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Nürburgring

Porsche-Fahrer Lindner macht Wahlkampf am Ring

Jan Lindner

FDP-Bundeschef Christian Lindner hat am Montagnachmittag den Nürburgring besucht. Das an sich ist schon mal bemerkenswert. Schließlich haben Politiker – ob aus Mainz oder dem Ahrkreis – die Rennstrecke in den vergangenen Jahren gemieden wie der Satan ein ominöses Wässerchen. Als sei der Nürburgring still und heimlich die paar Kilometer weiter über die NRW-Landesgrenze gewandert.

FDP-Bundeschef Christian Lindner (vorne links) machte Wahlkampf am Nürburgring. Er wurde empfangen von FDP-Kreischef Ulrich van Bebber (Mitte) und Ring-Manager Mirco Markfort.
FDP-Bundeschef Christian Lindner (vorne links) machte Wahlkampf am Nürburgring. Er wurde empfangen von FDP-Kreischef Ulrich van Bebber (Mitte) und Ring-Manager Mirco Markfort.

Lindner, Besitzer eines Oldtimer-Porsches, kennt sich am Ring durchaus aus. Mit seinem Porsche ist er schon ein paar Mal über die Nordschleife gefahren. Aber in gemäßigtem Tempo, wie er sagt. Am Montag fuhr er in einer schwarzen Mercedes-S-Klasse vor, als Plug-in-Hybrid-Version. 80 Interessierte – FDP-Kollegen aus der Region, FDP-Wähler und Bürger aus der Umgebung – begleiteten ihn ins Ringwerk. Eingeladen hatte den Porsche-Fahrer Lindner der Porsche Club Nürburgring, die Kreis-FDP hatte den Kontakt hergestellt. FDP-Bundestagskandidatin Christina Steinhausen fehlte, da ihr kleines Kind krank geworden war.

Im Ringwerk ließ sich der 38-Jährige gewohnt streitlustig und pointiert über Abgasskandal und Diesel-Debatte aus: „Ich rate davon ab, dass wir uns die Automobilwirtschaft kaputtreden lassen, nachdem die Grünen schon die Energiefirmen kleingekriegt haben.“ Aber: „Für die Konzerne ist der Umgang mit dem Skandal eine Frage der Ehre.“ Und: „Bei uns wollen Politiker, die Lehramt studiert haben, Ingenieuren erzählen, wie sie Motoren bauen sollen.“

Der Wahlkampf ist für ihn „enorm langweilig“, das Rennen um Platz eins gelaufen, die CDU nur auf Wohlgefühl aus: „Dabei ist die Welt in einem fundamentalen Wandel. Und es ist das gefährlichste überhaupt, sich darauf zu verlassen.“

Zehn Minuten ging das so, ehe die Menschen ihre Fragen stellen konnten. Und von da an wurde es 35 Minuten lang ziemlich bunt. Egal ob Diesel-Fahrverbote, Inklusion, Pflege, Syrienkonflikt, Altersarmut, Erdogan, Innere Sicherheit, Bildung: Der rhetorisch äußerst visierte Politprofi nahm zu allem ausführlich Stellung, hatte zu jedem Thema eine Meinung, einen Vorschlag, irgendetwas – und überspielte kleinere Wissenslücken geschickt.

Er geriet auch nicht ins Stocken, als ihn eine Elffachmutter aus der Region fragte, warum sie weiter FDP-Mitglied bleiben soll. Sie sagte: „In meiner Familie muss ich mich immer rechtfertigen.“

Nach einer kleinen Schmeichelei („Habe ich das richtig verstanden? Danke, dann haben Sie die Geburtenrate ja fast im Alleingang erhöht“) sagte er: „Die FDP hat das positivste und optimistischste Menschenbild aller Parteien. Wir trauen den Menschen alles zu.“ Der Staat solle Schiedsrichter sein, nicht Abkassierer, Bevormunder oder Besserwisser.

Und dann wartete am Infocenter auch schon seine schwarze S-Klasse. Zeit für den nächsten Termin.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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