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    SinzigKlimaschutz: Wege zur Energiewende wurden im Sinziger Schloss diskutiert

    Klimaschutz gelingt nur, wenn parallel zu den großen Weltkonferenzen wie gerade in Paris auch lokal und auf Länderebene etwas geschieht. Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Von Rheinland-Pfalz nach Paris“ von Bündnis90/Die Grünen im Sinziger Schloss einig.

    Mit Konstanze Ameskamp (3.v.l.) diskutierten im Schloss: (von links) BUND-Mann Winfried Sander, Solarverein-Vorsitzender Klaus Karpstein, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und MdL Wolfgang Schlagwein. Foto: Schumacher
    Mit Konstanze Ameskamp (3.v.l.) diskutierten im Schloss: (von links) BUND-Mann Winfried Sander, Solarverein-Vorsitzender Klaus Karpstein, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und MdL Wolfgang Schlagwein.
    Foto: Schumacher

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

    Und hierbei sind die Voraussetzungen sowohl im Land als auch im Kreis Ahrweiler nicht die schlechtesten, wie die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Kreistagsmitglied Wolfgang Schlagwein als wirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen im Landtag, Klaus Karpstein vom Solarverein Goldene Meile und Winfried Sander von der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) feststellten.

    Der Kreis Ahrweiler hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Eine wichtige Kontrollinstanz sieht Wolfgang Schlagwein, den Moderatorin Constanze Ameskamp als „personifizierte kommunale Energiepolitik“ vorstellte, in der in Bad Neuenahr-Ahrweiler ansässigen Forschungsanstalt Europäische Akademie, die zu 75 Prozent von der Landesregierung und zu 25 Prozent vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) finanziert wird. „Das sind Fachleute, deren Kompetenz auch für den Kreis Ahrweiler eine große Chance bedeutet“, betonte Schlagwein. Dort hätten renommierte Wissenschaftler ein Augenmerk darauf, wie in Städten und Gemeinden der Weg in Sachen Energiewende beschritten würde.

    „Die Entscheidung der Remagener, sich gegen Windkraftanlagen in Unkel auszusprechen, wird den Verantwortlichen noch vor die Füße fallen“, prophezeite Klaus Karpstein. Moderatorin Ameskamp hatte im Vorfeld die kürzlich beschlossene Resolution des Remagener Stadtrates kritisiert, die die Gemeinde Unkel auffordert, alle Projekte zu unterlassen, die auf der gegenüberliegenden Seite in Remagen zu sehen sind.

    Als unerlässlich sieht Schlagwein das Voranbringen des Klimaschutzes als Bewegung „von unten“, sprich auf Bürgerebene. Als Beispiel dafür, dass dies funktionieren kann, nannte er die Beteiligung der Bürger in Sachen Zukunft des Hallen- und Freizeitbades Twin in der Kreisstadt. Hier sei ein Bürgerforum entstanden, dass sich unter neutraler Anleitung eines professionellen Moderators in einem gemeinsamen Findungsprozess über die Zukunft der Badelandschaft in Bad Neuenahr-Ahrweiler ergebnisorientiert klar werden soll. „Wenn diese Art der Bürgerbeteiligung auf das Thema Energie transportiert werden könnte, wäre das eine sehr interessante Sache“, regte Schlagwein an.

    Innerhalb eines solchen Forums könne mit Fachleuten überlegt werden, welche Anlagen auf welchen Flächen und in welchen Schritten realisiert werden könnten. Vorreiter eines solchen Umdenkens ist der Solarverein Goldene Meile mit Klaus Karpstein. Seine Idee, das Schuldach des Sinziger Rhein-Gymnasiums mit einer Solaranlage zu versehen und die Erträge an die Vereinsmitglieder auszuschütten, machte Schule. Der Kreis als Träger übernahm die Anlage 2008 und stattete auch andere seiner Schulen mit solchen Anlagen aus.

    Karpstein sieht in den großen Verhandlungen auf Weltebene folgendes Problem: „Wenn sich so viele Nationen beim Klimaschutz zusammenraufen müssen, kommt immer nur der kleinste gemeinsame Nenner raus.“ Ein völlig falsches Denken sei, die Rettung der Erde als riesige Last zu sehen, die immens viel Geld kostet. „Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch als Vorteil zu sehen“, so sein praktischer Ansatz. Jeder einzelne Verbraucher könne etwas dafür tun, damit weniger in umweltschädliche Wirtschaftszweige wie die Kohlekraft investiert werde.

    Diese Ziele verfolgt laut Eveline Lemke auch die rheinland-pfälzische Landesregierung sehr konsequent. Mit dem Klimaschutzkonzept sei Rheinland-Pfalz der Bundesregierung schon einen Schritt voraus. Lemke: „100 Projekte sind landesweit für den Klimaschutz angeschoben worden. Es muss anders produziert und investiert werden, um das langfristige das Ziel zu erreichen, die CO2-Emissionen bis 2050 um 90 Prozent zu reduzieren.“

    Für Winfried Sander vom BUND ist der Spagat zwischen Umwelt- und Naturschutz etwa bei der Installation von Windkraftanlagen nur machbar, wenn Ängste von Bürgern nicht weggeredet werden. „Bei der Diskussion spielen aber oftmals Eigeninteresse und mangelnde Fachkompetenz eine zu große Rolle“, stellte Sander fest.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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