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    Bad Kreuznach

    Edles Premiumprodukt: Gesunde Luft direkt aus dem Salinental

    Einmal tief durchatmen bitte: Der Bad Kreuznacher Stefan Butz verkauft jetzt beste Luft aus dem Salinental. Ein absolutes Luxusgut, das sich sicher nicht jeder leisten kann und will.

    Von Kurt Knaudt

    Das in 0,75-Liter-Flaschen mit Korkverschluss abgefüllte Produkt gibt's in der Markteinführungsphase zum Sonderpreis von 48, später dann für 60 Euro. Wer jetzt irritiert oder gar abfällig den Kopf schüttelt, sollte bedenken: Für Butz hat diese Geschäftsidee nicht nur eine kommerzielle, sondern auch eine satirische Seite, die er mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern in einem speziell dafür kreierten Internetauftritt präsentiert.

    Dazu gibt's einen – natürlich im Salinental – gedrehten Film, in dem der 44-Jährige die Luft als deutsches Hightech-Spitzenerzeugnis anpreist. Erst ertönt dezente Musik, dann kommt Butz ins Bild und wirbt für das von ihm vermarktete Premiumprodukt. Und zwar auf Englisch: Denn die Luft ist selbstredend für den internationalen Markt bestimmt. „Wir leiden ja anders als etliche andere Länder nicht unter akuter Luftverschmutzung.“

    Stefan Butz, der ein Faible für Skurriles hat, verhehlt nicht, dass die ursprüngliche Idee von einem Engländer stammt: Ein gewisser Leo de Watts sorgte im vorigen Jahr für Schlagzeilen, als er frische Luft für den chinesischen Markt offerierte – eine mit natürlichen Mitteln erzeugte Ware: Denn diese fängt er einfach mit dem Schmetterlingsnetz auf englischen Wiesen ein. Ein typisch britischer Gag, der an Monthy Pythons erinnert – und sich offenbar auch lohnt: Denn es wird nicht nur viel geschmunzelt, sondern auch eifrig gekauft. Und das, obwohl Watts umgerechnet sogar 120 Euro pro Flasche verlangt – viel Geld für heiße Luft.

    Der Bad Kreuznacher hat dessen eigenwilligen Einfall aber nicht einfach nur kopiert, sondern in seinem Kreativlabor zu einer Satire-Aktion mit eigener Note verfeinert – mit dem Anspruch, unter dem Label Made in Germany höchste Qualität zu liefern. Das beginnt damit, dass eben keine stinknormale Landluft, sondern die bekanntermaßen besonders gesunde Luft aus dem Salinental angeboten wird. Das bescheinigt vor laufender Kamera auch eine „unabhängige Wissenschaftlerin“ – eine Bekannte von Butz. Ein junges Paar atmet vor reizvoller Salinen-Kulisse verzückt und werbewirksam die Bad Kreuznacher Spitzenware ein.

    Mit dem im Film durchaus professionell anmutenden Produktionsverfahren sieht sich der Journalist, der zum Redaktionsteam des Oeffentlichen gehört, in der Tradition deutscher Ingenieurskunst. Selbstverständlich fehlt in dem Video auch nicht der Hinweis, dass es sich bei der Salinenluft um den Mercedes der Air-Branche handelt. Dabei hat Butz nur ein für 10 Euro bei Ebay ersteigertes Flaschenabtropfgestell und einen von einem Freund geliehenen Drehteller eingesetzt, um zu suggerieren, dass so die Luft in die Flasche kommt.

    Am Ende fordert der Luft-Unternehmer auf Englisch mit stark deutschem Akzent im Befehlston dazu auf, die gute Luft gefälligst zu kaufen. Das mit einem Etikett versehene edle Kunstprodukt wird in einer Geschenkbox mit Banderole versandt. Als Kunden hat Butz Menschen im Visier, die nicht gedankenschwer und mit erhobenem Zeigefinger, sondern bevorzugt mit Humor und Ironie auf die zunehmende Luftverschmutzung aufmerksam machen wollen.

    Das Vorbild aus England zeigt, dass es offenbar etliche Interessenten gibt, die bereit sind, dafür nicht wenig Geld auszugeben. Butz bewirbt die „Fresh air Made in Germany“ auch auf Facebook und Twitter. Erste wohlwollende Reaktionen aus der Bad Kreuznacher Tourismusbranche lassen ihn darüber nachdenken, ob er seinen Scherzartikel auch in einheimischen Geschäften offerieren sollte.

    Auch die ersten Kommentare auf Facebook – die Seite gefällt dort bereits mehr als 1200 Personen – empfindet er als ermutigend: „Die Leute scheinen diese Art von Humor zu verstehen und zu mögen.“ Weil er darin viel Zeit und Energie gesteckt hat, hofft Stefan Butz natürlich auch auf einen gewissen kommerziellen Erfolg. Darauf reduzieren will er sein findiges Satire-Projekt aber nicht: „Wenn ich pro Monat auch nur ein bis zwei Flaschen verkaufe, dann war es den Spaß wert.“

    Sein stark satirisch angehauchtes Luft-Projekt präsentiert Stefan Butz auf der eigens dafür kreierten Seite www.salinenluft.de und bei Facebook unter Salinenluft - Fresh Air Made in Germany.

    Bad Kreuznach
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