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Stromberg

Stromberger Stadtrat verärgert, denkt an Gang vors Verwaltungsgericht: Kreis habe Bedenken gegen weiteren Gesteinsabbau im ehemaligen Kalkwerk "weggewischt"

Stromberger Kommunalpolitiker sind stocksauer auf die Kreisverwaltung. Die Behörde habe ihre Einwände gegen weiteren Gesteinsabbau im ehemaligen Kalkwerk der Michelstadt bis 2017 "weggewischt".

Stromberg – Stromberger Kommunalpolitiker sind stocksauer auf die Kreisverwaltung. Die Behörde habe ihre Einwände gegen weiteren Gesteinsabbau im ehemaligen Kalkwerk der Michelstadt bis 2017 "weggewischt".

Die Kreisverwaltung hat grünes Licht für einen erweiterten Gesteinsabbau im ehemaligen Stromberger Kalkwerk gegeben: Die Firma Gaul darf sich nun noch zehn Meter tiefer in den Hunsfels sprengen. Diese Entscheidung löste im Stromberger Stadtrat am Dienstagabend Empörung aus.

Stadtbürgermeisterin Klarin Hering (CDU) vermutet dahinter „bestimmte Kräfte“. Ihr Vorgänger Achim Schöffel (CDU) wurde deutlicher und betonte „gute Kontakte“ zwischen der jetzigen Betreiberfirma Gaul und der Aufsichts- und Genehmigungsdirektion ADD, die der Kreisverwaltung überstellt sei.

Noch bis 2017 darf das Sprendlinger Unternehmen aus dem Hunsfels Baumaterial heraus sprengen. Abbau und Abtransport werden nach Ansicht der Stadtbürgermeisterin die weitere Entwicklung des Sanierungsgebiets „Schneckenmüller Weg“ stark hemmen. Die Kreisverwaltung lasse diesen Einwand aber nicht gelten. Schöffel warf der Behörde vor, sich hausintern nicht über die Sanierungsfrage ausgetauscht zu haben und schimpfte: „Die wollen uns doch veräppeln.“ Er hält es für eine „Unverschämtheit“ vom Kreis, eine weitreichende Entscheidung auf „bloß vage Formulierungen“ zu gründen und will diese keinesfalls so hinnehmen.

Bis Monatsende soll die Stadt Stromberg nun ihr Einvernehmen zur Entscheidung erklären, fordert der Kreis. Vorher will Klarin Hering mit den Sprechern der Ratsfraktionen erörtern, ob ihre Stadt den Behördenbescheid vor dem Verwaltungsgericht anfechten wird. Sie selbst sieht darin ein hohes Risiko. Im Falle einer Niederlage bleibe die Stadt nämlich auf hohen Gutachterkosten sitzen.
Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Stromberg teilt die Bedenken der Stadt zum erweiterten Abbau (wir berichteten). Ob sich die VG einer Klage gegen den Behördenentscheid anschließen würde? Dazu meinte Bürgermeisterin Anke Denker (SPD): „Das Schreiben vom Kreis war schon sehr deutlich.“ Daher könne sie sich das eher nicht vorstellen. Aber auch sie will sich bis Monatsende noch mit den Fraktionen ihres Rates darüber austauschen.

Weitere Themen der Sitzung: Ein Dauerbrenner im Stromberger Rat ist die Frage nach einer zweiten Zufahrt für das Schindeldorf. Die SPD-Fraktion hat die Diskussion nun erneut aufgeworfen. Achim Schöffel (CDU) sieht darin eine reine Wahlkampfaktion. Mit Blick auf den Schuldenberg des Kreises meinte er zur Sozialdemokratin Anke Denker: „Ihr Landrat Velten hätte ihnen diesen Antrag um die Ohren geschlagen.“ Nach Vorstellung der SPD lässt sich diese Zufahrt an eine ebenfalls angedachte Ortsumgehung für Hergenfeld, Schweppenhausen und Schöneberg anschließen. Von einer solchen neuen Straße erhofft sich Anke Denker "neue Impulse für die Dorfentwicklung". (gb)

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