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Gespannt auf Jahrgang 2014: Trauben wollen es mäßig warm und trocken

Kreis Bad Kreuznach – Winzer und Weinliebhaber sind gleichermaßen gespannt auf den Jahrgang 2014. Die Trauben hängen noch an den Stöcken, die Lese rückt näher – doch es kann sich noch einiges entscheiden in Sachen Qualität.

Die Wespen erfreuen sich längst am neuen Jahrgang. In Kürze kommen auch Freunde des Federweißen auf ihre Kosten.  Foto: Armin Seibert
Die Wespen erfreuen sich längst am neuen Jahrgang. In Kürze kommen auch Freunde des Federweißen auf ihre Kosten.
Foto: Armin Seibert

Von unserem Redakteur Rainer Gräff

Der Reifevorsprung, der sich angesichts des ausgefallenen Winters und der guten ersten Monate des Jahres ergeben hatte, hat sich teilweise durch den kühlen Sommer mit reichlich Regen ausgeglichen.

Ein "Frühchen" ist der Jahrgang 2014 allerdings immer noch. Iris Führ vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) gibt für die Nahe den Reifebeginn bei Müller-Thurgau mit 3. August und bei Riesling mit 12. August an. Daraus errechnet sich ein Lesestart für sehr frühe Sorten am 10. September, für Müller-Thurgau-Trauben etwas danach. Der Reifestand der Spätsorten wird von den Weinbau- und Rebschutzexperten mit den Jahren 2012 und 2004 verglichen.

Rheinhessen liegt bei den Terminen früher: Der bundesweit erste Lesebeginn wurde aus Westhofen am 8. August gemeldet – ungewöhnlich früh, aber auch nur gültig für Federweißersorten wie Solaris. Inzwischen wird allerdings auch schon in der Pfalz abgefahren: Ortega und Sieger sind dort ebenfalls reif. Die Hauptlese hat jedoch noch nicht begonnen.

An der Nahe hängen die Trauben noch an den Stöcken – und zwar reichlich. Bedroht wird die Ernte bei weiteren Regenfällen. Rekordverdächtige Wassermengen wurden in den vergangenen Wochen gemessen, was laut Fachberater Dr. Georg Hill "aus Winzersicht nicht sehr erfreulich ist". Zu viel Wasser tut nicht gut: So "könnte eine Fortsetzung der Nässeperiode bis Ende August bereits bei Müller-Thurgau in frühen Lagen zum Platzen der Beeren führen". In dieser Hinsicht sind die etwas später reiferen Sorten wie der Riesling, deren Beeren noch widerstandsfähiger sind, im Vorteil.

Der aktuellste Rebschutzhinweis für Rheinhessen vom Freitag klingt jedoch recht vielversprechend: "So könnte es weitergehen. Sonne, leichter Wind und Trockenheit wären die idealen Wetterbegleiter für die nächsten Wochen. Die kühlen Nachttemperaturen verlangsamen zwar den Säureabbau, aber auch die Essigbildung durch die Essigbakterien und die Botrytisfäule bei verletzten Beeren."

Hills erfreuliches Zwischenfazit: "Die Trauben präsentieren sich derzeit in perfektem Zustand. Die Nässeperioden der letzten Woche haben sie größtenteils sehr gut überstanden." Zu viel Nässe bedeutet drohende Fäulnis und eine für die Winzer neue Gefahr: Die Kirschessigfliege ist auf dem Vormarsch, wurde an der Nahe bislang jedoch nur bei Brombeeren und in Weinbergen mit benachbartem Obstbestand gefunden. Außer auf Obst steht das Insekt auf Rotweintrauben, wenn es zur Eiablage geht. Bei Befall muss gespritzt werden. Vorbeugend wird geraten, die Traubenzone zu entblättern, also regelmäßig das Laub zu reduzieren, und kompakte Traubensorten ausreichend zu lockern.

Mit der "grünen Lese" will der Bingen-Dietersheimer Winzer Peter Marxen vom Weingut St. Markus in diesen Tagen beginnen. Wo zu viel hängt, wird abgeschnitten. Bislang hat Marxen mit dieser Reduzierung des Behangs gewartet, damit die aufgenommene Wassermenge sich besser auf die Frucht verteilt und nicht zum Aufplatzen führt. "Aber ich bin schon viermal mit dem Laubschneider durchgefahren", berichtet er beim Besuch im Wingert. Bleiben schädliche Wetterkapriolen wie große Hitze, Unwetter oder gar Hagel aus, gilt auch für die Nahe und Rheinhessen die allgemeine Prognose des deutschen Weininstituts in Mainz: Danach "steht uns wieder einmal ein gutes, wenn nicht sogar sehr gutes Weinjahr ins Haus".

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