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Boppard: Ärger über geschlossene Schulturnhalle

Seit Sommer 2015 ist die Sporthalle der Michael-Thonet-Grundschule "Auf der Zeil" wegen baulicher Mängel gesperrt, eine Lösung noch nicht in Sicht. Leidtragende sind die Schüler der Grundschule, die nicht nach Lehrplan im Fach Sport unterrichtet werden können. Daneben ist der Vereinssport stark beeinträchtigt.

Wegen statischer und bautechnischer Probleme ist die Sporthalle der Grundschule Boppard seit Sommer 2015 geschlossen.
Wegen statischer und bautechnischer Probleme ist die Sporthalle der Grundschule Boppard seit Sommer 2015 geschlossen.
Foto: Suzanne Breitbach

Von unserer Reporterin Suzanne Breitbach

Die Abteilung Tischtennis der TG Boppard beklagt Mitgliederschwund wegen mangelhafter Trainingsmöglichkeiten. So ähnlich ergeht es vielen Sportgruppen, die bislang die Halle nutzten.

Die Sporthalle (Baujahr 1967) wurde im April vergangenen Jahres wegen einer einsturzgefährdeten Halleninnendecke gesperrt. Weiterhin hat ein Statiker festgestellt, dass die Halle nicht mehr standsicher ist. Im Sommer 2015 wurde die Halle für jegliche Nutzung geschlossen. "Wir wissen wie wichtig die Halle für Schule und Vereine ist", haben sich Stadtrats- und Ausschussmitglieder anfangs geäußert. Seitdem sind knapp zehn Monate vergangen.

Sanierung oder Neubau?

"Die Halle wird dauerhaft benötigt. Derzeit sind wir in der Klärungsphase, ob eine Sanierung möglich ist oder ein Neubau notwendig wird. Es spricht vieles für einen Neubau, dessen Kosten sich im siebenstelligen Bereich bewegen könnten. Logistisch werden die Arbeiten, egal ob Sanierung oder Neubau, an der Sporthalle schwierig. Enge Bebauung und viel Betrieb an den benachbarten Schulen erschweren die Bausituation. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, zumal die Finanzierung der Sportstätte noch nicht geklärt ist. Die Stadtverwaltung ist bemüht, eine baldige Lösung zu finden", sagt Bürgermeister Walter Bersch.

Die derzeitige Situation an der Michael-Thonet-Grundschule sieht wie folgt aus: Die Kinder weichen mit ihren Lehrern in die Gymnastikhalle am Schulgebäude aus. Hier sind die Fenster und die Beleuchtung nicht für Ballspiele geeignet. Große Geräte wie Barren oder Klettergerüste können gar nicht benutzt werden. "Viele Sportelelemente, die laut Lehrplan unterrichtet werden müssen, sind überhaupt nicht einübbar. Schwimmen entfällt seit der Schließung des Hallenbades seit Ewigkeiten. Der Sportbetrieb ist sehr reduziert, was nicht zufriedenstellend ist. Wir erwarten seitens der Politik, dass sich hier schnell eine Lösung auftut", sagt Schulleiterin Maria Bersch.

Tischtennisspieler verzeichnen Mitgliederschwund

Ähnlich argumentiert Gotthard Spitzley von der TG Boppard Abteilung Tischtennis. "Die Stadt ist stolz auf ein florierendes Vereinsleben. Unser Betrieb ist seit der Schließung der Halle sehr eingeschränkt. 75 Prozent unserer Trainingsmöglichkeiten sind verloren gegangen." Die erste Jugendmannschaft hat in der Rheinlandliga gespielt. "Aufgrund von mangelnden Trainingsmöglichkeiten haben wir in der Hinrunde Platz 4 erreicht, in der Rückrunde ist die Mannschaft auf dem letzten Platz gelandet." Regelmäßiges Training ist nicht möglich, ebenso bei den Erwachsenenmannschaften.

Einmal wöchentlich steht dem Tischtennissport in Boppard ein Drittel der Großsporthalle zur Verfügung. "Für uns ist nicht nur das Training eingeschränkt, früher waren auch Spiele bei Ausfällen besser besetzbar und Spieltermine besser vorzubereiten. Mit den großen Tischtennisplatten kann ein Verein nicht wandern, er braucht eine feste Bleibe", macht Spitzley deutlich. Bereits jetzt ist eine Lücke im Jugendbereich entstanden. Aufgrund des unregelmäßigen Trainings gebe es deutlich weniger Grundschüler, die sich für diesen Sport begeistern lassen. Außerdem sei eine Abwanderung von Spielern zu anderen Tischtennisvereine zu verzeichnen. Somit sinken die Mitgliederzahlen.

Rheinwerkstatt sucht neues Quartier für Fußballer

Weitere Hallennutzer in den Abendstunden waren bislang die Tanzgruppen der Bopparder Karnevalsvereine, die sich auf die nächste Session vorbereiten. Daneben hat sich der Karateverein Boppard nach der Schließung der Sporthalle eine neue Bleibe suchen müssen. Genauso erging es dem Jugendfußball, der über im Winter ein warmes Quartier suchte, da der Fußballplatz dann oft nicht bespielbar ist.

Auch die Rheinwerkstatt der Stiftung Bethesda-St. Martin kann ihr Fußballangebot am Freitagnachmittag nicht mehr anbieten. Eine Alternative ist bislang noch nicht gefunden. So bleibt die Teilhabe am Gemeinschaftsleben ein Stück weit auf der Strecke. "Es ist für uns ein Verlust. Das Angebot wurde gern von unseren Gruppen angenommen. Wir suchen ein Ersatzquartier", sagt Agnes Sauer, pädagogische Werkstattleitung.

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