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Schnee erwischt Rhein-Lahn-Kreis noch mal eiskalt: Großeinsatz für Straßenmeistereien und Co.

Schnee und eisige Fahrbahnen haben auch im Rhein-Lahn-Kreis am Donnerstagmorgen für Behinderungen gesorgt. Die Polizei hatte gut zu tun, die Straßenmeistereien waren im Großeinsatz, für Auto-, Lkw- und Busfahrer wurde die winterliche Witterung zur Herausforderung.

Autofahrer mussten sich auf Vormittag auf Schlitterpartien einstellen. Überall im Kreis waren die Straßen glatt.
Autofahrer mussten sich auf Vormittag auf Schlitterpartien einstellen. Überall im Kreis waren die Straßen glatt.
Foto: Dagmar Schweickert

Wie die Polizeiinspektion Diez gegenüber unserer Zeitung mitteilte, haben sich aufgrund des starken Schneefalls schon am frühen Vormittag mehrere Unfälle ereignet. Sowohl in Burgschwalbach und Aull als auch zwischen Birlenbach und Diez kam es aufgrund der Wetterverhältnisse zu Blechschäden. Verletzt wurde niemand. Mehrmals waren Fahrzeuge in den Graben gerutscht und mussten geborgen werden. An einem Unfall war ein Lkw beteiligt, der von der Fahrbahn abgekommen war.

In den frühen Morgenstunden staute sich der Verkehr um Lahnstein, und Lkws fuhren sich in den Schneemassen fest, berichtet die Polizei Lahnstein. Bis auf zwei Auffahrunfälle auf der Kölner Straße in Lahnstein und der Bad Emser Landstraße, die auf die glatten Fahrbahnen zurückzuführen sind, kam es aber zu keine Vorfällen. Verletzte gab es demzufolge keine. Die Polizei in Bad Ems berichtet, dass es trotz Schneefalls zu keinerlei Unfällen gekommen ist. Lediglich ein Sattelzug hatte sich auf der B 260 Richtung Singhofen kurzzeitig festgefahren.

Winterkängurus: Auf dem Gelände der Mühle von Biga Kruse in Klingelbach tummelten sich die „jungen Hüpfer“ im Schnee. Foto: privat
Winterkängurus: Auf dem Gelände der Mühle von Biga Kruse in Klingelbach tummelten sich die „jungen Hüpfer“ im Schnee.
Foto: privat

Die Straßenmeisterei in Diez hat aufgrund des bevorstehenden Wintereinbruchs die Arbeit um 3 Uhr morgens begonnen. Zunächst wurden die Straßen vorsorglich gestreut, bis etwa um 7 Uhr der Schneefall einsetzte, berichtet Kolonnenführer Martin Jäger. „Das war das übliche Chaos an einem solchen Tag“, sagt Jäger im Gespräch mit unserer Zeitung und fügt hinzu, dass es zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen ist. „Der Berufsverkehr ist gut durchgekommen. Nur ein paar Lkws in Katzenelnbogen und Holzappel sind stehen geblieben.“ In zwei Schichten waren insgesamt acht Räumfahrzeuge mit jeweils einem Mitarbeiter unterwegs.

Von dem ein oder anderen quer stehenden Fahrzeug berichtet die Straßenmeisterei Bogel. An einigen Stellen hätten Autofahrer in den Morgenstunden nur wenig gegen den Schnee ausrichten können. „Der Schneefall war schon heftig“, sagt Kolonnenführer Martin Hanewald. „Wir waren natürlich vorbereitet und schon um 3 Uhr unterwegs. Aber bei den Massen konnten wir die Fahrbahnen zunächst nur einigermaßen befahrbar halten. Aber nach und nach haben wir das in den Griff bekommen.“
Ähnliches berichtet auch die Straßenmeisterei in Bad Ems. Seit 3 Uhr waren neun Fahrzeuge mit 18 Mitarbeitern in Wechselschichten im Einsatz. Bis auf eine Ampel an einer Baustelle, die abgeschaltet werden musste, weil sich der Verkehr sonst nur noch mehr gestaut hätte, verlief der erneute Wintereinbruch ruhig, heißt es.

Probleme gab es beim Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Rhein-Lahn. Von Restmüll bis Sperrmüll – einige Fraktionen konnte das Unternehmen nicht abholen, da die Straßen verschneit waren und dies eine Gefahr für die Mitarbeiter darstellt, erklärt Irma Tödheide, verantwortlich für die Dispo beim AWZ. „Das war heute schon heftig“, sagt sie. „Wir haben dann beschlossen, die Fahrzeuge zurückzurufen, da einige im Graben gelandet sind.“ Tödheide erklärt, dass es in der Vergangenheit schon häufig zu Vorfällen kam. Die Müllfahrzeuge seien bei den glatten Fahrbahnen sogar schon rückwärts die Hänge runtergerutscht. „Das kann man mit einem normalen Lkw nicht vergleichen“, macht Tödheide deutlich. „Unsere Fahrzeuge müssen in einer Straße 30 bis 40 Mal anfahren und anhalten. Das ist gefährlich.“ Die stehen gebliebenen Mülltonnen sollen heute und morgen abgeholt werden.

Vor allen bei Schulen in den Höhenlagen wurden viele Kinder vom Unterricht abgemeldet, weil sie aufgrund des Wetters die Schulen nicht erreichen konnten. Sowohl an der Realschule plus/FOS im Einrich als auch an der Grundschule im Einrich in Katzenelnbogen fehlten rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen – unter anderem, weil im Bereich Kördorf ein Bus „hängen geblieben“ ist. An dieser Stelle kommt es immer wieder zu Fahrtabbrüchen, da sich der Ort auf der Höhe befindet. Kurz nach Herold befindet sich außerdem eine Gefällestrecke nach Ergeshausen, die für Busse, falls sie ins Rutschen kämen, fatal wäre. Achim Scherer vom Busunternehmen Modigell und Scherer berichtete: „Die ersten Fahrten sind nach Plan gefahren.“ Die Fahrt zur Grundschule im Einrich habe er in Kördorf abgebrochen. Die Kinder aus Kördorf seien wieder heimgegangen, die Bremberger Kinder seien abgeholt worden, die Schüler aus Gutenacker habe er später auf deren Wunsch nach Gutenacker gebracht. „Ich hätte sie auch zur Schule gebracht, aber sie wollten heim“, so Scherer, der telefonisch mit vielen Eltern und der Grundschule in Kontakt war, „soweit das Netz mich verbunden hat“. Außerdem konnte er über die Mitarbeiterin der VG Katzenelnbogen, Gaby Gertner, Kontakt zum Landesbetrieb Mobilität herstellen, „sodass 30 Minuten später zwei Schneepflüge vor Ort in Kördorf waren“, lobte er. Sein Fazit: „Aus unserer Sicht ist das heute trotz zwei ausgefallener Fahrten sehr gut gelaufen. Gewundert habe ihn jedoch, „dass am Schulzentrum (das auf einer Anhöhe liegt, Anm. d. Red.) in Katzenelnbogen um 7 Uhr noch nix geräumt oder zumindest abgestreut war, obwohl die extreme Wetterlage frühzeitig in den Medien bekannt gegeben wurde“.

Sowohl am Goethe-Gymnasium Bad Ems als auch am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen konnten einige Busse von den umliegenden Höhengemeinden nicht oder nicht rechtzeitig fahren. Auch bei den Lehrern gab es einige Verspätungen, in fast allen Fällen aber konnte der Unterricht mit Vertretungslehrern trotzdem stattfinden. Grundschüler aus Becheln mussten gestern Morgen in privaten Fahrgemeinschaften zur Grundschule nach Dachsenhausen gebracht werden, weil der Schulbus nicht fahren konnte.

„Für die Wetterlage war alles okay“, urteilt Simone Hübel, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Nastätten. Viele der Grundschüler wohnen direkt in der Blaufärberstadt, andere waren teils von den Eltern zur Schule gebracht worden. Kinder, die wegen des Wetters fehlten, „waren relativ wenige“. Zwar waren zwei Buslinien nicht an der Schule angekommen, aber auch in der Mühlbachschule in Miehlen waren drei Viertel der Kinder anwesend, wie Schulleiterin Susanne Heck-Hofmann erklärt. Bei der IGS in Nastätten weiß man von einem stecken gebliebenen Schulbus zwischen Hunzel und Miehlen. Dieser musste seine Route ändern und Nastätten über die Bäderstraße anfahren.
Auch in Lahnstein kam es zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen, insbesondere im Berufsverkehr. Vereinzelt konnten Schulbusse nicht fahren; zu Unterrichtsausfällen ist es bei den in städtischer Trägerschaft stehenden Schulen aber nicht gekommen.

Von unseren Reportern

Diez
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