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Diez

Antrag: Öffentliches Bunt statt Grün in Diez

Was blüht denn da? In Diez schon eine ganze Menge. Üppige Geranien schmücken die Stadt an allen Ecken und Enden. Die Blütenpracht soll nach einer Entscheidung des Stadtrats aber noch weiter wachsen. Aus schlichten Grün- sollen wertvolle Blühflächen werden, der Natur zuliebe.

Die Blütenpracht, die die Innenstadt Diez durch die Bepflanzung von Blumentöpfen schon jetzt prägt, soll durch natürliche Blühflächen ausgeweitet werden, hat der Stadtrat beschlossen.
Die Blütenpracht, die die Innenstadt Diez durch die Bepflanzung von Blumentöpfen schon jetzt prägt, soll durch natürliche Blühflächen ausgeweitet werden, hat der Stadtrat beschlossen.
Foto: jgm

Der Stadtrat folgte mit seinem Placet Anträgen der Fraktionen von CDU und den Bürgern für Diez (BFD). Mit Experten – etwa von Naturschutzverbänden, aber auch aus den Reihen der Imker – soll nun erörtert werden, was möglich und sinnvoll ist. Dann soll die Saat buchstäblich aufgehen, mit den richtigen Sorten und an der richtigen Stelle.

Die CDU-Fraktion begründet ihren Antrag mit einer "dramatischen Umnutzung der Kulturlandschaft". Viele Kommunalverwaltungen seien immer noch der Auffassung, dass Grünanlagen den geringsten Kosten- und Pflegeaufwand bedeuten. Dabei gibt es nach Einschätzung von Arno Baumann, CDU-Stadtratsmitglied und selbst Hobbyimker, viele Flächen, die ohne finanziellen Mehr- und teilweise auch mit weniger Arbeitsaufwand durchgängig von März bis Oktober blüten – und damit auch bienenfreundliche gestaltet werden könnten. Der Versuch, die Pflege kleiner Grünflächen an Hausbesitzer zu übertragen, sei bislang ohne großen Erfolg geblieben. Zugleich seien die städtischen Arbeiter mit der Pflege der Grünflächen zeitlich überfordert.

Die Lösung aus Sicht der CDU ist die Umgestaltung eines Teils der Grünanlagen in pflegeleichte Blühflächen. Sinnvoll wäre aus Sicht der Union daneben auch eine Dauerbepflanzung von Blumenkübeln und Verkehrsinseln. Vorteil einer dauerhaften Bepflanzung mit Stauden, Gräsern, Kleinststräuchern und ein- bis mehrjährigen Blütensaaten sei die einmalige Pflanzung und Einsaat und daraus resultierend ein geringerer Arbeitsaufwand. Aber auch der Wasserverbrauch und der Pflegeaufwand gingen zurück. Es entstünden regelrechte Blütenteppiche, die Schmetterlingen, Bienen und vielen anderen Insekten Nahrung und Lebensraum böten. Für ein derartiges Vorgehen gibt es Beispiele: Projekte wie die "Bienenfreundliche Stadt Mayen" oder das "Blüten-Mehr-Versmold" hätten nicht nur die Blütenvielfalt in den beiden Städten erhöht, sondern auch touristische Akzente gesetzt.

In die gleiche Naturschutzkerbe schlägt die Fraktion der BFD. Sie hat außerdem beantragt, dem Naturschutzbund (Nabu) den Bau eines Schwalbenhotels auf dem Gelände des Generationenparks in Freiendiez zu ermöglichen. Die Stadt würde das nichts kosten. Der Bau würde durch Spendengeld finanziert. "Das Projekt kann auch als Ausgleichsmaßnahme eingetragen werden und dient dem Naturschutz und Artenerhalt in erheblichem Maße", argumentiert Kathrin Roßtäuscher. Sie verspricht sich daneben eine weitere Aufwertung des Generationenparks auf dem Freiendiezer Wirt. jgm

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