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    Reifferscheid

    Seit 24 Jahren: Michael Schaefer kämpft für Straßenkinder

    Michael Schaefer aus Reifferscheid, Pfarrer im Ruhestand, setzt sich seit 24 Jahren für Straßenkinder in Russland ein. Auch hat er in der Haftanstalt Ottweiler im Saarland einen Gefangenensportverein initiiert. Jetzt wird er für sein Engagement ausgezeichnet.

    Pfarrer i.R. Michael Schäfer lebt in Reifferscheid. Foto: Werner Dreschers
    Pfarrer i.R. Michael Schäfer lebt in Reifferscheid.
    Foto: Werner Dreschers

    Als er das Schreiben sah, dachte Michael Schaefer aus Reifferscheid, Pfarrer im Ruhestand, an einen Scherz. In dem Brief des Bundespräsidialamtes stand, dass er am heutigen Mittwoch im Schloss Bellevue in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten soll. Natürlich war das Schreiben kein Scherz. Und Michael Schaefer? Der ist gespannt und ein wenig aufgeregt im Hinblick auf die Verleihung.

    Er geht davon aus, dass er die hohe Auszeichnung für sein ehrenamtliches Engagement erhält. 24 Jahre lang hat er sich für Straßenkinder in St. Petersburg, Russland, eingesetzt. Auch hat er in der Haftanstalt Ottweiler im Saarland einen Gefangenensportverein initiiert, dessen Vorsitzender er 25 Jahre lang war.

    Michael Schaefer ist jetzt 74 Jahre alt, er studierte Theologie in Trier und in Würzburg. Nach seiner Zeit als Diakon wurde er im Januar 1978 in Trier zum Priester geweiht und war als Kaplan und Vikar im Saarland eingesetzt. Auf eigenen Wunsch übernahm er danach die Stelle des Gefängnispfarrers in der Jugendstrafanstalt Ottweiler. Die Arbeit mit Häftlingen habe ihn stark bewegt, eine harte Arbeit, aber sie habe ihm gezeigt, wie wichtig und notwendig ein Seelsorger für Gefangene und Beamte ist, so sagt er. In dieser Zeit initiierte er den Gefangenensportverein „VSJ – Ottweiler“, um für die jugendlichen Inhaftierten eine sinnvolle Beschäftigung zu schaffen und um den Ansatz für eine Resozialisierung zu schaffen. In der Folge nahm er die Stelle als Krankenhauspfarrer am Caritas-Krankenhaus in Lebach an, wo seine wichtigste Aufgabe in der Seelsorge für die Kranken und Bediensteten bestand. Gleichzeitig arbeitete er als Kooperator in der Seelsorge der Pfarreiengemeinschaft Lebach.

    Vor zwei Jahren ist er nun in Pension gegangen und kehrte in seinen Heimatort Reifferscheid zurück. Von Anfang an bekundete er seine Bereitschaft, auch hier als Seelsorger tätig zu sein. Er bereichert seither die Seelsorge in der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land. In seiner Freizeit fährt er Fahrrad, widmet sich der Gartengestaltung und seinen vielen Blumen. Aber das größte Hobby, so betont er, sei seine Arbeit für die Straßenkinder. Seine Leidenschaft, sein Herzblut, gehört der Sorge um die Kinder in dem russischen Heim „Bereg – Das Ufer“, die er mit dem von ihm 2012 gegründeten Verein „Brücke zum Ufer – Pfarrer Michael Schaefer – BEREG e.V.“ unterstützt. Seit 2013 trägt er mit diesem Verein die alleinige Verantwortung für das Heim.

    Schaefer wurde durch eine Fernsehsendung auf die Geschehnisse in St. Petersburg aufmerksam. Schnell stand sein Entschluss fest: Da will ich helfen! Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 1993 bat er die Gäste, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen zu spenden. Spendenaufrufe bekamen hohe Resonanzen. Das Heim konnte so über viele Jahre finanziert werden. Im Laufe der Jahre wurden für das Projekt 1,2 Millionen Euro gespendet. Rund 1000 Kinder wurden betreut und auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Neben einem festen Stamm von bis zu acht Kindern und Jugendlichen, die jeweils für einige Jahre dauerhaft in dem Heim wohnen, werden viele Kinder und Jugendliche ambulant betreut.

    Schaefer freut sich nun auf die Auszeichnung, widmet sie aber gedanklich allen, die sein Anliegen mitgetragen haben: dem Personal im Heim „Bereg“ in St. Petersburg, den Helfern im Saarland und ebenso in der Eifel, den Spendern, den Menschen, die durch Aktionen seine Arbeit unterstützen. Er möchte durch die Auszeichnung eine größere Aufmerksamkeit auf sein Anliegen lenken. Er bittet weiterhin um Spenden. Denn ohne diese können das Heim und die Zielsetzung der Vermittlung von „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei steigenden Kosten nicht dauerhaft gewährleistet werden, wie er sagt.

    Wer sich für die Projekte von Michael Schaefer interessiert, findet Infos und Kontaktdaten unter www.Brücke-zum-Ufer.de

    Von unserem Mitarbeiter
    Werner Dreschers

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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