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Ahrtal

Ahr-Radweg: Wann schließt sich gefährliche Lücke?

Frieder Bluhm

Es könnte so schön sein – entspannt durch das Ahrtal radeln von der Quelle in Blankenheim bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig. Möglich macht es der Ahr-Radweg – vielmehr: Er sollte es möglich machen. Doch zwischen Fuchshofen und Schuld klafft eine Lücke von knapp fünf Kilometern.

Auf der kurvenreiche L 73 fühlt man sich als Radfahrer nicht besonders wohl.  Fotos: Werner Dreschers
Auf der kurvenreiche L 73 fühlt man sich als Radfahrer nicht besonders wohl. Fotos: Werner Dreschers
Foto: Werner Dreschers

Radfahrer müssen die L 73 nutzen. Ein Ärgernis, und das schon seit Jahren. Lange Zeit trat die Planung im Leerlauf. Jetzt aber ist Bewegung in die Sache gekommen. Darf man hoffen?

An der Verzweigung L 74/L 73 hat der aus Richtung Fuchhofen kommende Radfahrer bis Schuld noch vier Straßenkilometer vor sich.
An der Verzweigung L 74/L 73 hat der aus Richtung Fuchhofen kommende Radfahrer bis Schuld noch vier Straßenkilometer vor sich.
Foto: Werner Dreschers

Sicher ist man auf dem Fahrrad zwischen Fuchshofen und Schuld nur an einem Tag im Jahr unterwegs: wenn Tour de Ahrtal ist. Dann nämlich ist die ansonsten viel befahrene L 73 für den Autoverkehr gesperrt. An allen anderen Tagen teilen sich Radfahrer und Autofahrer die Straße – und die ist mit ihren Kurven keine angenehme Strecke. Für Radfahrer als der schwächere Verkehrsteilnehmer schon mal gar nicht.

Auch die Politik weiß um die Gefahr und versucht, bei der zuständigen Planungsbehörde, dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Cochem, Druck zu machen. Bisher mit mäßigem Erfolg. Dabei klang es durchaus optimistisch, als im Juni 2015 der Abschnitt des Ahr-Radwegs zwischen Laach und Altenahr offiziell eingeweiht wurde. Der damalige Infrastrukturminister Roger Lewentz höchstselbst wies darauf hin, dass für den Abschnitt zwischen Fuchshofen und Schuld eine Vorstudie in Auftrag gegeben sei. Denn allen Beteiligten ist klar: Vollwertig und damit optimal touristisch vermarktbar ist der Ahr-Radweg erst dann, wenn er zwischen Blankenheim und Sinzig keine Lücke aufweist und Radfahrer auf die Straße zwingt.

Das Problem ist die Wegeführung in dem ökologisch sensiblen Gebiet. Naheliegend wäre die Nutzung der vorhandenen Bahntrasse. Dies wäre auch die kürzeste Variante gewesen (3,8 Kilometer). Doch da gab es Probleme mit Eigentumsverhältnissen. Im Huppenbergtunnel bei Schuld soll es zudem eine größere Fledermauspopulation geben. Verworfen wurde auch die zweitkürzeste Variante über bestehende Waldwege (4,5 Kilometer). Rund 4,8 Kilometer ist lang die dritte Variante, für die man sich schließlich entschieden hat. Diese orientiert sich am Straßenverlauf, ist aber von der Landesstraße getrennt.

Das war der Stand vor drei Jahren. Auf RZ-Anfrage teilt der LBM nun mit, die Planung zum Lückenschluss des Rad- und Gehweges zwischen Fuchshofen und Schuld habe begonnen. „Wir haben ein Planungsbüro beauftragt, die Vermessung durchzuführen und darauf aufbauend einen angepassten Trassenverlauf zu entwerfen“, heißt es in der Antwort. Die Vermessung für den gesamten Planungsabschnitt sei bereits erfolgt. Nun werde ein Vorentwurf für den gesamten Planungsabschnitt erstellt. Als nächstes stehe die Abstimmungen mit den Naturschutzbehörden und der Wasserwirtschaft für die einzelnen Abschnitte des Geh- und Radweges an. Zudem werde der LBM in Kürze auf die Ortsgemeinde Fuchshofen und Schuld zugehen, um Einzelheiten abzustimmen. „Im Anschluss daran werden die Genehmigungsunterlagen zur Schaffung des Baurechtes für den Rad- und Gehweg erstellt“, sagt der LBM. Die Gesamtkosten von rund 5 Millionen Euro für Planung und Bau trägt das Land.

Klingt so, als ob es endlich voranginge. Doch das heißt nichts anderes, als dass mit vorliegenden Genehmigungsunterlagen überhaupt erst das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann, das bei raumbedeutsamen Vorhaben und Infrastrukturmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben ist. Bis zur Fertigstellung werden noch Jahre vergehen. Vorsorglich weist Guido Nisius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, darauf hin, dass die Zuständigkeit für die Vorbereitung und Durchführung des erforderlichen Planfeststellungsverfahrens inklusive der Abarbeitung möglicher Einwände sowie der eigentliche Bau des Radweges komplett beim LBM und damit bei Land Rheinland-Pfalz liege.

Der LBM wiederum hütet sich davor, auch nur ein ungefähres Datum für die Fertigstellung des Ahr-Radweges zwischen Fuchshofen und Schuld zu nennen. „In Anbetracht des derzeitigen Projektstandes, der insbesondere naturschutzrechtlichen und wasserrechtlichen Komplexität der Maßnahme, und dem daraus resultierenden Erfordernis zur Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens für die Baugenehmigung ist eine vernünftige Abschätzung der Fertigstellung nicht seriös möglich“, erklärt der LBM.

Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

Wegeführung zwischen Fuchshofen und Schuld

Drei Varianten wurden geprüft, zwei verworfen. Die Variante, für die jetzt die Planung begonnen hat, orientiert sich am Verlauf der L 73, ist aber von der Straße getrennt. Unter anderem müsse eigene Ahrquerungen gebaut werden.

Quelle: LBM Cochem-Koblenz
Bad Neuenahr-Ahrweiler
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