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    Bad Kreuznach

    Trinkgut-Räuber erhält milde Strafe – 22-Jähriger froh über  Gefängnis

    Urteil im Prozess um den Überfall auf eine Trinkgut-Filiale in Bad Kreuznach: Das Landgericht schickte den jungen Mann türkischer Abstammung für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis – zu dessen großer Erleichterung. Wer im Publikum die Hintergründe der erstaunlich dilettantischen Tat angehört hatte, konnte das auch verstehen.

    Der 22-jährige Angeklagte im Gerichtssaal.  Foto: Marian Ristow
    Der 22-jährige Angeklagte im Gerichtssaal.
    Foto: Marian Ristow

    Unter dem Vorsitz von Richter Bruno Kremer wertete die Zweite Strafkammer des Bad Kreuznacher Landgerichts vor allem das umfassende Geständnis des Mannes als strafmildernd. Der junge Mann war zum Tatzeitpunkt auf Bewährung, zuvor trat er bereits siebenmal strafrechtlich in Erscheinung.

    Der 22-Jährige hatte mit einem noch flüchtigen Komplizen am 6. März den Trinkgut-Getränkemarkt in der Bosenheimer Straße überfallen und ausgeraubt. Maskiert und mit einem Rambomesser ausgerüstet, stürmte das Duo, das laut eigenen Angaben vor Kokain konsumiert hatte, den Laden und zerrten die beiden Angestellten in die Küche. Der Beschuldigte öffnete dann den im Büro befindlichen Tresor. Mit dem erbeuteten Geld flohen die Täter.

    Plan entstand im Drogenrausch 

    Bereits am ersten Verhandlungstag gab der geständige Türke an, er und sein Komplize hätten zum Zeitpunkt der Tat häufig Kokain konsumiert. So sei der Plan, einen Überfall zu begehen, lediglich ein paar Stunden vor der Ausführung gefasst worden – ebenfalls im Drogenrausch. Allzu große Gedanken habe man sich über die Umsetzung nicht gemacht, äußerte sich der 22-Jährige damals.

    Dementsprechend dilettantisch gingen die beiden zu Werke. Als Fluchtfahrzeug benutzen sie das Auto eines Freundes. Die Polizei kam ihnen so ohne größere Mühe auf die Schliche. Das Duo verwendete zudem keine Handschuhe und wurde bei der Flucht von Passanten beobachtet.

    Zunächst galt es die Höhe der Beute zu klären. Während der Täter von einem Betrag von 2500 Euro berichtete, machte der Inhaber des Getränkehandels eine fast doppelt so hohe Summe bei der Versicherung geltend. Wo die mögliche Differenz geblieben ist, konnte nicht geklärt werden. Die Kammer orientierte sich aber an den 4970 Euro.

    Wie war das Rambomesser zu werten?

    Juristisch interessant war die Rolle des Rambomessers, das der flüchtige Angeklagte in seinem Jackenärmel versteckt hatte. Staatsanwalt Christian Loch sprach von einem aktiven „Verwenden“ des Messers. Zwar habe man nicht offen damit gedroht, aber die beiden Angestellten, eine junge Frau ist bis heute arbeitsunfähig ist, hätten das Messer aufblitzen gesehen und es so bewusst wahrgenommen. Strafverteidiger Hans-Dieter Henkel bewertete diesen Umstand anders: Das Messer sei nicht als „Raubmittel“ benutzt worden.

    Die Kammer folgte in ihrem Urteil inhaltlich weitestgehend der Staatsanwaltschaft, blieb mit ihrem Urteil unter deren Forderung von vier Jahren und drei Monaten. Richter Bruno Kremer wertete vor allem das umfassende Geständnis des Mannes als strafmildernd, ebenso sein Bemühen um einen Täter-Opfer-Ausgleich, der letztlich aber nicht zu Stande kam.

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