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Souvenirjäger stiehlt Stolperstein

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Nur wenige Stunden nach dem Diebstahl eines an die Opfer der Nazidiktatur erinnernden Stoplersteins in Heimersheim hat die Polizei den Täter ermittelt: ein 32-jähriger Pole. Er soll den Stein entwendet haben, um ihn als Souvenir mitzunehmen.

Hier lagen bis gestern nicht zwei, sondern drei Stolpersteine.
Hier lagen bis gestern nicht zwei, sondern drei Stolpersteine.

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Nur wenige Stunden nach dem Diebstahl eines an die Opfer der Nazidiktatur erinnernden Stoplersteins in Heimersheim hat die Polizei den Täter ermittelt: ein 32-jähriger Pole. Er soll den Stein entwendet haben, um ihn als Souvenir mitzunehmen.

Sie sollen an die deportierten und ermordeten Opfer der Nazi-Diktatur erinnern: die sogenannten Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Nun ist in Heimersheim, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler, ein Stolperstein gestohlen worden. Erst vor wenigen Tagen hatte ihn der Künstler dort unter großer öffentlicher Anteilnahme in den Bürgersteig eingelassen.

Nur wenige Stunden nach dem Diebstahl meldete die Polizei Bad Neuenahr einen Fahndungserfolg. Hinweise von befragten Anwohnern führten zu einem 32-jährigen polnischen Staatsangehörigen, der als dringend tatverdächtig eingestuft wird.

Nach Aussagen aus seinem Umfeld soll er den Stein entwendet haben, um ihn als Souvenir mitzunehmen. Ein politischer oder fremdenfeindlicher Hintergrund dürfte laut Polizei als Tatmotiv auszuschließen sein. Der Beschuldigte war bereits am 16. April polizeilich aufgefallen. Er hatte in Heimersheim eine Verkehrsunfallflucht unter Alkoholeinwirkung begangen. Der Beschuldigte ist derzeit auf der Flucht.

In der Nacht zum Donnerstag, gegen 1.10 Uhr, hatte sich ein Anwohner der Bachstraße in Heimersheim über Notruf bei der Polizei gemeldet. Er schilderte, dass eine dunkel gekleidete Person in der Bachstraße dabei sei, einen Stolperstein aus dem Gehweg herauszuhebeln. Als eine Polizeistreife, die zufällig in der Nähe war, am Tatort eintraf, flüchtete die Person in die Dunkelheit.

Der gestohlene Stolperstein war erst am 10. April mit zwei weiteren Steinen vor dem Haus Bachstraße 41 verlegt worden. Es handelt sich dabei um Messingplatten, die auf Pflastersteine aufgebracht sind. In den Platten befinden sich Gravuren mit Angaben zu jüdischen Mitbürgern, die in der Nazizeit ermordet oder verschleppt wurden.

In der Bachstraße 41 lebten Salomon und Klara Kahn mit ihren drei Kindern Huga, Bella und Ilse. Hugo und Bella wanderten noch vor 1938 mithilfe von Verwandten in die USA aus, konnten ihre Eltern aber nicht zum Mitkommen bewegen. 1942 wurde das Ehepaar Kahn gemeinsam mit ihrer 18-jährigen Tochter Ilse über das Sammellager Brohl nach Krasnicyn deportiert. Was mit ihnen geschah, ist nicht bekannt. Sie wurden für tot erklärt.

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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