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Bingen/Bad Sobernheim

Neues von "Papa Rhein": Friedenspfeifen qualmen über dem Hotelprojekt

Das Hotelprojekt namens Papa Rhein am Binger Landesgartenschauufer, das zuletzt für mächtig Wellengang gesorgt hatte, scheint wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Einige Planungsdetails hatten geharnischten Widerstand im Planungsausschuss hervorgerufen.

Einige Kommunalpolitiker waren überrascht bis erbost, die Verwaltung zumindest teils irritiert, Investor Jan Bolland konsterniert und wenig amüsiert. Er hatte allerdings diese Sitzung gar nicht wahrgenommen, weil er die unerwartete Brisanz unterschätzt hatte, was er im Nachhinein als Fehler eingestand. Doch die Rolle des Schwarzer Peter wollte er nicht annehmen und suchte wenige Tage später das klärende Gespräch mit Verwaltung und Fraktionsvertretern. Danach sah die Welt wieder etwas rosiger aus.

Was Bolland „Missverständnisse“ nannte, wurde nach Aussage beider Seiten ausgeräumt. In der Tat konnte der Unternehmer aufzeigen, dass wesentliche Planungsdetails, die nun moniert wurden, (eigentlich) längst bekannt und im städtebaulichen Vertrag von Mai 2017 fixiert sind – zum Beispiel die Abstützung des rheinseitigen Gebäudeteils, der über die Hochwasserschutzmauer ragt.

Stelzen/Säulen: Knapp zehn Meter ist der Hotelbau namens Papa Rhein länger als die Baufläche, der derzeitige Schotterparkplatz zwischen Fähranleger und Gartenstadt-Villenbebauung. Dieser Überstand, der an einen Schiffsbug erinnern soll, ragt über die öffentliche Fläche der Promenade. Jetzt geht es um die Frage der Abstützung. Viele glaubten, wie es zwischenzeitlich auch diskutiert und optisch dargestellt wurde, an eine freitragende Konstruktion.

Bollands Planer sehen anderes vor: Zehn Säulen oder Stelzen, die den Überhang stützen und zwangsläufig auf städtischem Grund stehen müssten. Um den optischen Eindruck zu verbessern, schlägt Bolland nun verspiegelte Säulen vor: „Das kann schick aussehen.“

Biergarten: Auch der projektierte Biergarten liegt schräg unterhalb des Hotels auf dem früheren Landesgartenschaugelände, also auf der öffentlichen Promenadenfläche. Keineswegs wolle er diese Fläche okkupieren oder zusätzlich kaufen, sagt Bolland. Auch der Biergarten ist in den Verträgen enthalten – und sogar schon in den Entwurfsplanungen der Landesgartenschau aus den Jahren vor 2008, damals noch allgemein als „gastronomische Fläche“, die es dann aber an dieser Stelle so nicht gab. Irritation gab es jetzt über die Größe. 150 Quadratmeter waren vorgesehen, Jan Bolland hätte lieber 250 gehabt. Doch mit 150 sei er ebenfalls zufrieden, lautet nun sein Kompromissangebot. Die Verwaltung und die Fraktionen sehen die Biergartengröße in Zusammenhang mit den erforderlichen Toiletten, die im Hotel zu nutzen wären (über eine Treppenanlage zu erreichen). Gastronomisch versorgt würde der Biergarten über einen (auch aus Hochwassergründen) mobilen Food-Truck.

Alleebaum: Diskussionswürdig ist auch der planerische Wunsch, an der Einfahrt zum Hotelkomplex einen Alleebaum zu entfernen, der irgendwie im Weg steht. Auch hier wurde im Planungsausschuss Kritik und Ablehnung laut. Inzwischen relativiert die Stadtverwaltung: Es handele sich nicht um einen alten und besonders schützenswerten Baum. Verlegungen habe es auch bei Bauvorhaben an anderer Stelle gegeben, Ersatzpflanzungen seien denkbar.

Von unserem Redaktionsleiter Rainer Gräff

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