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    Gutachten stellt Diagnose: Endgültiges Aus für Schule in Reifferscheid?

    Um die Zukunft des Schulstandorts Reifferscheid steht es schlecht. Diese düstere Diagnose stellt ein von der Verbandsgemeinde Adenau in Auftrag gegebenes Gutachten der Fachfirma biregio aus Bonn, das die Grundschule auf den Prüfstand gestellt hat. Danach scheint eine Schließung der Schule unausweichlich.

    Anfang August hatten sich die Liberalen noch für den Erhalt der Grundschule in Reifferscheid starkgemacht. FDP-Frau Helga Lerch (vorne, Mitte) gab Tipps. Nun sieht es so aus, als seien alle Bemühungen umsonst gewesen.  Foto: Beate Au
    Anfang August hatten sich die Liberalen noch für den Erhalt der Grundschule in Reifferscheid starkgemacht. FDP-Frau Helga Lerch (vorne, Mitte) gab Tipps. Nun sieht es so aus, als seien alle Bemühungen umsonst gewesen.
    Foto: Beate Au

    Entsetzt über dieses Ergebnis ist die Interessengemeinschaft der Grundschule Reifferscheid. „Der Standpunkt der Eltern kommt zu kurz. Wir verwehren uns ausdrücklich dagegen, dass die Zukunft unserer Kinder in ein Raster aus Zahlen, Diagrammen und Kurven gepresst werden soll“, heißt es in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

    Die Enttäuschung ist groß. „Ich habe den Eindruck, dass dieses Gutachten uns totreden soll und nicht ein Konzept zum Erhalt der Schule ist, was ja eigentlich das Ziel war“, so Elisabeth Schäfer im Namen der Interessengemeinschaft, die um den Erhalt der Schule kämpft. Das wird umso schwierigerer, nachdem neun von 21 Kindern im neuen Schuljahr zur Grundschule in Antweiler gewechselt sind. „In vorauseilendem Gehorsam“, findet Ortsbürgermeister Michael Henneberger, der in einem Verlust der Schule einen herben Schlag für Reifferscheid sieht.

    Die Grundschule Antweiler gilt nach Aussagen der Gutachter ebenfalls als gefährdet wegen „stark schwankender Einschulungszahlen“ und dem damit verbundenen Risiko, dass Eltern ihre Kinder lieber nach Adenau schicken, sollten Kombiklassen gebildet werden. Und weiter heißt es: „Die Aufnahme der Kinder des Standorts Reifferscheid in Antweiler würde eine Stärkung und dauerhafte Sicherung des schulischen Angebots in diesem Teilbereich der Verbandsgemeinde Adenau darstellen.“ Die Lösung dagegen, Reifferscheid als Dependance von Antweiler zu führen, sei keine Option. Dafür müssten mehr als 24 Kinder pro Stufe zu verteilen sein.

    Die Belastbarkeit der Argumente, die Ortsbürgermeister Michael Henneberger für eine Schule in Reifferscheid in die Waagschale wirft, haben die Gutachter kritisch hinterfragt. Dass Reifferscheid gerade ein schmuckes Bürgerhaus eingeweiht hat und zur dörflichen Infrastruktur dazuzählen kann, könnte dem Ort nun auf die Füße fallen, meinen die Gutachter. Wegen des doppelten Vorhaltens von Räumlichkeiten entfalle das Argument der Schule als einziger Versammlungsort im Dorf, ebenso wie das der Schule als Wahllokal. „Das ist unsinnig“, kontert Bürgermeister Henneberger. Die Schule sei noch nie ein Versammlungszentrum gewesen. Vielmehr biete sich mit dem neuen Bürgerhaus nun für die Schule eine Räumlichkeit für Sport an.

    Dass Reifferscheid mit einer äußerst flexiblen Mittags- und Hausaufgabenbetreuung punktet, die von Eltern organisiert wird, sieht das Fachbüro positiv. Gibt aber zu bedenken, dass eine Berufstätigkeit der Eltern dem entgegenstehen könnte. Bei sinkenden Schülerzahlen werde der Anteil der Eltern, die über freie Kapazitäten verfügen, nicht größer werden. Außerdem ist man der Meinung, dass dieses Engagement auch an einen anderen Schulstandort „transportiert“ werden könnte.

    Wenn die Schule einmal weg sein sollte, befürchtet Bürgermeister Henneberger, dass noch mehr Infrastruktur aus dem Dorf verschwindet. Noch hat Reifferscheid einen Kindergarten, für den es eine Warteliste bei der Aufnahme von Zweijährigen gibt. Doch die Leiterin der Einrichtung hat schon jetzt Angst davor, was passiert, wenn die Grundschulkinder nach Antweiler müssen, wie Henneberger erzählt: Die jüngeren Geschwister würden dann auch gleich in den dortigen Kindergarten geschickt.

    Von unserer Redakteurin
    Beate Au

    Schule in Wershofen ist nicht gefährdet

    Aufgrund der positiven Entwicklungen der Kinderzahlen für den Standort Wershofen sieht das Gutachterbüro keine Gefährdung. „Sollten langfristig die Schülerzahlen an diesem Standort sinken, wäre das Kriterium Schulweg in den Fokus zu nehmen. Aufgrund der weiten Wege zu anderen Schulstandorten in Rheinland-Pfalz wäre davon auszugehen, dass ein großer Teil der Kinder stattdessen einen Schulstandort in Nordrhein-Westfalen besuchen würde.

    Dies dürfte nicht im Interesse des Landes sein.

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