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    Kreis Ahrweiler

    Zahlen gehen zurück: Kreis Ahrweiler rechnet trotzdem mit neuen Flüchtlingsströmen

    Die Zahl der Flüchtlinge, die dem Kreis Ahrweiler zugewiesen werden, ist in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. Waren es im Dezember und Januar noch 264 beziehungsweise 205 Flüchtlinge, die dem Kreis neu zugewiesen wurden, so kamen im Februar weniger als die Hälfte (98).

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

    Im März halbierte sich diese Zahl wiederum auf 45. An der Zusammensetzung nach Nationalitäten hat sich nach Aussage der Kreisverwaltung wenig geändert: 60 bis 75 Prozent sind aus Syrien, 10 bis 20 Prozent aus Afghanistan, die übrigen kommen aus anderen Ländern.

    Die Balkanroute geschlossen, gerade beginnt man, das Rückführungsabkommen mit der Türkei umzusetzen, der Druck auf die Erstaufnahmeeinrichtungen hat nachgelassen - und doch richten sich die Kommunen im Kreis auf mittelfristig wieder steigende Flüchtlingszahlen ein. Vor dem Hintergrund der Landtagswahlen habe man wohl die Flüchtlinge nicht mehr so schnell an die Kommunen verteilt, mutmaßt man in einigen Rathäusern. Die offizielle Lesart: Flüchtlinge sollen erst dann verteilt werden, wenn klar ist, dass sie eine Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt haben. Diejenigen, die keine Bleibeperspektive haben, sollen erst gar nicht in den Kommunen ankommen.

    Seit Januar sind 86 neue Flüchtlinge in Bad Neuenahr-Ahrweiler eingetroffen. Die Hälfte dieser Neuankömmlinge sind Einzelpersonen. Bis zur Jahreswende handelte es sich überwiegend um Familien. Gegenwärtig kommen bis zu fünf Flüchtlinge pro Woche in die Kreisstadt, Anfang des Jahres waren es noch sieben bis acht Personen. "Künftig rechnen wir mit circa 25 Personen monatlich", sagt Pressesprecher Karl Walkenbach. Man hoffe, wie bisher adäquaten Wohnraum - in städtischen Liegenschaften oder angemietet - zur Verfügung stellen zu können. In der Kreisstadt leben derzeit 388 Flüchtlinge.

    Zahlen, Daten, Fakten: Flüchtlinge im Kreis Ahrweiler

    Engpässe beim Wohnraum erwartet man in der Gemeinde Grafschaft nicht. Hier leben derzeit circa 90 nicht anerkannte Flüchtlinge, insgesamt sind es rund 160. Unterkünfte für rund 120 weitere stehen zur Verfügung. "Im Januar und Februar sind etwa 20 neue Flüchtlinge, größtenteils Familien, zu uns gekommen. Im März keine", berichtet Fachbereichsleiter Edgar Schwanz. Eine Prognose lässt sich daraus nicht ableiten. So trafen vergangenen Freitag zwei Iraner ein.

    In der VG Altenahr leben zurzeit 134 Asylbewerber, 22 wurden der Verbandsgemeinde seit Jahresanfang zugewiesen. Sie sind, soweit möglich, dezentral in Wohnungen/Einfamilienhäusern in verschiedenen Ortsgemeinden untergebracht. Lediglich in Kreuzberg befindet sich eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Zurzeit steht der Verbandsgemeinde mit dem Naturfreundehaus Berg eine vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung. "Es befinden sich jedoch mehrere Unterbringungsmöglichkeiten in Planung", sagt Sozialamtsleiter Florian Hupperich.

    Der Stadt Remagen sind seit Anfang des Jahres 36 Flüchtlinge zugewiesen worden. "Seit Mitte März hat es keine neuen Zuweisungen mehr gegeben", berichtet Sozialamtsleiterin Eva Etten. Insgesamt hat die Stadt zurzeit 172 Flüchtlinge untergebracht. Hiervon leben 78 Personen in Gemeinschaftsunterkünften und 61 Personen in städtischen Wohnungen. Die restlichen 33 Personen wohnen in privaten Unterkünften, die sie selbst angemietet haben. 72 Plätze sind zurzeit frei, weitere Plätze werden in den nächsten Wochen noch dazukommen. "Wir gehen zur Zeit davon aus, dass die Zahlen im April weiter sinken werden, jedoch spätestens im Sommer mit neuen Zuweisungen zu rechnen ist", sagt Etten. Wie hoch diese ausfallen werden, sei derzeit nicht abzuschätzen.

    Städte und Gemeinden rechnen mit erneutem Anstieg

    Auch Sinzig stellt sich auf wieder steigende Flüchtlingszahlen ein. Aktuell leben 191 Asylbewerber in der Barbarossastadt. "Größte Herausforderung ist gegenwärtig die Kooperation und Koordination mit den vielen freiwilligen Helfern und Hilfsorganisationen, die sich in diesem Bereich einbringen", sagt Sozialamtsleiter Carsten Lohre. Das neu geschaffene Büro für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadtverwaltung Sinzig mit den zwei Koordinationsbeauftragten soll dabei als zentrale Anlaufstelle dienen.

    In der VG Bad Breisig leben derzeit rund 200 Flüchtlinge, von denen sich 123 noch im Asylbewerberverfahren befinden. "Alle Flüchtlinge sind in privaten Wohnräumen untergebracht", berichtet Sozialamtsleiter Frank Schmitt. Neu in die Verbandsgemeinde gekommen sind seit Jahresbeginn 33 Personen. "Die in den nächsten Wochen zu erwartenden Zuteilungen können in privaten Wohnräumen untergebracht werden", sagt Schmitt. Bei darüber hinaus gehenden Flüchtlingszuteilungen müsse sich die VG um weiteren Wohnraum bemühen.

    Rund 200 Flüchtlinge hatte die VG Brohltal bereits zur Jahreswende untergebracht. Etwa zehn pro Woche kamen zu dem Spitzenzeiten an. Seit Ende Februar sind die Zahlen jedoch rapide zurückgegangen. "Wir sind im Moment vorsichtig, weiteren Wohnraum anzumieten", sagt Sozialamtsleiter Erwin Keuler. Denn leer stehenden Wohnraum vorzuhalten sei teuer. Andererseits will man sich von wieder steigenden Zuweisungen nicht kalt erwischen lassen. Ein Dilemma.

    Auf Sammelunterkünfte hat man in der VG Adenau bisher verzichten können. Insgesamt leben in der Verbandsgemeinde 240 Flüchtlinge, von denen 48 seit Jahresbeginn hinzugekommen sind. Seit Februar sind die Zuweisungen in die VG Adenau rückläufig, monatlich kommen jetzt nur noch ein bis zwei Familien. "Wir rechnen aber mit einem erneuten Anstieg zur Jahresmitte auf mehr als das Doppelte", teilt die Verwaltung mit. Für die nächsten Wochen stehe ausreichend frei gemeldeter Wohnraum von Vermietern zur Verfügung. Ob dies reicht, bleibe abzuwarten. Neben der Unterbringung und der angemessenen Versorgung mit Hausrat und Möbeln sei die größte Herausforderung die sprachliche und kulturelle Integration, vor allem der Erwachsenen.

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