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    Vettelhoven

    Feuerwehrleute modeln für den eigenen Kalender

    Um neue Mitglieder zu werben, hat sich die Feuerwehr Vettelhoven etwas Besonderes und bisher kreisweit in dieser Form Einzigartiges ausgedacht. Die Feuerwehrmänner haben eine Werbekampagne gestartet und zwei riesige Plakate mit Bildern vom Einsatz und dem Slogan „Die Löschgruppe Vettelhoven sucht Dich!!!“ bedrucken lassen. Doch damit nicht genug. Wer möchte, kann sich im kommenden Jahr sogar die Vettelhovener Wehr ins Wohnzimmer hängen. Für einen Kalender posen die Brandschützer derzeit in Obstbaumplantagen oder Rapsfeldern, mal in voller Montur, mal mit muskelbepacktem freien Oberkörper.

    Im Gegensatz zum Kalender ist das Plakat die eher konservative Form der Mitgliederwerbung.  Foto: Celina de Cuveland
    Im Gegensatz zum Kalender ist das Plakat die eher konservative Form der Mitgliederwerbung.
    Foto: Celina de Cuveland

    Auch mit dieser Idee - die gelegentlich für ein verstohlenes Augenzwinkern und Schmunzeln unter den starken Kerlen sorgt - will die Wehr neue Mitglieder für ihre Arbeit begeistern.

    die starken Jungs nehmen die Mädels der Truppe auch auf den Arm - wenn es sein muss.  Foto:Angela Kardelke
    die starken Jungs nehmen die Mädels der Truppe auch auf den Arm - wenn es sein muss.
    Foto:Angela Kardelke

    Und tatsächlich: Das kreative Engagement kommt bei den jungen Leuten in Vettelhoven gut an. So interessieren sich inzwischen schon zwei neue Anwärter für eine Mitgliedschaft. Eine von ihnen ist Julia Scheja. Die 21-Jährige wohnt in Vettelhoven und findet die Kampagne sehr ansprechend: „Das ist doch mal eine richtig gute Idee, um die Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu lenken. Und der Kalender wird sicher cool.“ Scheja kennt einige Mitglieder der Feuerwehr, die familiäre Atmosphäre bei der Vettelhovener Wehr spricht sie an. Allein vier der 17 Mitglieder sind Frauen, damit halten die Vettelhovener prozentual betrachtet den Rekord unter den Löschgruppen der Grafschaft.

    Da ist die Tatsache, dass die Idee mit dem Kalender aus Damenhand stammt, gar nicht so abwegig. „Die Frauen unserer Feuerwehrmänner haben sich das ausgedacht“, berichtet Löschgruppenführer Karl-Heinz Schäfer. Schnell war eine Fotografin gefunden, die sich bereit erklärte, professionelle Fotos von der Truppe zu machen. Angela Kardelke schießt für ihr Unternehmen „Eisblau-Fotografie“ normalerweise zwar eher Fotos von Kindern, Brautpaaren oder Tieren. Aber von der Idee mit dem Feuerwehrkalender ließ sie sich sofort anstecken.

    „Wir haben jede Menge Spaß bei den Shootings“, erzählt sie. Als Nächstes sei ein Bild geplant, auf dem die Feuerwehrmitglieder alle zusammen in ihrer jeweiligen Berufskleidung ihres Hauptberufes zu sehen sind. „Da hätten wir beispielsweise Bäcker, Maler, Dachdecker, Bürokräfte und eine Arzthelferin“, geht sie die Feuerwehrleute im Kopf durch. „Das kann ein lustiges Foto ergeben.“

    Wie teuer der Kalender werden soll, steht noch nicht fest. Er wird beim Adventscafé zu erstehen sein. „Vorausgesetzt wir haben bis dahin alle Bilder zusammen“, sagt Kardelke und schmunzelt.

    Für neue Anwärter hat Löschgruppenführer Schäfer einen Tipp parat: „Bringt viel Engagement, aber vor allem ordentlich Zeit mit.“ Denn die Übungen, die Einsätze auf Dorffesten und auch die Freizeitaktivitäten der Feuerwehrleute kosten Zeit. Dass sie mithilfe der Plakataktion und dem Kalender neue Mitglieder werben können, steht für Schäfer außer Frage. „Wir brauchen dringend Verstärkung“, sagt er. In den kommenden Jahren müssten bis zu sechs Feuerwehrmänner altersbedingt ihre aktive Mitgliedschaft aufgeben. „Und wenn es uns nicht mehr gibt, hat das Dorf ein Problem“, bringt Schäfer die Situation auf den Punkt.

    Im vergangenen Jahr hatten die Feuerwehrmänner bereits mit einer lustigen Aktion auf diesen Missstand hingewiesen. Sie verteilten Löschkübel an die Dorfbewohner zusammen mit einer Anleitung, wie sich im Brandfall zu verhalten sei. Darin heiß es: Notruf wählen, etwa zehn Minuten abwarten, bis die Wehr kommt, dann feststellen, dass niemand kommt. Anschließend mit dem Löschkübel versuchen, den Brand zu löschen; falls Feuer zu groß, Kübelkette mit Nachbarn bilden. Was komisch klingt, ist bitterer Ernst. Rund 16 Einsätze in 2016 hätten ohne die Feuerwehr vielleicht deutlich schlimmer ausgehen können.

    Von unserer Reporterin
    Celina de Cuveland

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