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Limburg

Modellbauer zeigen, was sie können: Anlagen mit viel Liebe zum Detail faszinieren

Vom Schrottplatz mit stark verrosteten Wagen über eine täuschend echte Häuserreihe aus einem Nachbarort bis zu einer Fischbauchbrücke im Eigenbau reichten die vielen Details, die bei der Modellbahnausstellung des Modelleisenbahnclubs (MEC) Limburg-Hadamar bestaunt werden konnten. Die Schau mit angeschlossener Börse rund um Loks, Gleise und Zubehör lockte zahlreiche Besucher in die Limburger Dessauer-Schule. Bewunderung lösten erneut die Gestaltungskünste des jungen MEC-Mitglieds Michael Pilone aus. In einem kleinen, aber außerordentlich feinen Diorama hat er den Bahnübergang in Holzheim gebaut, über den sich gerade eine „Limburger Zigarre“ (ein Akkutriebwagen der Baureihe ETA 176) seinen Weg durch das Aartal bahnt.

Großes Interesse gab es auch bei der Jugendanlage, wo Vereinsvorsitzender Achim Mannes (links) Fragen der Besucher beantwortete.
Großes Interesse gab es auch bei der Jugendanlage, wo Vereinsvorsitzender Achim Mannes (links) Fragen der Besucher beantwortete.
Foto: ag

Alle Häuser sind im Eigenbau entstanden, darunter auch das MEC-Clubheim in der Mühlstraße. Bewundernde Blicke zog auch Michael Pilones Guckkastenanlage mit einer Bahn in einem Industriegebiet auf sich. Der besondere Clou: an den Seiten hat Michael Pilone Spiegel eingesetzt, die die Szenerie für den Betrachter verlängern. Im Vordergrund rosten alte Schnauferl in der „Schrotthandlung Stumpfklopfer“ vor sich hin, im Hintergrund flackert es kräftig, wenn Schweißer bei der Arbeit sind. Verwitterte Industriegebäude sind auch in dieser Anlage selbst gestaltet worden. „Dafür habe ich drei Millimeter dickes Styropor genommen, das für die Trittschalldämmung verwendet wird“, erläutert Michael Pilone. Alte Märklin-Metallgleise wurden von dem Erbauer mit feinem Schotter optimiert.

Mitten in Limburg war ein Stück Holzheim zu bewundern. Vereinsmitglied Michael Pilone hat den Abschnitt am Bahnübergang originalgetreu im Eigenbau gestaltet und eine „Limburger Zigarre“ auf das Gleis der Aartalbahn gesetzt. Fotos: Andreas Galonska
Mitten in Limburg war ein Stück Holzheim zu bewundern. Vereinsmitglied Michael Pilone hat den Abschnitt am Bahnübergang originalgetreu im Eigenbau gestaltet und eine „Limburger Zigarre“ auf das Gleis der Aartalbahn gesetzt. Fotos: Andreas Galonska
Foto: ag

Ein Stück Eisenbahngeschichte präsentiert Karl-Heinz Schwarze, der den Bahnhof Driedorf an der früheren Strecke von Rennerod nach Herborn im Maßstab 1:87 erschaffen hat. Zu der Modulanlage gehört ein gutes Stück der Bahnstrecke, inklusive einer längst abgebauten Fischbauchbrücke. „Die Gestaltung der Anlage war ein großes Puzzlespiel“, betont Karl-Heinz Schwarze. Anhand von Fotos, alten Plänen und Recherchen vor Ort wurden das Empfangsgebäude mit Güterschuppen sowie weitere Gebäude und Gärten nachgebaut. Dazu gehört auch ein Erdbunker, in dem einst Petroleum gelagert wurde. „Ein Besucher erklärte beim Anblick des Erdbunkers, dass dort ein großer Baum fehlt, auf den er als Kind raufgeklettert ist“, merkt Karl-Heinz Schwarze an. Daraufhin wurde die Szene um einen passenden Modellbaum ergänzt. Mit detektivischem Fleiß hat Karl-Heinz Schwarze eine Brücke gestaltet, für die gerade Träger zu einer leichten Biegung umgebaut werden mussten, weil die Originalstrecke dort einst auch in einem sanften Bogen verlief.

Zu Gast in Limburg waren die Modellbahner aus Polch mit einer ansprechenden Modulanlage. „Wir tauschen uns gerne untereinander aus und besuchen uns gegenseitig bei Ausstellungen“, erklärt dazu Peter Brahm vom MEC. Der Verein hat eine Jugendabteilung, was klar gegen die These spricht, dass die Modellbahn ein Hobby für Männer über 50 ist. „Jugendliche ab etwa 14 Jahren machen bei uns mit“, hebt Peter Brahm hervor. Den Jüngeren fehlt meist noch das Geschick im Umgang mit dem rollenden Material und bei der Landschaftsgestaltung. Aber auch kleine Kinder werden inzwischen verstärkt von Modellbahnherstellern mit einfach gehaltenen Bahnen angesprochen, damit der Nachwuchs für das Hobby interessiert wird. Wenn dann noch eine gute Jugendarbeit hinzukommt, dann kann es auch in Zukunft wieder heißen: Bahn frei in allen Spurweiten.

Von unserem Redakteur Andreas Galonska

Ausstellung im Advent

Der MEC lädt zu seiner Adventsausstellung ins Clubheim in die Mühlstraße 1 nach Holzheim ein. Los geht es am Sonntag, 17. Dezember, um 10 Uhr.

Die Ausstellung ist dann bis 16 Uhr geöffnet.

Diez
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