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    Kulturen und Vielfalt: Buntes Bad Kreuznach

    Das Eröffnungsfest der Interkulturellen Wochen in Bad Kreuznach am Samstagnachmittag an der Pauluskirche unterstrich das Motto – „Vielfalt verbindet“ – in geradezu idealer Weise.

    130 Nationen, die in einer rund 53.000 Einwohner zählenden Stadt leben, das sind die nackten Zahlen, die Sozialdezernent Udo Bausch bei der Eröffnung nannte. Was dahinter steckt, das wurde so richtig erst während des Festes spürbar, das den großen Kosmos der Stadt komprimiert abbildete. Was Bausch anhand nüchterner Zahlen aussagen wollte, wurde beim Gang entlang der mehr als 40 Stände deutlich.

    Da waren etwa Natalie Baway, deren Familie aus Polen stammt, und Atilla Kutsabcon, dessen Familie aus der Türkei kommt. Das junge Paar schälte am Stand des Vereins zur Förderung des Gedankengutes Atatürks Zwiebeln. Sie, deren religiöse Wurzeln im polnischen Katholizismus liegen, und er, dessen Familie islamische Wurzeln hat, berichteten, dass Religion in ihrer Beziehung keine Rolle spielt. Wenn mal Tränen fließen, dann schon eher beim Zwiebelschälen und sicher nicht, weil sie sich des Glaubens wegen in die Wolle kriegen. Sie fühlen sich dann auch gut im Atatürk-Verein aufgehoben, der sich bewusst laizistisch gibt.

    Überhaupt versuchte niemand seitens der vielen anwesenden Kulturen und Religionen, die Besucher zu missionieren. Wichtig findet es Bernhard Dax von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz jedoch, beim Fest vertreten zu sein, denn so drücke die Kirche aus, dass sie Teil dieser Stadt ist. „Für viele Besucher bekommt die Kirchengemeinde durch uns erst ein Gesicht.“ Die evangelische Kirchengemeinde und das Café Bunt lockten mit wundervoll schmeckenden Plätzchen. Vertreten war auch das Frauenhaus – und das ganz bewusst. Schließlich erleben nicht nur deutsche Frauen Gewalt, sondern Gewalt gegen Frauen geht über alle Kulturen hinweg, wobei zurzeit viele traumatisierte Flüchtlingsfrauen Hilfe suchen.

    Zudem boten die unterschiedlichen Gruppen auch Köstlichkeiten ihrer Heimat – da war die Annäherung ein Klacks. Und das Programm sorgte für tolle Stimmung, denn Musik und Kunst gehen über die Kulturen hinweg. So tanzten junge Flüchtlingsmänner schon mittags vor der Bühne. „Bad Kreuznach ist bunt“, zog Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer ein Fazit. Obwohl der neue Standort an der Pauluskirche sicher mehr Atmosphäre hatte als der nüchterne Kornmarkt, bedauerte mancher den Standortwechsel. „Am Kornmarkt kamen mehr Menschen vorbei.“ Die Interkulturellen Wochen gehen bis Dienstag, 3. Oktober.

    Von unserem Reporter Josef Nürnberg

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