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Bad Kreuznach

Zwei Frauen, die das Schicksal eint: Diagnose Rheuma

Erika Kuhn, Jahrgang 1946, und Carina Maschino (32) sind zwei Frauen, deren Alter zwar weit entfernt voneinander liegen, die aber dennoch ein gemeinsames Schicksal teilen. Denn beide leiden unter Rheuma. Der Verlauf der Krankheit und insbesondere die Diagnose verlief jedoch bei beiden Frauen unterschiedlich. Denn während bei Maschino ein Kinderarzt die Krankheit im Alter von zweieinhalb Jahren diagnostizierte, trat sie bei Kuhn erst im Alter von 15 Jahren auf. Doch danach dauerte es weitere 15 Jahre, ehe sie tatsächlich diagnostiziert wurde.

Carina Maschino (links) und Erika Kuhn (rechts) sind zwei Frauen aus unterschiedliche Generationen, die aber gelernt haben, mit ihrer Rheumaerkrankung umzugehen. Foto:  Josef Nürnberg
Carina Maschino (links) und Erika Kuhn (rechts) sind zwei Frauen aus unterschiedliche Generationen, die aber gelernt haben, mit ihrer Rheumaerkrankung umzugehen.
Foto: Josef Nürnberg

Da war Erika Kuhn bereits verheiratet und glückliche Mutter eines Sohnes. „Es ist schlimm, wenn 15 Jahre lang kein Arzt einem sagen kann, woran man leidet“, blickt sie zurück. Sie erinnert sich gut, wie es ihr in dieser Zeit erging. Eine junge Frau, die an Rheuma leidet, das konnte sich in jenen Jahren niemand vorstellen. „Du bist doch jung, Du kannst doch eigentlich nichts haben. Stell dich nicht so an“, hörte sie immer wieder. Oft war sie als junge Frau außen vor. Wenn andere mit Männern tanzten, konnte sie, die auch an der Versteifung der Wirbelsäule (Morbus Bechterew) litt, nur zuschauen.

Nicht nur jede Menge Schmerzen musste Kuhn aushalten, sondern auch auf so manches verzichten. So konnte sie kein zweites Kind bekommen, weil die Schmerzen viel zu groß gewesen wären. Dennoch ist sie dankbar. Vor allem auch für ihren Mann Walter, der sie zwar lange vor der Diagnose kennenlernte, der ihr bis heute in ihrer Krankheit eine große Stütze ist. Übrigens steckte Kuhn den Kopf nicht in den Sand nachdem 1976 die Diagnose Morbus Bechterew erhielt, sondern war Mitbegründerin der Öffentliche Arbeitsgemeinschaft Bad Kreuznach der Deutschen-Rheuma-Liga, im Jahr 1977. Zudem versucht sie alles dafür zu tun, ein weitestgehend normales Leben zu führen. So kann sie langsam spazieren gehen und auch E-Bike fahren.

Erika Kuhn und Carina Maschino sind froh, dass sich in den letzten Jahrzehnten in der Rheumaforschung viel getan hat. Maschino, die bereits im vergangenen Jahr ein wenig über den Verlauf ihrer Krankheit dem „Oeffentlichen“ berichtet hatte, strahlt in diesem Jahr während des Gesprächs über beide Backen. Die 32-Jährige ist nämlich im siebten Monat schwanger und erwartet ein gesundes Mädchen. „Mir geht es in der Schwangerschaft viel besser als sonst“, sagt sie. Der Grund sind Hormone die in der Schwangerschaft gebildet werden und die sich positiv auf die Schmerzen in ihrem Körper auswirken.

Sie hat all das Leid und die Schmerzen momentan weit hinten angestellt. Einfach war insbesondere ihre Jugend nicht. „Ich wurde von manchen Lehrern sogar gemobbt, weil sie mir unterstellten, dass ich mir angeblich Vorteile verschaffen wollte, nur weil ich nicht am Sport teilnehmen konnte.“ Bis 2013 konnte sie noch einer Arbeit nachgehen, dann wurden die Entzündungsherde so groß, dass sie in Rente ging. Maschino: „So habe ich zwar den Stress, den die Krankheit verursacht, aber der Berufsstress bleibt mir erspart.“ Beide Frauen wissen, dass ihre Krankheit nicht heilbar sein wird. „Ziel muss die Remission, der Stillstand der Krankheit sein“, sagen sie. Beide haben übrigens noch sehnliche Wünsche. Während Erika Kuhn gerne einmal ans Nordkap möchte, wünscht sich Claudia Maschino für sich, die kleine Tochter und ihren Partner ein behindertengerechtes Häuschen. Josef Nürnberg

Rheumapatiententag mit Vorträgen und persönlichem Austausch

Am kommenden Samstag, 14. April, laden der Landesverband Rheinland-Pfalz der Deutschen Rheuma-Liga und das Acura-Rheumazentrum Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach von 10 bis 13 Uhr zum Rheumapatiententag in den Grünen Saal des Parkhotels Kurhaus in Bad Kreuznach ein.

 Vor Beginn der Vorträge können sich die Besucher an den Infoständen des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Rheumaliga, des Netzwerks Fibromyalgie Rheinland-Pfalz, des Acura-Rheumazentrums, der Acuradon Radontherapie, des Netzwerks zur Früherkennung zu den Themen Selbsthilfe, Versorgung und Hilfen im Alltag bei rheumatischen Erkrankungen informieren.

Nach der offiziellen Begrüßung um 10.30 Uhr finden vier Fachvorträge statt. Dabei wird Dr. Harald Dinges, Chefarzt Orthopädie/Unfallchirurgie des Westpfalzklinikums Kusel, über „Operative Maßnahmen bei Rheuma“ referieren. „Innovative Wege bei der Versorgung von Rheumapatienten“ ist unter anderem das Thema von Professor Andreas Schwarting, Direktor des Acura-Rheumazentrums Bad Kreuznach und Leiter der Rheumatologie der Universitätsmedizin Mainz. Zum Thema „Reha bei Rheuma - Mit chronischer Erkrankung wieder fit für den Alltag“ wird Dr. Julia Hoch, Oberärztin des Acura-Rheumazentrum, Bad Kreuznach informieren, während im Anschluss Christiane Solbach das Netzwerk „Fibromyalgie“ Rheinland-Pfalz vorstellen wird. Abschließend besteht die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und zum Besuch der Ausstellung. bj

Bad Kreuznach
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