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    Bad Kreuznach

    Kitastreik: Flottes Tänzchen für gerechteren Lohn

    Musik von Michael Jackson, eine eigens einstudierte Choreografie und staunende Passanten in der Kreuznacher Innenstadt: Mit einem Flashmob haben Erzieher am Mittwochmittag eine kreative Seite ihres Arbeitskampfs gezeigt.

    Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

    Punkt 12.30 Uhr gellt der Pfiff einer Trillerpfeife über den Kornmarkt. Nur wenige Sekunden später staunen die vielen vorbeiflanierenden Passanten in der Kreuznacher Innenstadt, als auf einmal eine Gruppe in roten Westen mitten in der Fußgängerzone ein flottes Tänzchen hinlegt, begleitet von Trommeln und Sprechgesang. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zu einer ungewöhnlichen Protestaktion, einem Flashmob, im Rahmen des Kitastreiks aufgerufen, etwa 70 Erzieher waren der Einladung gefolgt.

    Das Prinzip hinter dem Flashmob: Irgendwo in der Öffentlichkeit tauchen zu irgendeinem Zeitpunkt Menschen auf, die sich vorher dazu verabredet hatten, und führen für wenige Minuten eine aufsehenerregende Aktion durch. Prinzip verstanden und gut umgesetzt, möchte man da Verdi-Mann Thomas Magdic zurufen, der die Aktion initiiert hatte. "Zwei Tage lang wurde dafür geprobt", schildert er. Zu "They don't care about us" von Michael Jackson wurde also in Formation getanzt, den Refrain hatten die Streikenden umgedichtet in "Alles was wir sagen: Fairer Lohn ist nur gerecht" - so kann Streik tatsächlich launig und unterhaltsam daherkommen.

    Doch bei all der Leichtigkeit, die in einem Flashmob steckt: Der Ausnahmezustand in den Kitas wird sich in der Region noch einmal leicht verschärfen. Für heute haben die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi zu einer großen Kundgebung in Frankfurt aufgerufen: "Dort tagt der Verband der kommunalen Arbeitgeber. Vielleicht machen sie uns morgen ja endlich mal ein Angebot. Die Fronten sind ruhig, sehr ruhig. Im Moment bewegt sich jedenfalls nichts", erklärt Magdic. Daher werden dem Ruf nach Frankfurt auch einige Erzieher aus dem Kreis folgen.

    So wird heute erstmals auch die Kita in Stromberg geschlossen bleiben, die dortige Krippe ist ohnehin unbefristet in den Streik getreten, Gleiches gilt auch für die Kitas in Bretzenheim, Laubenheim und Windesheim, in denen seit nunmehr rund drei Wochen gestreikt wird. Auch die Erzieher der Kita in Schweppenhausen befinden sich im Arbeitskampf. In der Stadt Bad Kreuznach bleibt hingegen vorerst alles beim alten - das bedeutet, dass die Kitas Kunterbunt und Stromberger Straße komplett geschlossen sind. In allen anderen Einrichtungen gibt es einen Notdienst, der jedoch nur eine kleine Zahl von Kindern betreuen kann.

    Am morgigen Freitag wird es dann darüber hinaus zu einer größeren Kundgebung auf dem Kreuznacher Kornmarkt kommen, zu dem erneut die GEW aufgerufen hat. Für 16.30 Uhr - aufgrund des verhältnismäßigen späten Zeitpunkts dürfte der Betrieb der Kitas morgen weitgehend unberührt bleiben - hat die Gewerkschaft sowohl Erzieher als auch Eltern mitsamt Kindern, Politiker und Vertreter aller kommunalen oder kirchlichen Träger von Kitas zur zentralen Kundgebung mitten in der Kreuznacher Innenstadt eingeladen (Bericht folgt).

    Streikende Erzieher überraschen Kreuznacher mit Flashmob
    Bad Kreuznach
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