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Koblenz/Boppard

Bomag: Drei Ex-Mitarbeiter angeklagt

Schwere Vorwürfe gegen drei ehemalige Führungskräfte der Bomag beschäftigen das Amtsgericht Koblenz. Die Männer, die allesamt im Rhein-Hunsrück-Kreis aufgewachsen sind, stehen im Verdacht, das Unternehmen mit Sitz in Boppard um mehr als 100.000 Euro betrogen zu haben.

Die Angeklagten sollen zwischen Januar und November 2003 wie folgt vorgegangen sein: Offiziell bestellten sie im Namen der Bomag bei einem hessischen Werkzeughändler unter anderem Paletten, Zurrgurte, Kunststoffplatten und Gitterboxen. Die Rechnungen wurden schließlich von der Bomag beglichen. In Wahrheit jedoch bezahlte die Bopparder Firma nicht für die besagten Arbeitsmaterialien, sondern für diverse Luxusartikel: vom Quad über Kaffeeautomaten bis zum Rasenmäher, vom Handy über Schreckschusspistolen bis zur Digitalkamera. Diese Waren sollen die drei Angeklagten im Alter von 51 bis 65 sich über den hessischen Werkzeughändler bestellt haben.

Drei Mitarbeiter des Werkzeughändlers zeichneten die Rechnungen ab, gaben sie frei und übertrugen sie in das Buchhaltungssystem ihrer eigenen Firma. Durch fingierte Rechnungen wurden die für die Konsumgüter berechneten Beträge bei der Bomag als obligatorische Warenlieferungen berechnet und beglichen. Doch eines Tages flog der Schwindel auf. Zwei Mitarbeiter des Werkzeughändlers wurden im Juni 2010 wegen Urkundenfälschung und Betrug zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der dritte sitzt derweil eine langjährige Haftstrafe ab. Als Außendienstmitarbeiter nahm er die dubiosen Bestellungen entgegen und beschaffte den damaligen Bomag-Mitarbeitern die gewünschten Konsumgüter. Als Zeuge belastete er gestern einen der Angeklagten schwer: Er gab an, dem ehemalige Bomag-Versandleiter einen Kleinwagen, ein Quad, einen Anhänger und weitere Sachen im Wert von mehreren Tausend Euro besorgt zu haben. Der Angeklagte räumte ein, das Quad, einen Trockner und einen Rasenmäher auf unerlaubtem Wege bestellt und erhalten zu haben – von einem Auto wollte er nichts wissen.

Auch sein ehemaliger Kollege, der frühere Leiter der Bomag-Versuchsabteilung, gab zu, heimlich ein Quad, drei Schreckschusspistolen, einen Laserdrucker und einen Receiver über seinen eigenen Arbeitgeber abgerechnet zu haben. Auch der einstige Leiter des Bomag-Wareneingangs musste gestern auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Rentner aus der Verbandsgemeinde Emmelshausen soll sich seinerzeit drei Digitalkameras angeeignet haben. Als die zuvor genannten Vorwürfe damals bekannt wurden, hat die Bomag ihre drei Abteilungsleiter fristlos entlassen – Schadensersatzforderungen sind bereits gestellt. Der Prozess wird am 6. März fortgesetzt. eck

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