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Kirmes in Bad Neuenahr: Auch bei Regen ein Vergnügen

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Noch bis Dienstagabend geht es auf der größten Kirmes an der Ahr rund. Der Rummel in Bad Neuenahr ist ein Besuchermagnet für die gesamte Region – sogar bei Regen. Allerdings: Gutes Wetter ist den Schaustellern deutlich lieber. Denn nur, wer keinen Schirm in den Händen hält, kann mit beiden Händen Geld ausgeben.

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Noch bis Dienstagabend geht es auf der größten Kirmes an der Ahr rund. Der Rummel in Bad Neuenahr ist ein Besuchermagnet für die gesamte Region – sogar bei Regen. Allerdings: Gutes Wetter ist den Schaustellern deutlich lieber. Denn nur, wer keinen Schirm in den Händen hält, kann mit beiden Händen Geld ausgeben.

„Regen zur Neuenahrer Kirmes hat fast schon Tradition“, erklärt ein Ehepaar aus Bachem, das seit 55 Jahren gemeinsam über den Kirmesplatz spaziert. So gelassen kann man das sehen mit einem halben Jahrhundert Erfahrung. Es ist später Samstagnachmittag, und es regnet. Wenig begeistert dreinblickende Schausteller halten Ausschau nach potenziellen Pfeilwerfern, Dosenwerfern und Glücksrittern. Die machen sich rar unter dem Farbenmeer an Regenschirmen. Der Wettergott hat es an diesem Tag nicht gut gemeint.

„Das Wetter ist eben unser Berufsrisiko“, meint Schaustellerin Daniela Landwermann. Regnet oder stürmt es, dreht ihr großes Riesenrad „Caesar's Wheel“ einsame Runden über den Dächern von Bad Neuenahr. Jetzt hofft die Schaustellerin auf die letzten beiden Kirmestage, die erfahrungsgemäß noch einmal besucherstark sind und wettertechnisch auch um einiges kirmesfreundlicher sein sollen.

Eine Fahrt mit dem Riesenrad gehört für viele zu einem Kirmesbesuch einfach dazu. „Es kommen Großeltern mit Enkeln, verliebte Pärchen und einige Jugendliche“, erzählt die Schaustellerin aus Norddeutschland. „Vorausgesetzt, die Musik stimmt.“ Von oben hat man einen grandiosen Ausblick von Heimersheim bis Walporzheim. Nur Höhenangst sollte man nicht haben: 38 Meter Höhe fühlen sich von oben ganz anders an, als sie von unten aussehen. Auch körperbehinderten Menschen können hier übrigens in den Genuss der tollen Aussicht kommen. „Wir sind eines von zwei Riesenrädern in ganz Deutschland, die das ermöglichen“, berichtet die Schaustellerin stolz.

Rasant geht es auf der Überkopfschaukel Intoxx zu. Die Schulterbügel sind noch nicht gesichert, schon beginnt das Herzklopfen, während der Adrenalinspiegel in Vorahnung des Kommenden nach oben schnellt. In 22 Meter Höhe herrscht Nervenkitzel pur. Vor lauter Überschlägen muss man sich nach der Fahrt erst einmal wieder vergewissern, wo oben und unten, rechts und links, vorne und hinten ist. Der eine oder andere hat kurzerhand die Gesichtsfarbe gewechselt. Von „Mir ist schlecht“ bis hin zu „Nochmal!“ sind durchaus gegensätzliche Reaktionen zu hören.

Nichts für schwache Nerven ist das Kultkarussell „Die Krake“. An fünf gebogenen Armen hängen je vier Gondeln, die sich um 360 Grad drehen. Bei Jugendlichen und Kids ein Hit, kostet es Mama oder Papa viel Überwindung, eine Fahrt mitzuerleiden. Wer’s weniger rasant mag, hat mit Autoskooter für Groß und Klein, einer Vielzahl an Karussells und diversen Schieß- und Wurfbuden jede Menge Alternativen.

Ob Herzhaftes oder Süßigkeiten – man hat die Qual der Wahl. Wer sich hier den Magen vollschlägt, traut der sich eigentlich noch auf die magenmalträtierenden Fahrgeschäfte? Eine Bratwurst hier, zum Nachtisch noch ein Crepe und etwas zum Mitnehmen für Zuhause. Kirmes ist nicht nur kalorienreich, sondern auch strapaziös für den Geldbeutel. Vorbei sind die Tage, als die Fahrt mit dem Karussell ein billiges Vergnügen war. Nervenkitzel und tolle Ausblicke haben heute ihren Preis. „Doch einmal im Jahr kann man sich das erlauben“, lautet der Tenor vieler Passanten.

Und so geht ein Rundgang über die größte regionale Kirmes zu Ende. Vorbei am beliebten Kamelrennen, wo sich Gewinner über Plüschtiere freuen und Verlierer auf die nächste Chance warten. An Schmuckständen und Bierbuden, wo so Mancher die Kirmes auf seine ganz eigene Art feiert, und vorbei an traurigen Ponys, die Tag für Tag dicht gedrängt im Kreis laufen, um den Kleinsten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Nicht nur der Regen zur Neuenahrer Kirmes hat Tradition.

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