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Katzenelnbogen

Kommunale Kooperation: Strom gewinnen aus Einricher Klärschlamm

Mirko Bader

Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen hat die Absicht, einer kommunalen Kooperation zur Klärschlammverbrennung beizutreten. Was passiert eigentlich mit dem Klärschlamm, der in der Kläranlage Dörsbachtal bei Ergeshausen entsteht? In der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung kam diese Frage auf den Tisch, denn die wirtschaftliche Entsorgung des Schlamms soll bald neu geregelt werden.

Die VG Katzenelnbogen will der Kommunalen Klärschlammverwertung Rheinland-Pfalz beitreten. Dann würden auch die im Dörsbachtal entstehenden Rückstände zur Stromgewinnung verwendet werden.  Foto: Mirko Bader
Die VG Katzenelnbogen will der Kommunalen Klärschlammverwertung Rheinland-Pfalz beitreten. Dann würden auch die im Dörsbachtal entstehenden Rückstände zur Stromgewinnung verwendet werden.
Foto: Mirko Bader

Nach Auskunft von Dirk Roßtäuscher, dem kaufmännischen Werkleiter der Verbandsgemeinde, wird rund ein Drittel des Klärschlamms verbrannt, der Rest wird der sogenannten Vererdung zugeführt. „Vererdung“ ist hierbei ein Überbegriff über verschiedene Methoden, um die Festkörper des Schlamms über eine Ausbringung in der Natur vom Wasser zu lösen.

So wird Klärschlamm beispielsweise beim Bau von Lärmschutzwällen oder beim Straßenbau eingesetzt, ökologisch in Schilf- oder Grasbeeten verwertet, aber teilweise auch in der Landwirtschaft verwendet. Eine Deponierung der Klärschlämme ist bereits seit 2005 nicht mehr zulässig. Der CDU-Fraktionssprecher und Landwirt Horst Klöppel hält Klärschlämme hingegen für belastet: „Sie sind in der Landwirtschaft nicht verwertbar.“ Das scheint aber in Rheinland-Pfalz durchaus noch gang und gäbe zu sein.

Eine Vererdung von Klärschlämmen wird allerdings auch überregional zunehmend skeptischer aufgenommen. Die Rahmenbedingungen für eine solche Nutzung ändern sich nach Aussage des Gemeinde- und Städtebunds Rheinland-Pfalz ständig, die Auflagen werden immer höher, die Einschränkungen größer, sodass die Verwertung der Schlämme mittelfristig komplett neu aufgestellt werden müsse.

In welcher Form der Klärschlamm aus dem Dörsbachtal genau vererdet wird, war nicht Thema der Verbandsgemeinderatssitzung. Wenn die Pläne der Verbandsgemeinde aufgehen, ist das ohnehin bald passé, denn sie will sich einer kommunalen Klärschlammkooperation anschließen: Diese will die Klärschlämme aller beteiligten Städte und Gemeinden zentral in einer Mono-Verbrennungsanlage verwerten, die von der Technischen Verwertung Mainz GmbH (TVM) auf dem Gelände des Zentralklärwerks Mainz errichtet und betrieben werden soll. Durch das moderne Verbrennungsverfahren entsteht laut Betreiber nicht nur Strom, es werden auch alle organischen Schadstoffe im Klärschlamm zerstört. Die Transportwege seien kurz, und man könne den wertvollen Rohstoff Phosphor aus der Asche gewinnen – heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen hat nun den Grundsatzbeschluss gefasst, der neuen „Kommunalen Klärschlammverwertung Rheinland-Pfalz“ zum 1. Januar 2019 beizutreten – vorausgesetzt, es gibt keine Schwierigkeiten beim Abschluss des Umsetzungsvertrags. Ab 2019 würden dann auch die im Dörsbachtal entstehenden Rückstände zur Gewinnung von Strom verwendet werden.

Informationen zu dem Verbrennungsverfahren gibt es auf der Internetseite des Unternehmens www.tvm.mainz.de

Von unserem Mitarbeiter Mirko Bader

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