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    Bad Kreuznach

    Schnelle Hilfe für Lebensretter in der Krise

    Ein Kinderunfall, eine Massenkarambolage auf der Autobahn, eine Reanimation am Fahrbahnrand: Das ist Alltag für die Einsatzkräfte des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe. Damit auch die Helfer in belastenden Situationen schnell Hilfe bekommen, hat der größte Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz nun ein neues und bundesweit einzigartiges Konzept eingeführt. Es soll dazu beitragen, dass die hauptamtlichen Lebensretter seelisch gesund bleiben.

    Die Lebensretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kommen immer wieder in Situationen wie diese, in denen sie verletzten Personen, darunter auch Kindern, beistehen müssen. Da die emotionalen Anforderungen hoch sind, benötigen manche Mitarbeiter in Krisensituationen Hilfe von einem Psychologen. Diese ist nun zeitnah, kostenlos und anonym verfügbar.  Foto: DRK-Rettungsdienst RHN
    Die Lebensretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kommen immer wieder in Situationen wie diese, in denen sie verletzten Personen, darunter auch Kindern, beistehen müssen. Da die emotionalen Anforderungen hoch sind, benötigen manche Mitarbeiter in Krisensituationen Hilfe von einem Psychologen. Diese ist nun zeitnah, kostenlos und anonym verfügbar.
    Foto: DRK-Rettungsdienst RHN

    Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

     

    Bisher sind die Einsatzkräfte von ehrenamtlichen Notfallseelsorgern betreut worden, die bei Krisen Beistand geleistet haben, darunter katholische und evangelische Seelsorger sowie Helfer von sozialen Diensten sowie Rettungsdiensten. Eine Unterstützung, die Pressesprecher Philipp Köhler als wertvoll ansieht. "Als modernes Unternehmen haben wir jedoch eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter", führt er aus. Daher hat der DRK-Rheinhessen-Nahe nun ein eigenes Hilfesystem für hauptamtliche Lebensretter etabliert.

    Kollegen haben ein offenes Ohr

    Mehrere Mitarbeiter verschiedener Rettungswachen sind im Zuge der Einführung des neuen Versorgungskonzepts zu kollegialen Ansprechpartnern ausgebildet worden. Zudem qualifizierten sich weitere Mitarbeiter in 100 Stunden Fortbildung zu psychosozialen Ansprechpartnern. Sie stehen für die Mitarbeiter rund um die Uhr zur Verfügung und haben sich freiwillig für den Dienst gemeldet. Falls die Möglichkeiten der Kollegen für die Bewältigung belastender Einsätze erschöpft sind, steht zeitnah auch ein Notfallpsychologe bereit. Psychotherapeut Oliver Korz arbeitet in Mainz und stellte sich den DRK-Mitarbeitern gestern im Rahmen der Gesundheitstage auf dem Gelände der DRK-Rettungswache in der Mühlenstraße vor.

    Bis zu fünf Sitzungen können sie bei ihm wahrnehmen, die sowohl kostenfrei als auch vertraulich sind. Die Beratung kann zudem über Mail oder Telefon laufen. Korz gibt dem Rettungsdienst lediglich Rückmeldung darüber, wie viele Personen ihn aufgesucht haben und ob wegen privater Probleme, Überlastung, Stress am Arbeitsplatz oder eines belastenden Einsatzes.

    "Von unseren Mitarbeitern werden im Notfall voller Einsatz und professionelles Vorgehen erwartet. Dies gelingt auf Dauer nur mit einer gesunden Psyche", sagt Jörg Steinheimer, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe. Der Vorteil des neuen Systems liegt auch in der zügigen Hilfe: Bei niedergelassenen Psychotherapeuten dauert die Wartezeit bis zu einem dreiviertel Jahr, während Korz innerhalb von ein bis zwei Wochen für die DRK-Mitarbeiter tätig wird. Falls weitere Schritte nötig sind wie eine ambulante Therapie, kann er den Ratsuchenden Schritte aufzeigen.

    "Wir schützen mit diesem System die Privatsphäre unserer Mitarbeiter und ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu psychischer Hilfe - auch für private Probleme.

    Gesunde Psyche ist das A und O

    Denn nur wenn sich ein Mitarbeiter gesund und wohlfühlt, ist er in der Lage, im Notfall volle Leistung zu bringen", sagt Steinheimer weiter. Der Rettungsdienst sei eben ein sehr anspruchsvolles Tätigkeitsfeld, welches eine gesunde Psyche voraussetze.

    Der DRK-Rettungsdienst hat das Versorgungskonzept für Mitarbeiter in den vergangenen drei Jahren ausgearbeitet und nun offiziell eingeführt. Die psychosoziale Versorgung der Lebensretter nach belastenden Einsätzen wird aktuell nicht von den Kostenträgern mitfinanziert. Daher wurde dieses Projekt ausschließlich aus Spenden gestemmt, führt Köhler aus. Kürzlich zeichnete übrigens Bundeskanzlerin Angela Merkel das neue "Netzwerk Psychosoziale Notfallversorgung" mit dem Förderpreis "Helfende Hand" aus - für den Pressesprecher ein Zeichen, dass das Thema auch bundesweit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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