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    Koblenz

    Neuer Fahrplan soll Regionalzüge verbessern – Erste Kritik von Pendlern

    In knapp fünf Wochen werden die Züge nach dem neuen Winterfahrplan fahren. Gerade im Regionalverkehr wird sich einiges verändern. Erste Kritik ist von Pendlern im Rhein-Lahn-Kreis zu hören.

    Foto: Uli Pohl

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Thomas Geyer spricht vom stärksten Wandel seit 20 Jahren. Der Direktor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Rheinland-Pfalz Nord kündigt aber auch an, dass die Neuerungen eine Reihe von Vorteilen mit sich bringen werden. Der neue Rheinland-Pfalz-Takt 2015 soll Koblenz als Knotenpunkt für Regionalverbindungen weiter aufwerten. Das betrifft nicht nur den Hauptbahnhof, sondern auch die Bahnhöfe in Andernach und Mayen, vor allem aber den Haltepunkt Koblenz-Stadtmitte, dessen Kapazitäten ausgebaut werden sollen. Denn entgegen mancher pessimistischer Prognose hat sich der Haltepunkt bewährt. Gingen die Planer ursprünglich von 3500 zusteigenden Fahrgästen pro Tag aus, sind es heute wesentlich mehr. Aktuell sind es laut Stephan Pauly rund 4100 Personen. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel berichtete am Montagabend ebenso wie Thomas Geyer vor Mitgliedern des Arbeitskreises "Zukunft – regionale Entwicklung" der Initiative Region Mittelrhein. Hier arbeiten unter anderem Bürgermeister und Planer mit.

    Mit dem Winterfahrplan wird es zwei spektakuläre Veränderungen geben. Sie betreffen die Verbindungen von Limburg nach Mayen und von Koblenz bis Trier, Saarbrücken und Luxemburg. Gerade die Moselstrecke steht seit Monaten in der Kritik, weil die Deutsche Bahn AG zum Jahresende sämtliche Fernzüge von Koblenz nach Luxemburg streichen will. Dem kommunalen SPNV-Zweckverband Nord ist es jedoch gelungen, die drohende Lücke zu schließen. Ein "doppelter" Regionalexpress von DB Regio soll im Stundentakt eine Verbindung vom frühen Morgen bis zum späten Abend möglich gemacht werden. Wie Thomas Geyer ausführte, wird dies durch einen Trick erreicht: Zwei doppelstöckige Triebzüge werden aneinandergekoppelt und fahren bis Trier. Dort werden sie getrennt und rollen nach Luxemburg oder Saarbrücken weiter. Vorteil: Fahrgäste können ohne Umsteigen weiterfahren. Nachteil: Sie müssen vor dem Start genau darauf achten, wo sie einsteigen. Das wird aber nicht die einzige Neuerung auf der Moselstrecke sein. Auch Anschlüsse an den Fernverkehr sollen verbessert werden. Die Folge: Gewohnte Abfahrzeiten werden sich ändern.

    Die zweite große Veränderung wird vor allem die Bahnhöfe Andernach und Mayen attraktiver machen. Denn beide Stationen werden an die Direktverbindung nach Limburg angebunden. Möglich macht das ein Betreiberwechsel von Vectus auf DB Regio. Bei bestimmten Verbindungen muss zunächst aber noch immer in Koblenz umgestiegen werden. Mit der Neustrukturierung soll auch noch die Taktung zwischen Koblenz und Andernach auf einen 30-Minuten-Turnus verbessert werden. "Wir erreichen damit fast S-Bahn-Qualität", erklärte Pauly. Die beiden neuen Schnellverbindungen sind erst ein Anfang. Mit Blick auf 2016 sollen die Regionalverbindungen nach Frankfurt ausgebaut werden. Auch soll es einen Direktzug von Koblenz nach Kaiserslautern geben.

    Die Gründung der Zweckverbände Nord und Süd für den Schienenpersonennahverkehr in Rheinland-Pfalz 1996 war eine Folge der Regionalisierung des Nahverkehrs auf der Schiene. Die Zweckverbände haben kommunale Träger. Der Bund gewährt über das Land Zuschüsse. Die Leistungen werden ausgeschrieben, unterschiedliche Anbieter können zum Zuge kommen. Der Verband, der für die früheren Regierungsbezirke Koblenz und Trier zuständig ist, hat einen Jahresetat von rund 140 Millionen Euro. Jährlich werden 14,5 Millionen Zugkilometer bewältigt.

    Freiendiezer Pendler kritisiert Streichung von Verbindungen

    Wenig begeistert zeigt sich Rudolf Lotz, Bahnkunde aus Freiendiez, über den neuen Winterfahrplan. „Das ist für viele keine gute Nachricht“, meint er. Rudolf Lotz kritisiert vor allem, dass der Frühzug um 5.39 Uhr von Diez nach Limburg gestrichen wird. Der nächste Zug geht zwar um 6.09 Uhr, aber dann ist die Verbindung Richtung Frankfurt bereits weg. „Der Zug um 5.39 Uhr ist immer gut frequentiert gewesen. Rund 25 Leute sind immer mitgefahren, wobei allein in Diez etwa zehn Fahrgäste zugestiegen sind“, erklärt Rudolf Lotz. Wegen der Verschiebung auf den 6.09 Uhr-Zug ergeben sich in Frankfurt Verzögerungen von mindestens einer halben Stunde für Pendler. Wer die Frühverbindung von Limburg nach Frankfurt weiter nutzen will, für den bleibt laut Lotz nur die Autofahrt. „Hoffentlich hat die Park-and-ride-Anlage noch genügend Kapazitäten frei“, merkt er an. Entfallen soll mit dem neuen Fahrplan auch der 17.15 Uhr-Zug von Limburg nach Koblenz, der bisher laut Lotz häufig wegen Personalmangel ausgefallen sei.

    Diez
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