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    Münsterappel/Bad Kreuznach

    Mit Board und Drachen in die Windböen: Beste deutsche Kitelandboarder messen sich in Münsterappel

    Wer denkt, Kitelandboarding sieht man nur an der Küste, wird spätestens jetzt überrascht sein.

    Zählt zu den jüngsten Kitelandboardern: der 11-jährige Bad Kreuznacher Pito Kroschel.
    Zählt zu den jüngsten Kitelandboardern: der 11-jährige Bad Kreuznacher Pito Kroschel.
    Foto: Privat

    Von unserem Redakteur Stephan Brust

    Die einzige Wiese in Deutschland, auf der offiziell seit Jahren Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden, liegt nur 20 Autominuten von Bad Kreuznach entfernt - auf einem 300 Meter hohen Hügel oberhalb von Münsterappel.

    An diesem Wochenende treffen sich dort wieder die besten Kitelandboarder Deutschlands. Das 5,6 Hektar große Areal ist einer von drei Tourenstopps der DM. Die weiteren folgen vom 11. bis 13. August auf Sand in Römö (Dänemark) und vom 14. bis 16 August auf dem Golfplatz Deichgrafenhof in Tating bei Sankt Peter Ording. Und mittendrin: Guntram Leibrock. Selbst passionierter Boarder, Pächter der Wiese bei Münsterappel und damit Betreiber der sogenannten Kitearea. Seit 2007 gibt der gelernte Sozialpädagoge aus Wiesbaden dort Kurse im Kitelandboarding und Kitebuggyfahren. Der Unterschied: Im Buggy sitzt man, er hat drei Räder, das Boarden findet im Stehen statt, auf einem Board mit vier (kleineren) Rädern. Vereinfacht ausgedrückt, versteht sich.

    Gut 20 Aktive kommen regelmäßig in die Kitearea

    Vorwärts kommen beide Gefährte mithilfe eines Lenkdrachens (Kite) - und des Winds natürlich. Der bläst auf dem Areal in der Regel ziemlich kräftig, denn die Region liegt in der Wetterscheide zwischen Hunsrück und Donnersberg. „Begonnen haben wir vor gut acht Jahren mit einer Minitruppe von drei Leuten“, erzählt Leibrock in seinem Container am Rande des Areals, den er mit Couch und Sesseln ausgestattet hat - zur Erholung zwischendurch. Heute kommen gut 20 Aktive regelmäßig an den Wochenenden in die Kitearea.

    Offiziell anerkannt ist Kitelandboarding vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nicht. „Dafür machen es deutschlandweit noch zu wenige“, erklärt Leibrock, „aber eine absolute Nische ist es längst auch nicht mehr. Die Sportart hat sich gut weiterentwickelt“, ergänzt der 47-Jährige. Ganz günstig ist sie allerdings nicht. Eine vernünftige Einsteigerausrüstung kostet 1000 Euro.

    Interessant: Das Boarden spricht die unterschiedlichsten Altersgruppen an. „Die meisten sind zwischen 35 und 45. Unser Ältester ist fast 60, die Jüngsten sind elf“, verdeutlicht Leibrock.

    "Ein verrückter Zufall"

    Zu ihnen gehört Pito Kroschel aus Bad Kreuznach. Der 11-Jährige war in den Osterferien 2014 mit seiner Familie auf der Nordseeinsel Wangerooge. Kurz nachdem er seinen Lenkdrachen am Strand ausprobiert hatte, zerriss er durch die starken Böen. Also setzte sich Pito an den Computer, recherchierte im Internet nach einem neuen Drachen.

    Dabei stieß er auch aufs Kitelandboarding und kam über ein Forum in Kontakt mit einem früheren Boarder aus Berlin. „Als er gehört hat, dass ich aus Bad Kreuznach komme, hat er mir direkt Guntram und die Wiese bei Münsterappel empfohlen“, erzählt Pito. „Ein verrückter Zufall“, ergänzt seine Mutter Claudia.

    Im Sommer absolvierte Pito seinen ersten Kurs bei Leibrock. Seitdem kommt er so oft es geht an den Wochenenden nach Münsterappel. „Es ist irre, was man allein schon mit dem Board alles machen kann“, schwärmt er. Eigentlich sollte er am Wochenende auch erstmals bei der DM dabei sein. Nicht im Freestyle, sondern bei den Rennen. „Freestyle wäre noch zu gefährlich“, sagt Leibrock, „da wird je nach Wind gut acht Meter hoch gesprungen.“

    Hinter Pitos Start steht jedoch noch ein Fragezeichen, weil er auf dem Schulhof mit dem Fuß umgeknickt ist. Die Entscheidung fällt am Wochenende spontan. Doch selbst wenn er nicht beim Rennen dabei sein kann: Zuschauen wird er auf jeden Fall. Das gilt auch für seine Eltern Matthias und Claudia. Seine Mutter findet gerade die Mischung aus Sport und Naturverbundenheit beeindruckend. „Während Pito trainiert, setze ich mich in die Sonne, genieße die Ruhe. Das ist hier fast wie Urlaub.“

    DM: Wettkämpfe steigen am Samstag und Sonntag

    Die ersten Kitelandboarder reisen bereits am morgigen Freitag nach Münsterappel zum ersten Tourenstopp der Deutschen Meisterschaft. Die Einschreibung beginnt um 13 Uhr, danach wird trainiert. Eine weitere Trainingsmöglichkeit gibt es auf der Wiese oberhalb von Münsterappel (Donnersbergstraße) am Samstagmorgen von 9 bis 10.30 Uhr. Die ersten Wettkämpfe (Freestyle und Rennen) beginnen um 11.30 Uhr. Am Samstagabend (19 Uhr) gibt es eine After-Show-Party mit der Freestyle-Siegerehrung in der Waldgaststätte in Kalkofen. Sonntags steigen die letzten Rennen ab 13 Uhr, anschließend (gegen 15 Uhr) folgt auch hier die Siegerehrung. Der Eintritt an allen Tagen ist frei.

    Mehr Informationen zur Deutschen Meisterschaft und zum Ablauf der Wettkämpfe unter www.kitelandboarding.eu.

    Mehr Infos zur Kitearea unter www.kitearea.de

    Bad Kreuznach
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