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Grafschaft/Meckenheim

Seit 125 Jahren: Die Grafschaft im goldgelben Becher

Celina de Cuveland

Seit 125 Jahren ist die Grafschaft bekannt und ja, fast schon berühmt für ein Produkt, das gar nicht in der Gemeinde hergestellt wird: Den Grafschafter Goldsaft. Außerdem dem Namen gibt es noch eine Verbindung zur Grafschaft.

In der Produktionshalle der Grafschafter Krautfabrik in Meckenheim fließt der Goldsaft aus der Abfüllanlage in die bekannten sonnengelben Becher. Ein Großteil der verarbeiteten Zuckkerrüben stammen auch heute noch aus der Gemeinde Grafschaft.
In der Produktionshalle der Grafschafter Krautfabrik in Meckenheim fließt der Goldsaft aus der Abfüllanlage in die bekannten sonnengelben Becher. Ein Großteil der verarbeiteten Zuckkerrüben stammen auch heute noch aus der Gemeinde Grafschaft.
Foto: Peter Ernst

Goldgelb, herrlich sämig und in einem scheinbar nie enden wollenden Strom fließt er von der Abfüllanlage in Meckenheim in die sonnengelben Becher, die sich auf Frühstückstischen in ganz Deutschland wiederfinden. Obwohl der Sirup in Meckenheim hergestellt wird, stammen die Rüben für die Produktion doch noch heute größtenteils aus der Gemeinde Grafschaft. Und so spielte gestern bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Krautfabrik die Gemeinde im Kreis Ahrweiler natürlich auch eine große Rolle. Die Bezeichnung „Grafschafter Goldsaft“ ist eigentlich also völlig korrekt – nur die Stadt Meckenheim, die ärgert die Bezeichnung ein wenig, weil nicht Meckenheim, sondern die Grafschaft nun überregional für das Frühstücksprodukt bekannt ist.

Das erklärte auch der Meckenheimer Bürgermeister Bert Spilles bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Krautfabrik: „Wenn ich in Deutschland unterwegs bin, werde ich immer gefragt: ,Echt? Der Grafschafter Goldsaft kommt aus Meckenheim und nicht aus der Grafschaft?' Das ist für uns sehr bedauerlich, aber so ist es nun mal.“

Und so ist es vor allem schon seit einiger Zeit. 1893 baute Josef Schmitz in Meckenheim auf dem heutigen Gelände der Krautfabrik eine Feldbrandziegelei auf. Elf Jahre später nahm er als Nebenbetrieb zur Ziegelei die Fabrikation von Zuckerrübensirup, der im Volksmund als Rübenkraut bekannt war, auf. Den Zuckerrübensirup verkaufte Schmitz in der näheren Umgebung, die ausgepressten Rübenschnitzel wurden an das eigene Vieh verfüttert.

Bekannt ist Grafschafter heute vor allem für den sonnengelben Becher, der 1954 bei einer Marketingkampagne entsteht. „Wir wollten uns so von den Konfitüren im Regal abheben“, erklärt Geschäftsführer Stefan Franceschini. 1989 wird der unrentabel gewordene Ziegeleibetrieb eingestellt, das Gebäude später abgerissen. Heute befindet sich dort ein großer Rübenmaischetrakt.

Beim Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen der Grafschafter Krautfabrik schaute auch die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte) in Meckenheim vorbei.
Beim Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen der Grafschafter Krautfabrik schaute auch die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte) in Meckenheim vorbei.
Foto: Celina de Cuveland

1993 expandiert Grafschafter und übernimmt die niederländische Firma Frumarco mit Werken in Beek und Beesel und beteiligt sich an der Hanseatischen Zuckerraffinerie in Hamburg. Seit 2012 sind der Rheinische Zuckerrübensirup und das Rheinische Apfelkraut EU-geschützte Produkte aus der Region.

100 Landwirte aus einem Umkreis von 15 Kilometern rund um den Produktionsstandort liefern heute ihre Zuckerrüben an die Grafschafter Krautfabrik, die sie mit 95 Mitarbeitern zu den Produkten weiterverarbeitet, die man im Supermarktregal finden kann. Äpfel, Pflaumen und Birnen ebenfalls aus der Region verarbeitet Grafschafter außerdem zu Fruchtaufstrichen.

Für die Grafschaft ist die Krautfabrik also nicht nur ein wichtiger Multiplikator, der den Namen Grafschaft in die Haushalte bringt, sondern ebenfalls ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen, das seine Rohstoffe von Landwirten aus der Gemeinde bezieht.

Und wer den Goldsaft vor allem lecker findet, der kann sich sicher sein, dass er da nicht alleine ist: NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser verriet bei der Jubiläumsfeier, dass für sie Grafschafter Goldsaft auf die tägliche Frühstückstafel gehört, seit ihre Tochter den süßen Brotaufstrich für sich entdeckt hat.

Von unserer Mitarbeiterin
Celina de Cuveland
Bad Neuenahr-Ahrweiler
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