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Bad Kreuznach

Zieht Boecker gleich zweimal in Kreuznach um? Hinter den Kulissen wird noch verhandelt

Marian Ristow

Die Tage der Bad Kreuznach Boecker-Filiale, eine der beiden letzten Niederlassungen des Textilhändlers in Deutschland, in ihrer bekannten Form sind offenkundig gezählt. Zum 30. September läuft der Mietvertrag der Kaufhausimmobilie mit der Adresse Mannheimer Straße 199-125 aus. Bereits seit Anfang Juli wurde das Angebot zurückgefahren, immer weniger Fläche belegt. Zurzeit wird noch im Erdgeschoss verkauft.

2000 Quadratmeter in der Bad Kreuznacher Fußgängerzone: Das Bekleidungsgeschäft Boecker wird schon bald wenige Meter weiter an die Kreuzstraße (Anna Loos) umziehen.  Fotos: Stefan Munzlinger
2000 Quadratmeter in der Bad Kreuznacher Fußgängerzone: Das Bekleidungsgeschäft Boecker wird schon bald wenige Meter weiter an die Kreuzstraße (Anna Loos) umziehen. Fotos: Stefan Munzlinger
Foto: Stefan Munzlinge
Dass darüber spekuliert werden muss, ob die Filiale nur umzieht oder dauerhaft die Lichter ausgehen, liegt vor allem daran, dass sich die Firmenspitze – die Marke Boecker gehört der in Dortmund ansässigen Crossover GmbH – komplett bedeckt hält. Es gibt keine offiziellen Aussagen der Konzernleitung, Anfragen des „Oeffentlichen“ blieben unbeantwortet. Indes verdichten sich die Anzeichen, dass es für Boecker in Bad Kreuznach weitergeht. Demnächst soll die Filiale mit ihrem eingeschränkten Angebot in eine leer stehende, deutlich kleinere Immobilie (ehemals Boutique „Anna Loos“) in der Kreuzstraße umziehen. Dort soll der Verkauf zunächst weitergehen.

Wie unserer Zeitung berichtet wurde, wurden bereits weitere Lagerräume für Ware angemietet. Dass es für Boecker in Bad Kreuznach auch nach dem wohl als Übergangslösung gedachten Intermezzo in der rund 200 Quadratmeter großen Kreuzstraßen-Boutique weitergehen könnte, belegt ein anderer Umstand: Nur einem Teil der rund 20 Beschäftigten wurde gekündigt, circa die Hälfte darf weitermachen. Die Trennung soll auf eine nicht besonders nette Art und Weise passiert sein. Viele Mitarbeiter, so ist es aus der Belegschaft zu vernehmen, waren über die bevorstehenden Veränderungen nicht informiert.

200 Quadratmeter an der Kreuzstraße: In der Boutique Anna Loos wird Boecker vorübergehend einziehen, hat aber wohl schon den Neubaukomplex an der mittleren Mannheimer Straße im Blick.
200 Quadratmeter an der Kreuzstraße: In der Boutique Anna Loos wird Boecker vorübergehend einziehen, hat aber wohl schon den Neubaukomplex an der mittleren Mannheimer Straße im Blick.
Foto: Stefan Munzlinge
Wann der Umzug in die Kreuzstraße letztlich stattfindet, ist noch unklar, ebenso, wie es danach weitergeht. Eigentlich sollte die Geschäftsübergabe am 15. September stattfinden, doch das scheint nicht zu klappen – die Immobilie, insbesondere die oberen Etagen, sind aktuell nicht übergabefertig und werden es wohl bis Samstag auch noch nicht sein.

Offizielle Statements gibt es keine, möglicherweise hat Boecker aber auch weiter eine Zukunft in der Innenstadt. Und das eventuell sogar in einer der kommenden Toplagen der Stadt: der mittleren Mannheimer Straße. Als neue Heimat des Textilgeschäftes wird der Neubau der Scholle-Geschwister, Melanie Colling und Michael Scholle, gehandelt. Die Unternehmer bauen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden Projekten der Sparkasse ein schmuckes Multifunktionsgebäude mit Platz für Einzelhandel (500 Quadratemeter), Büroräume (465 Quadratmeter) und Wohnraum (sechs Wohnungen in Größen zwischen 100 und 145 Quadratmeter).

Bis Mitte Dezember will man weitestgehend fertig sein, lässt Michael Scholle im Gespräch mit dem Oeffentlichen Anzeiger durchblicken. Das Bad Kreuznacher Geschwisterpaar investiert 5,5 Millionen Euro. Ob Boecker künftig Mieter wird? „Davon weiß ich nichts“, sagt Scholle und will sich nicht zu sehr in die Karten schauen lassen. Die Verhandlungen laufen wohl noch. Scholle betont: „Wir müssen flexibel und attraktiv für verschiedenen Arten von Mietern sein.“

Von unserem Redakteur Marian Ristow

4000 Quadratmeter Verkaufsfläche gilt es zu vermieten

Spannend ist auch, wie es mit der spätestens ab 30. September leer stehenden Heimat von Boecker, dem großen fünfgeschossigen Kaufhaus in der Mannheimer Straße, weitergeht.

Die Immobilie gehört Georg Reinhardt und seiner Tante Helmtrud Reinhardt-Kaiser und war für Textilgeschäfte meist ein gutes Pflaster, von 1993 bis 2008 war das Modehaus Wehmeyer dort beheimatet.

Im Moment befände man sich in Vorgesprächen, so Georg Reinhardt. Zunächst verhandelte man mit zwei Partnern, auch aus der Textilbranche, nun habe man den Kreis erweitert, man schaue auch überregional, erklärt Reinhardt.ri

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