40.000
Aus unserem Archiv
Rhein-Hunsrück

Die Fußball-WM wird im Kreis bunt gefeiert

Volker Boch

Die Fußball-Weltmeisterschaft kann starten! Donnerstagabend geht es mit dem Spiel Russland gegen Saudi-Arabien im Luschniki-Stadion in Moskau los. 80.000 Fans vor Ort fiebern der Eröffnungsfeier mit Pop-Ikone Robbie Williams und dem kompakten brasilianischen Strafraumwunder Ronaldo entgegen.

Auf der Kastellauner Burg dürften sich wie 2014 wieder viele Fans einfinden, wenn sich die deutsche Mannschaft in Russland anschickt, ihren Titel zu verteidigen.
Auf der Kastellauner Burg dürften sich wie 2014 wieder viele Fans einfinden, wenn sich die deutsche Mannschaft in Russland anschickt, ihren Titel zu verteidigen.
Foto: Werner Dupuis

Die Feier ab 16.30 Uhr und das Spiel ab 17 Uhr erwarten aber nicht nur die Fußballfreunde vor Ort mit Spannung, sondern auch viele Rhein-Hunsrücker – und diese sind kaum weniger international als die Turnierbesetzung.

Pünktlich zur Weltmeisterschaft hat das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz eine Mitteilung herausgegeben, wie WM-fit unser Bundesland ist. Demnach leben unter den 459.425 Einwohnern mit ausländischem Pass 121.670 Personen mit dem Ausweis eines der 31 weiteren WM-Teilnehmerstaaten neben Deutschland in Rheinland-Pfalz. Die Daten sind zum WM-Start minimal unscharf, da sie auf den Stichtag 31. Dezember 2017 zurückgehen, aber das macht letztlich keinen großen Unterschied.

Laut Landesamt stellen die polnischen Fans die größte Gruppe – neben den Anhängern des 32. Teilnehmerlandes Deutschland, welches nicht nur aufgrund seines Status als Titelverteidigers die meisten Anhänger hat. 43.635 Polen fiebern demnach in Rheinland-Pfalz den Spielen von Lewandowski & Co. entgegen.

Etwas dürftiger fallen die Jubelschreie unterdessen vermutlich nicht nur aus sportlichen Gründen für Panama aus: 15 Personen umfasst diese Gruppe im Land. Wie laut es für Saudi-Arabien heute Abend werden dürfte, ist ebenso schwer einzuschätzen: Denn 85 Personen mit saudi-arabischem Pass in Rheinland-Pfalz steht die Phalanx von 10.270 Einwohnern mit russischem Ausweis gegenüber. Da dürften die Dezibelquoten entsprechend ausfallen.

Das Ausländerzentralregister gibt auch einen tieferen Einblick, wie viele Fans der einzelnen Teilnehmerstaaten im Rhein-Hunsrück-Kreis leben. Und hier fällt die Statistik fast genauso „bunt“ aus wie beim Blick aufs Land. Während alle Turnierstaaten in Rheinland-Pfalz mit ihren Repräsentanten vertreten sind, fehlen im Kreis nur einige wenige. Sechs Nationen finden hier derzeit zumindest, was den Pass angeht, keine Anhängerschaft. Aber es ist ja gut möglich, dass wieder irgendeiner dieser famosen Kicker wie einst der Eckfahnen-betanzende Kameruner Roger Milla überraschend in die Herzen der hiesigen Fans dribbelt.

Schon mal das „Huh!“ üben

Unterstützung können in dieser Hinsicht die Teams von Costa Rica, Panama, Uruguay, Saudi-Arabien, Senegal und Island gebrauchen, die nicht durch Einwohner im Rhein-Hunsrück-Kreis vertreten sind. Bei Letzteren darf der gemeine Rhein-Hunsrücker schon mal vor dem Spiegel den seit der EM legendären Wikinger-Schlachtruf „Huh!“ einstudieren.

Insgesamt 8375 Ausländer lebten Ende vergangenen Jahres im Kreis, darunter waren 2310 mit „WM-Pass“. Mehr als ein Drittel davon sind Polen (835 Personen), gefolgt von Einwohnern mit russischem Pass (320), Kroaten (245) und Serben (170). Gleichauf rangieren in der Folge Briten und Spanier (je 130), wobei das Vereinigte Königreich ganz entgegen der bitteren Feindschaften im Fußball hier leider zusammengefasst betrachtet werden muss. Dazu bemerkt das Statistische Landesamt: „Da es keine englische Staatsbürgerschaft gibt, werden ersatzweise alle Briten gezählt. Die Schotten, Waliser und Nordiren mögen das verzeihen.“

Weiter drücken 95 Portugiesen und 90 Franzosen im Kreis ihren Teams die Daumen, dazu kommen je 40 Ägypter und Iraner, gleichauf folgen Belgien, Brasilien und die Schweiz mit 30 Personen vor Marokko und Dänemark und Nigeria (je 15). Jeweils zehn potenzielle Fans sind es bei Schweden und Tunesien – und dem deutschen Auftaktgegner vom Sonntag, Mexiko.

Keine Rudelbildung zu erwarten

Auf den kleinsten Wert kommen die Anhänger verschiedener Länder, bei denen es im Kreis wohl eher nicht zu Rudelbildungen unter den Fans kommen wird: Laut der auf Fünf gerundeten Statistik kommen im Kreis je fünf Einwohner aus Australien, Peru, Japan, Kolumbien, Koreanische Republik und: Argentinien. Wer weiß, vielleicht bleibt bei den Letztgenannten nach dem Finale nicht nur zahlenmäßig der große Jubel aus, falls es zur Neuauflage des Endspiels von 2014 gegen Deutschland käme. Schwarz-Rot-Gold hat im Kreis auf jeden Fall die meisten Fans hinter sich.

Von unserem Chefreporter Volker Boch

Boppard Simmern
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

Regionalwetter
Mittwoch

15°C - 24°C
Donnerstag

15°C - 27°C
Freitag

13°C - 24°C
Samstag

14°C - 24°C
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach