilometer lange Strecke dürften etwa 12 bis 15 Jahre dauern. Die Kosten werden derzeit auf zwischen 5 bis 7 Milliarden Euro geschätzt.

    Unterschriftensammlung auch auf Papier

    Wollen gemeinsam mit den Bürgern für die Alternativtrasse kämpfen (von rechts): SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland, BI-Vorsitzender Willi Pusch und BI-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Schneider.
    Wollen gemeinsam mit den Bürgern für die Alternativtrasse kämpfen (von rechts): SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland, BI-Vorsitzender Willi Pusch und BI-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Schneider.

    Für alle, die sich noch nicht im Internet bewegen, organisiert die BI auch den Versand von Unterschriftslisten an Gemeinden und Städte im betroffenen Bereich, um die gesammelten Unterstützerunterschriften ebenfalls an den Deutschen Bundestag zu senden. Hotel- und Gewerbebetriebe sowie private Unterstützer können sich auch an der Unterschriftensammlung beteiligen: Auf der Internetseite www.bahnlaerm-mittelrhein.de ist die Unterschriftenliste auch als Download verfügbar. Ausgefüllte Listen bitte an Willi Pusch, Rheinuferstraße 44, 56341 Kamp-Bornhofen, zurücksenden.

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