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Bad Kreuznach

Weltladen zieht in Kreuznacher Brückenhaus

Im Weltladen herrscht Umzugsfieber. Nächste Woche werden die ersten Umzugskartons gepackt, ab 20. April die ersten Regale abgeschlagen – bei laufendem Geschäft. Anfang Mai will das Weltladen-Team im neuen Domizil die Türen öffnen – im historischen Brückenhaus Mannheimer Straße 90 mitten in der Innenstadt.

Packen für den Umzug: Ilse Rapp (rechts) und Traute Wiemann vom Vereinsvorstand.
Packen für den Umzug: Ilse Rapp (rechts) und Traute Wiemann vom Vereinsvorstand.
Foto: Silke Jungbluth-

Bad Kreuznach – Im Weltladen herrscht Umzugsfieber. Nächste Woche werden die ersten Umzugskartons gepackt, ab 20. April die ersten Regale abgeschlagen – bei laufendem Geschäft. Anfang Mai will das Weltladen-Team im neuen Domizil die Türen öffnen – im historischen Brückenhaus Mannheimer Straße 90 mitten in der Innenstadt.

„Voraussichtlich am Samstag, 4. Mai", sagt Vereinsvorsitzende Ilse Rapp, die hofft, dass der Umzug reibungslos klappt. Eigentlich wollte der Weltladen schon im Januar umziehen. Doch die Sanierung des denkmalgeschützten Brückenhaues entpuppte sich als langwieriger und aufwendiger als gedacht. Ein Grund: Probleme mit der Statik. Inzwischen stabilisieren Pfeiler und Stahlseile das altehrwürdige Häuschen und dem Einzug des Weltladens als Mieter der rund 55 Quadratmeter großen Ladenfläche und rund 50 Quadratmetern Nebenräumen steht nun nichts mehr im Wege.

Den bisherigen Standort in der Hans-Schumm-Straße verlassen die Verantwortlichen des Weltladen-Vereins „Aktion Dritte Welt" mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sechseinhalb Jahre teilten sie sich dort ein Ladengeschäft mit dem Regiomarkt – eine Kooperation, die beiden Seiten Nutzen brachte. Dem Weltladen mit fair gehandelten Produkten aus Afrika und Südamerika ebenso wie dem Regiomarkt, der auf Lebensmittel aus der Region setzt und aus der Lokalen Agenda 21 entstanden ist. „Nach dem Umzug von der Turmstraße in die Hans-Schumm-Straße konnte der Weltladen den Umsatz von 50 000 auf 128 000 Euro mehr als verdoppeln", so Rapp.

Die Kündigung durch den Vermieter, die Kreuznacher Diakonie, setzte den Schlussstrich unter dieses Kapitel. Sie war für den Weltladen Anstoß, die Standortfrage neu zu überdenken. Ergebnis: Es geht zurück in die Stadt. Mitten in den Trubel, nur einen Steinwurf vom Kornmarkt entfernt. Dort hoffen Rapp und Vorstandskollegin Traute Wiemann auf Laufkundschaft, die am alten Standort rar war. Kurgäste, Touristen, Marktbesucher. Dafür nimmt der Vorstand auch die höhere Miete in Kauf: „Wir haben im Brückenhaus alle Chancen, neue Zielgruppen zu erschließen." Und den seit drei Jahren stagnierenden Umsatz zu beflügeln.

Dies gilt besonders für die Handwerksprodukte im Sortiment, von Taschen und Körben bis hin zu Schmuck und Textilien. Bisher liegt deren Anteil bei nur 30 Prozent, während die Lebensmittel 70 Prozent des Geschäfts ausmachen, erläutert Rapp. Ein Stehcafé mit Blick auf die Pauluskirche rundet das Angebot ab. Rund 30 Ehrenamtler halten den Laden im Schwung – und würden sich am neuen Standort über weitere Mitstreiter freuen. Für den Weltladen, den es 33 Jahre gibt, ist es sicher schon der fünfte Umzug, schätzt sie. Die Anfänge hatte er in einem Wohnzimmer. „Ein Quantensprung" und die Chance, sich zu professionalisieren sei 2006 der Umzug an den bisherigen Standort gewesen. Die Kooperation mit dem Regiomarkt war damals einmalig in Deutschland, blickt sie zurück. Diese endet nun aber, da der Regiomarkt in der Innenstadt zu viel Konkurrenz hätte.

Marktplatz der Nachhaltigkeit mit Regiomarkt und Weltladen
Seit November 2006 haben Weltladen und Regiomarkt gemeinsam ein Ladengeschäft betrieben. Beide teilten sich als Mieter rund 125 Quadratmeter Verkaufsfläche plus Nebenraum im Gebäude der Kreuznacher Diakonie in der Hans-Schumm-Straße. Unter dem Dach des früheren Möbellagers hatte auch der Rad- und Mobilservice der Diakonie seinen Sitz. Gemeinsam mit den benachbarten Integrationsbetrieben Markthaus und Café Antik gestaltete die Diakonie so einen „Marktplatz der Nachhaltigkeit". Letztes Jahr kam das Aus für dieses Miteinander.

Die Diakonie beschloss, das sanierungsbedürftige Gebäude mit dem Ladengeschäft aufzugeben und zugleich Radservice und Café Antik aus wirtschaftlichen Gründen abzuwickeln. Während es den Weltladen in die Innenstadt zieht, will der Regiomarkt auf dem Gelände bleiben. Er zieht über die Straße unter das Dach des Markthauses. Zuvor wird dort aber noch umgebaut, kündigte Diakonie-Sprecher Georg Scheffler-Borngässer an. Was mit dem bald leerstehenden Gebäude in der Hans-Schumm-Straße geschehen soll, sei noch offen. Es gehe bei allen Überlegungen aber nur mehr um das Gelände, nicht um das in die Jahre gekommene Gebäude.

Silke Jungbluth-Sepp

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