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Bad Kreuznach

Salinen im Salinental sind eine ewige Baustelle

Aushängeschild und Sorgenkind zugleich sind die Gradierwerke im Salinental.

Dauerbaustelle Salinen: Zurzeit muss das Gradierwerk sechs im Salinental für rund 100 000 Euro erneuert werden. 
Foto: Josef Nürnberg
Dauerbaustelle Salinen: Zurzeit muss das Gradierwerk sechs im Salinental für rund 100 000 Euro erneuert werden.
Foto: Josef Nürnberg – Josef Nürnberg

Bad Kreuznach – Als Ensemble sind die Gradierwerke im Salinental ein einzigartiges Kulturdenkmal.

Doch sie verschlingen jährlich auch hohe Summen. Darum empfiehlt Michael Vesper, Geschäftsführer der Gesellschaft Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach (GuT), in Abständen darüber zu diskutieren, ob man die Salinen auf Dauer in Gänze erhalten will.

Ähnlich wie beim Kölner Dom sind auch die Gradierwerke eine ewige Baustelle. Zurzeit wird die Talseite des Gradierwerkes sechs mit Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro erneuert. Hier muss die Bedornung ausgewechselt werden über die die Sole rieselt. Denn die Dornenbündel halten in der Regel nur zwölf Jahre. Insgesamt 12 000 Dornenbündel werden in die Fächer gepresst. "Wenn wir schon die alte Bedornung herausnehmen, dann erneuern wir gleichzeitig schadhafte Hölzer der Tragkonstruktion", erläutert Vesper . Nur die reinen Zimmermannsarbeiten werden an externe Firmen vergeben. Alle anderen Unterhaltungsmaßnahmen werden von fünf oder sechs eigenen Mitarbeitern ausgeführt.

Wenn das Gradierwerk Ende April wieder anläuft, hat die Gesamtsanierung des Bauwerkes in zwei Jahren 200 000 Euro verschlungen. "Dabei hatten wir noch Glück, dass wir die Wanne mit einem speziellen Bitumenkleber wieder dicht bekommen haben, sonst hätte ein Neubau gedroht, der dann im Millionenbereich gelegen hätte", informierte Vesper. Die GuT als Betreiber hatte ohnehin angeregt, zwei der sechs großen Gradierwerke künftig nicht mehr zu betreiben, um Kosten einzusparen. Vesper: "Die Gradierwerke, die wir stilllegen wollten, eignen sich nicht als Inhalatorium, da sie recht hoch auf Stützen stehen."

Als Historiker hat sich Vesper natürlich auch mit den Veränderungen im "Industriegebiet" Salinental befasst. Daher weiß er, dass es immer Veränderungen in der Anzahl der Gradierwerke gab. Vesper zeigt auf die Stützen des Gradierwerks sechs, die im Erdgeschoss des Restaurants am Gradierwerk vermauert sind. Wo man heute gut speisen kann, rieselte früher noch Sole. In der gut 270-jährigen Geschichte der Gradierwerke sind die Salinen nicht nur verkürzt worden, sondern auch ganze Anlagen komplett verschwunden. Wenn Gradierwerk sechs zu Beginn der Saison wieder komplett anläuft, dann rieselt im Salinental immer noch Sole über eine Fläche von einem Hektar. Würde man alle Gradierwerke hintereinander anordnen, dann ergäbe das eine Strecke von einem Kilometer Länge.

"Hier stoßen wir aber auch an eine Grenze, denn für mehr haben wir gar nicht die Kapazitäten", so Vesper. Darum würde er auch keineswegs Luftsprünge machen, wenn nach einer Städtefusion noch die beiden Bad Münsterer Gradierwerke von seiner Gesellschaft übernommen werden müssten. Selbst wenn die wegen Schäden still stehende Saline Ost in BME mit Landeszuschüssen saniert würde, sieht Vesper darin kein Nullsummenspiel. "Vesper: "Auch ein Gradierwerksneubau oder eine sanierte Saline kostet in der Unterhaltung". Personell ist man in Sachen Gradierwerksunterhaltung schon mit Bad Kreuznachs Gradierwerken am Limit. "Wenn dieses Jahr unser Gradierwerk sechs komplett saniert ist, dann steht im kommenden Jahr bereits das nächste Gradierwerk zur Sanierung an", erklärte der GuT-Geschäftsführer.

Finanziell sei man jedes Jahr mit rund 100 000 Euro dabei. Wenn die Schäden an den Werken größer sind, komme man auch Mal schnell an 400 000 Euro. Die Gradierwerke in Bad Kreuznach müssen in der Regel häufiger saniert werden als vergleichbare Anlagen in Deutschland. "Da bei uns der Salzgehalt mit 1,5 bis zwei Prozent recht niedrig ist, müssen unsere Anlagen im Winter abgeschaltet werden. Weil dann die Saline trocken steht, leidet das Holz in dieser Zeit mehr als sonst", weiß Vesper. An Orten, wo der Salzgehalt um die acht oder neun Prozent liegt, friert die Sole im Winter nicht ein, so dass die Anlagen das ganze Jahr laufen. Josef Nürnberg

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