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    Kreis Bad Kreuznach: Arztpraxen und Notdienste während der Weihnachtstage stark gefordert

    Krank während der Feiertage? Das wünscht sich keiner. Doch rund um Weihnachten waren Arztpraxen im Kreis Bad Kreuznach voll besetzt. Auch die Notdienste hatten jede Menge zu tun.

    Kreis Bad Kreuznach - Krank während der Feiertage? Das wünscht sich keiner. Doch rund um Weihnachten waren Arztpraxen im Kreis Bad Kreuznach voll besetzt. Auch die Notdienste hatten jede Menge zu tun.

    Allein am zweiten Weihnachtsfeiertag zählte die Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) in der Kreuznacher Diakonie in kurzer Zeit 33 Patienten, wie BDZ-Leiter Dr. Christian Schulze berichtet. Dr. Klaus-Dieter Bareiter vom Kinderärztlichen Notdienst in der Diakonie behandelte am Mittwoch sogar 77 Kinder. Darunter viele Hals- und Mittelohrentzündungen. „So massiv war es schon lange nicht mehr“, fasst Bareiter zusammen.

    Fünf freie Arbeitstage bescherte Weihnachten in diesem Jahr. Schön auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber auch mit ein Grund, warum es sich in Arztpraxen und während des Notdienstes an den Feiertagen ballte. „Viele sind im vorweihnachtlichen Stress nicht rechtzeitig zum Arzt gegangen“, bestätigt Dr. Christian Schulze, dessen Praxis in Winterburg im Moment genauso hoch frequentiert ist wie die weiterer Kollegen im Kreisgebiet. Parallel dazu leitet Schulze die Bereitschaftsdienstzentrale der Hausärzte, die seit Mai dieses Jahres im Erdgeschoss der Diakonie ansässig ist. Den Dienst teilen sich aktuell 20 Ärzte aus der Region. Für Schulze zu wenig. „Leider sind viele nicht bereit, sich zu beteiligen, obwohl sie theoretisch eigentlich verpflichtet sind“, ärgert er sich.

    Als Begründung hört er immer wieder von Kollegen, dass sie sowieso rund um die Uhr für ihre Patienten erreichbar seien. „In Wirklichkeit sind es viele aber nicht“, konstatiert Schulze. Das ist gerade an Tagen wie diesen problematisch. Wenn sich Infekte häufen – und ein Arzt in der BDZ allein das Pensum bewältigen soll. Am Mittwoch musste Schulze deshalb persönlich einspringen und fuhr kurzerhand in die Diakonie, um einen Teil der Patienten zu übernehmen. „Wir hatten 33 Leute in der Warteschleife“, sagt er. Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass es Ärzte gibt, die keine funktionierende Vertretungsregelung haben. „Einige machen einfach zu und sind nicht mehr erreichbar. Sie denken wahrscheinlich, die BDZ regelt das schon“, kritisiert er. Dennoch rät Schulze, erst mal den eigenen Hausarzt aufzusuchen, bevor Notaufnahmen in Krankenhäuser angesteuert werden.

    Dass im Moment die Krankheitsfälle steigen, liegt nicht nur am nasskalten Wetter. Gerade Menschen, die sonst viel im Stress sind, werden im Urlaub krank, wenn der Körper plötzlich runterfährt. „Ein typisches Phänomen“, bestätigt Schulze und ergänzt: „Diese Menschen sollten generell über einen ausgeglicheneren Lebensstil nachdenken.“ Darüber hinaus erinnert er daran, auf gesunde Ernährung, genügend Flüssigkeit und Bewegung zu achten.

    Das gilt natürlich auch für Kinder. Neben den knapp 80 kleinen Patienten, die Dr. Bareiter während des Kinderärztlichen Notdienstes am Mittwoch betreute, wurden noch mal 30 außerhalb der Sprechstunden von Stationsärzten der Diakonie behandelt. „Das ist schon auffällig viel“, sagt Dr. Christoph von Buch, Chefarzt der Kinderstation. „Beim Großteil der Kinder war es auch richtig, dass sie kamen“, fügt Bareiter hinzu. Derzeit seien viele Infekte im Umlauf, die mit hohem Fieber und Entzündungen im Hals, Nasen- und Ohrenbereich einhergehen – und mit Antibiotikum bekämpft werden müssen. In einigen Apotheken seien die Antibiotikabestände deshalb sogar nahezu aufgebraucht gewesen, gerade an den Feiertagen.

    Wann Eltern mit ihren Kleinen den Notdienst aufsuchen sollen? „Das lässt sich pauschal nicht sagen“, betont Dr. von Buch. „Ich sage immer: Wenn sich die Eltern Sorgen machen, dann sollen sie auch kommen.“ Manchmal kämen auch Eltern mit Kindern, die seit drei Tagen Schnupfen haben. „Da stellt man sich schon die Frage, ob das sein muss“, meint der Chefarzt. Vielmehr macht er sich aber Gedanken um Kinder, die im vollen Wartezimmer sitzen und sich kaum bemerkbar machen können, weil ihr Wachheitsgrad gestört ist. „Gestörte Vigilanz“, wie es in der Fachsprache heißt. „Die benötigen meistens am schnellsten Hilfe“, sagt er. „Schreiende Kinder machen mir da weniger Angst.“

    Stephan Brust

    Kinderärztlicher Notdienst und BDZ: Das sind die Sprechstunden
    Die Praxis der Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) befindet sich im Erdgeschoss der Kreuznacher Diakonie. Dienstzeiten: Montag ab 19 Uhr bis Dienstag 7 Uhr, Dienstag ab 19 Uhr bis Mittwoch 7 Uhr, Mittwoch ab 13 Uhr bis Donnerstag 7 Uhr, Donnerstag ab 19 Uhr bis Freitag 7 Uhr, Freitag von 18 Uhr bis Montag um 7 Uhr. Vor Feiertagen öffnet die BDZ um 18 Uhr und schließt um 7 Uhr nach dem Feiertag. Samstags, sonntags und an Feiertagen ist die BDZ durchgehend besetzt. Telefonisch ist sie unter 0671/19292 oder 0671/605 2008 erreichbar.
    Der Kinderärztliche Notdienst ist im vierten Stock der Diakonie ansässig. Sprechstunden: samstags, sonntags und feiertags, von 9 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs 16 bis 18 Uhr. Am 31. Dezember ist der Notdienst von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr besetzt.

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